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Ich sollte mal wieder… 29. Juni 2011

Veröffentlicht von Maya in : Kolumnen, Moments of my Soul , 1 kommentar bisher

HMPF. Gerade heute habe ich festgestellt, dass ich mal wieder was schreiben könnte/sollte/will(?). Gut warum nicht, da bin ich, bereit mich den gedanklichen Ergüssen zu ergeben und drauf loszutippen. Ich warte…auf meine Muse. Und schon kommt eine neue Frage auf. Hat die gerade Urlaub? Denn ehrlich, es fällt mir absolut nix ein. Kein Drang über die gemeinen Männer herzuziehen, denn zugegeben so gemein sind die nicht, das Kind ist auch fast schon erschreckend lieb und über die Emanzipation verliere ich lieber kein Wort, führt ja doch zu nix.

Vor ein paar Monaten musste ich mich nicht mal mehr fragen “Worüber schreibe ich denn heute..” nein da flog es mir regelrecht entgegen und wenn ich die Gedanken nicht gleich geordnet abgetippt hatte, entstand ein fürchterliches Chaos in meinem Kopf was mich fast schon hypnotisch an den Laptop zwang. Und jetzt…sitze ich hier und warte immernoch. Dat stellt  sich nich von alleene ein Maidche…nene*kopfschüttel*

Ich beobachte meine Finger wie sie auf der Tastatur versuchen die Buchstaben zu finden und sich die Worte langsam auf dem Bildschirm bilden. “ICH SOLLTE MAL WIEDER…” Eigentlich bescheuert, so oft sitze ich da und mir ist langweilig…ja genau langweilig. Ich wußte gar nicht wie langweilig es einem sein kann, ABER statt  mal zu schreiben, starre ich nur auf die Tasten und verzieh das Gesicht.”NÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ… keine Lust.”

Ich beobachte weiter meine Finger. Sag mal schlafen die während dem Tippen ein? Man kennt das ja, wenn man vor dem Fernseher liegt und die Augen immer schwerer werden und schwerer und wie man einen verzweifelten Kampf führt, die Augen aufzuhalten, um endlich mal einen Film fertig anzusehen. Und doch verliert man diesen Kampf und schaltet resigniert ab. So sieht es gerade bei meinem  Fingern aus, oder besser es fühlt sich so an. D A  K O M M   E      N       DIE  *kurz aufgeschreckt*    WO R   T E      zzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZ

Ok ich habs kapiert, ich heb mir das einfach fürs “nächste Mal” auf. Denn ein gutes hat die Schreiberei ja, es läuft einem nix davon. Kann ich also auch noch morgen sagen.”Ich sollte mal wieder.”

So loooonnggggggggggggggg…zzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzZZZZZZZZZZZZZ

Blicke… 30. März 2011

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Der erste Blick - ich hatte dich gesehen, für süß befunden, aber das war es auch schon.

Der zweite Blick - ganz süß dachte ich, wie schon beim ersten Mal und doch das Herz war woanders.

Der dritte Blick - du warst einfach da, dein Lächeln war schon interessanter, doch mein Leidensdruck größer als das ich sagen könnte dich wirklich gesehen zu haben.

Der vierte Blick - ich weiß nicht mehr wann das war, aber ich habe dich gesehen, mit einem Lächeln voller Freude, weil ich erkannt habe, das in dir etwas besonderes steckt, ein kleines bißchen hattest du mich schon fasziniert

Der fünfte Blick - ich sehe dich, betrachte dich und doch denke ich mir nichts dabei. Ich spüre wieviel Spaß ich habe, wie ich lache und sonst nicht viel über andere Dinge nachdenken muss.

Der sechste Blick - nun habe ich keine Worte zu sagen was ich denke, denn ein wenig hast du doch Chaos in mein Leben gebracht, kein negatives, aber ich weiß nicht was du denkst und was du fühlst, ich merke das du dich vor mir nicht verschließt und deshalb genieße ich die Momente.

Der siebente Blick bis jetzt - von jetzt an wollte ich in dein Herz sehen, trotz der Angst verletzt zu werden und jemand besonderen zu verlieren.

Immer und immer wieder habe ich dich angesehen und auch wenn anfangs nicht mit dem Herzen, tue ich es jetzt dafür umso mehr und ich würde jeden dieser einzelnen Blicke vermissen, wenn es sie nicht gegeben hätte. Sie sind wie ein Pfad, der mich in deine Richtung führt.

I am bending for you 22. März 2011

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I AM BENDING FOR YOU

Life gives us no roses,
happiness does not come alone.
We go always two steps forward
and one back to home
We understand the life backward.
Rich in experience,
we learn to be what.
The fate determines the path we walk on,
but everyone can see it for themselves only one.
Refrain:
I am bending for you
but I will not bend to you.
I’ll stretch out my hand, but whether you like them too,
the decision I can not take you.

Everyone makes his mistakes admits them to.
Would be fatal to then say no.
Life gives us no roses,
happiness does not come alone.
The intrinsic values ​​show what you one
are determine what you
will give us what we get to.
The fate determines the path we walk on,
but everyone can see it for themselves only one.
Refrain:
I am bending for you
but I will not bend to you.
I’ll stretch out my hand, but whether you like them too,
the decision I can not take you.

ICH BIEGE MICH FÜR DICH

Das Leben schenkt uns keine Rosen, Glück kommt nicht allein.
Wir gehen immer zwei Schritte vor und einen zurück.
Verstehen tun wirs Leben nie vorwärts, sondern immer rückwärts.
Reich an Erfahrung lernen wir zu sein was wir sind.
Nicht das Schicksal bestimmt den Weg auf dem wir gehen, sondern
jeder für sich kann ihn nur sehen.
Refrain:
Ich biege mich für dich doch beugen werde ich mich nicht.
Ich strecke dir meine Hand entgegen, doch ob du sie auch willst, die Entscheidung kann ich dir nicht nehmen.

Jeder macht seine Fehler gesteht sie sich ein,
fatal wäre dann zu sagen nein.
Das Leben schenkt uns keine Rosen,
Glück kommt nicht allein.
Die inneren Werte zeigen was du bist,
bestimmen was du wirst
schenken uns das was wir verdienen.
Nicht das Schicksal bestimmt den Weg auf dem wir gehen, sondern
jeder für sich kann ihn nur sehen.
Refrain:
Ich biege mich für dich doch beugen werde ich mich nicht.
Ich strecke dir meine Hand entgegen, doch ob du sie auch willst, die Entscheidung kann ich dir nicht nehmen.

Ein Lied, geschrieben von mir - jedoch ohne Melodie :D Fehler im Englischteil sind bitte zu verzeihen!

Fledermaus-Nane 15. März 2011

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Wir nähen was uns Spass macht

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Bei Interesse bitte über “Kontakt” per E-Mail melden.

www.fledermaus-nane.de

Träumereien 15. März 2011

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Der schönste Traum ist  zu merken das man nicht mehr träumt, sondern angefangen hat zu leben.

Woran?! 9. Januar 2011

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Woran soll ich glauben, wenn mir keiner einen Grund gibt zu glauben. Woran soll ich festhalten, wenn mir niemand das Gefühl gibt Halt zu brauchen. Worauf soll ich vertrauen, wenn ich nicht weiß wer mein Vertrauen möchte.

Mit wem soll ich meine Gedanken teilen, wenn ich nicht weiß wer sie wirklich verstehen will. Weshalb soll ich meine Gefühle zeigen, wenn ich nicht weiß ob sie erwünscht sind.

Schwebezustand 30. Dezember 2010

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Man sehnt sich, man drängt sich. Streckt die Hand danach und greift in einen Nebel, als wäre man in einer Zwischenwelt. Nicht hier und auch nicht dort und doch möchte man schreien, man möchte weinen, die Krallen ausfahren sich dagegen wehren, blind zu sein welcher Weg sich einem eröffnet.

Fast ohnmächtig der Situationbedingt, läßt der Druck ums Herz nicht nach, die Gedanken kreisen Stunde um Stunde, gibt ja keine Tablette dagegen das man mal nichts denkt. Man dreht sich im Kreis und weiß nicht in welche Richtung der nächste Schritt geht.Setzt an und zögert doch wieder. Also bleibt man stehen und wartet in einer Art Schwebezustand, der noch keiner Entscheidung bedarf.

nebel

Eiskalt erwischt… 29. Dezember 2010

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Nix schlimmeres als das es einen eiskalt erwischt. Verdammt man weiß

doch genau was passiert. Ohne Risiko kein Gewinn?

Oder liebe ich es zu leiden? Laufe ich blind durch die Welt nicht sehend

für Dinge die wesentlicher sind, als jene die mich nicht vorwärts bringen.

Oder rede ich mir das ein, bin ich von einem Optimist zu einem Pessimist

geworden ohne es merken? Nicht wie ich dachte immer das gute im Menschen

sehend, sondern ungeduldig und voller Erwartungen an die anderen.

Bin das tatsächlich ICH?

Ich kenn mich nicht mehr, hab mich verloren,

irgendwo unterwegs auf der Suche nach etwas das sich Liebe

nennt, hab es wohl an der Garderobe abgegeben normal und klar

zu denken und zu handeln. Mich vergessen wer ich bin.

Fühle wie es mich zerfrisst und hau mir selber vor den Kopf.

Ist das Dummheit oder gar noch schlimmer -Verzweiflung?

Weiß ich doch das ich auch anders kann. Was ist nur passiert?

Ich will wieder sein was ich bin. Mich wieder selber spüren ohne

mich zerstören zu wollen, ohne Druck nach vorne zu schauen und mich

nicht mehr Eiskalt erwischen zu lassen.

Jedes Jahr das gleiche… 24. Dezember 2010

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Jedes Jahr das gleiche, erst schleichen sich die Weihnachtsplätzchen im Spätsommer auf gemeine und hinterhältige Weise an uns heran, zwingen uns sie zu essen - denn es ist ja so weihnachtlich. Dann kommt der Nikolaus mit seiner Rute und droht einem mit Kloppe. Damit nicht ausreichend - Heiligabend. Das Fest der Liebe - wo die Massen in Strömen erst in die Kirche rennen, um zumindest an diesem hochheiligen Tag sich dort blicken zu lassen andächtig singend unter dem Dach der Kirche, stürmen alle wieder nach Hause wo der “Weihnachtsmann” oder “Christkindl” ja die vielen vielen Geschenke hinterlassen hat - durch den nicht vorhandenen Kamin natürlich. Wird doch alles überbewertet, oder???

Na mal ernsthaft, ich wünsche wirklich von Herzen allen das sie mit den Menschen ein Fest begehen können die sie lieben und schätzen. Das wir dennoch dabei an diejenigen denken die es vielleicht nicht so gut haben und einfach lerne wertzuschätzen was wir um uns herum haben.

Frohe Weihnachten allen!!!

Carl Spitzweg "der Stern von Bethlehem"

"Der Stern von Bethlehem"

Carter und Tess 12. Dezember 2010

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Carter und Tess

Tess läuft im dunkel der Insel weiter und längst hat sie ihre Tasche voll mit Kräutern und allerlei Dingen die sie so auf der Insel vorfindet. Ihre Schwestern scheinen wohl auf der Jagd nach Fischen zu sein. Langsam und inzwischen nicht mehr wie der Elefant im Glashaus läuft sie weiter. Die Ruhe und Stille der Insel genießend. Dennoch schaut sie sich immer wieder um wegen dem Larl der hier rumstreunt. Eine Hand immer an ihrem Speer tastend.
Leise streunt sie so durch den dichtbewachsenen Wald der ihr Schutz bietet und schiebt nur ab und an einen Ast auf die Seite der ihr imWeg zu sein scheint. Vergessend das diese auch mal abbrechen knackst es ab und an mal.

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Carter wirbelt herum als er ein Geräusch hört, grimmig strengt er die Augen an um einen Blick ins Gebüsch erhaschen zu können. Er macht einen Schritt nach vorne, um mehr sehen zu können. Leise seufzt er den huschenden Schemen erkennt, streichelt über den Griff seines Schwertes, dann wendet er sich wieder seiner Ausgrabung zu - seiner ehemaligen Ausgrabung.
Abrupt bleibt Tess stehen, als sie eine Gestalt im dunkeln des Tanzkreises entdeckt. Schnell duckt sie sich in einen der Bäume um nicht gleich entdeckt zu werden. Sie strengt ihre Augen an um zu erkennen wer dort steht und die drei Monde sind heute nicht gerade sehr hilfreich wie sonst. Leise legt sie die Tasche auf den Boden neben sich um schneller reagieren zu können. Einen kurzen Moment verliert sie die Gestalt aus den Augen.

Carter tastet sich um den Stein, wirft wieder einen Blick in die Finsternis, die Brauen unruhig, seine Augen flackern und seine Konzentration versagt für eine nMoment. Er sinkt auf die Kniee und atmet langsam durch, leise die Priesterkönige verfluchend das sie ihm ausgerechnet JETZT in Erinnerung rufen das er vor einigen Tagen fast gestorben wäre…Er hustet, steht schwankend, auf, streicht die Kapuze zurück und ringt um Fassung.
Vorsichtig drückt Tess einen Ast vor sich auf die Seite der ihr die Sicht versperrt und dann sieht sie ihn als würden die Schuppen von ihren Augen fallen das es Carter ist. Leise fängt sie an mit knurren da sie mit allem gerechnet hätte nur nicht mit dem da.
Er legt den Kopf schief, tastet nach einem Bogen aus dem Köcher… ruft ein leises “Viola?” in den Wald.
Tess beißt sich auf die Lippen gut überlegend was sie nun tun soll. Sie ist alleine und fast eher schutzlos. Aber dennoch hatte sie es schon einmal geschafft ihn aus der Fassung zu bringen und er soll nicht glauben sie hätte Angst vor ihm. Mit einer gezielten Bewegung greift sie zu ihrem Speer und zieht ihn vom Rücken. Nicht um zu drohen, sondern um sich zu schützen. Ungläubig schaut sie zu ihm leise murmelnd…”was hat Viola mit ihm zu tun. ” sie erinnert sich das die Schwester als verschollen gilt. Sie geht einen Schritt nach vorne hatte er eh schon bemerkt das sie hier steht. Dennoch bleibt sie etwas im Schutz des Baumes stehen..”Nein nicht Viola.” ruft sie nun doch mit zittriger Stimme. Murrt leise und tritt dann vollends raus. Fast wütend schleudert sie ihm die Worte entgegen.”Wo sind unsere Waren..Carter.”
Carter schüttelt den Kopf, bewegt sich wieder vorsichtig in den schützenden Steinkreis, die Hand weiter an seinem Gladius. Er zieht eine Augenbraue hoch. “Eure…WAREN? Ihr WAGT es WAREN zu erwähnen? Ihr kleinen, undankbaren, unverschämten, verlogenen, idiotischen… Dinger… wagt es TATSÄCHLICH nach Waren zu fragen? Nach allem was IHR mir angetan habt?” schimpft er wütend Tess entgegen und funkelt wütend das Mädchen an.
Absichtlich zieht sie ihren Speer so vor den Körper das er sieht das sie sich wehren wird sollte er näher kommen wollen. Ihre Augen blitzen und funkeln wütend zu ihm. Sie schaut ihn drohend an über seine Worte weniger erfreut und nun hebt sie ihren Speer ihm entgegen…”Du wagst es so über uns zu reden und kommst auf UNSERE Insel.. Ich habemich wohl verhört du ..du…ich weiß nicht was du meinst. Die Absprache galt mit mir und mit Vila nicht mit sonst wem.”
Carter verengt seine Augen. “Verschwinde zurück in deinen Wald. Ich werde holen weswegen ich gekommen bin und dann diese verfluchte Insel für immer verlassen! Niemand der sich mit Euch einlässt kann dabei gewinnen fürchte ich…” Tess wirkt dennoch leicht verunsichert was aber in der Dunkelheit glücklicherweise verborgen bleibt. Nur ein zittern ihrer Hände und der Schweiß der sich auf ihren Handflächen bildet würde sie verraten. “Ich will meine Waren wie vereinbart ..Du brichstdein Wort und erwartest das ich dich laufen lasse? Das du uns verrätst? Unterschätze mich nicht CARTER.”sagt es bissig zu ihm.
Er hustet wieder schrecklich, reisst sich den Schal vor dem Gesicht weg, sackt auf die Knie und spuckt einen Brocken Blut und Schleim auf den Boden, seine Augen sind trotzdem wach, auf das Gebüsch gerichtet, sein Gesicht ist vor Wut verzerrt.
Fast schon erschrocken schaut sie zu ihm als er auf die Knie sackt…”Was um alles in der Welt.”dennoch läßt sie sich nicht von ihm täuschen. Er könnte sie in eine Falle locken und fast panisch schaut sie sich um ob vielleicht noch mehr Krieger aus ihren Verstecken kommen könnte. Ihr Blick geht nur langsam wieder zu ihm und sie bleibt einfach so stehen.
Röchelt schnappt Carter nach Luft, seine Stimme ist kehlig und heiser “Du bist alleine, aii? Du kannst mich nicht aufhalten! Ich nehme diese Steinplatte, ich habe einen hohen Preis dafür bezahlt!”
Tess geht langsam aber zielsicher ihre Hand nach einen Stein greifen in die Hocke und hebt einen kleinen runden auf. Sie wirft ihm den direkt vor die Füße und sagt dann ..”Die läßt du liegen und ob ich alleine bin woher willst du das wissen. Meine Schwestern sind immer um mich herum. Meinst du wir ziehen alleine in den Wald los.Wir sind ja nicht irre.” überascht von den Worten beißt sie sich auf die Lippen.
Abermals hustet er noch einmal, sackt auf seine Hände, drückt sich mit Mühe wieder hoch, funkelt sie wütend an. “Wenn du noch einen Stein wirfst, Mädchen, dann zeige ich dir die Gnade der Verratenen…Pack dich! Und deine Schwestern auch… ich nehme diese Platte und kehre diesem Verfluchten Ort den Rücken zu…”
Schnell verkeilt Tess ihren vorderen Fuss in den Untergrund und sucht sich so mehr Standfestigkeit. Ihren Speer auf ihn richtend knurrt sie ihm leise aber drohend zu…”Leg sie wieder hin.Sie gehört dir nicht. Das ist unsere Insel auf die du nur durftest, weil WIR es erlaubten. Ich wußte das man dir nicht trauen kann. “spuckt dann auf die Seite das sie etwas bedrohlicher wirkt. Ihre Muskeln spannen sich und jede Faser in ihrem Körper schreit danach wegzulaufen aber sie läßt nicht zu das er einfach so mit IHREM Eigentumverschwindet.
Carter richtet sich mühsam auf, keucht, wischt sich über die Stirn. “Wer will mich aufhalten? Du? Deine Freundin Viola, die dafür gesorgt hat das ich um mein Leben fürchten muss? Oder Sirkka? Wenn das überhaupt ihr echter Name ist…” Tess geht mit vorsichtigen Schritten etwas links an ihmvorbei, ihn immer im Auge behaltend…”Leg es hin Carter ich sage dir es nur noch dieses eine Mal. Was Viola angeht …sie ist seither verschollen und lass Sirkka aus demSpiel. DU bist hier auf unserer Gnade hin, wir haben dich laufen lassen und wiedereinmal müssen wir feststellen das man keinen Mann lebend wieder laufen lassen sollte.” Bedrohlich schwangend dreht er sich zu ihr “Verschollen?” Er lacht fast irre “Eine gute Entscheidung - ich hätte sie sonst wohl selber jagen müssen…”
Tess macht ein paar Bewegungen mit ihrer freien Hand das ermeinen könnte sie gibt den anderen ein Zeichen. “Genau in diesem Augenblick Carter sind mehr als nur 4 Bögen auf dich gerichtet. Ich hoffe du weißt was das bedeutet.”
Carter grinst diabolisch “Aii, ich habe die Stadt des Staubes gesehen… weißt du wer da auf mich wartet? Mein Vater… Ich habe mit ihm gesprochen als ich beinahe im Moor ertrunken wäre…” Er hustet wieder, sackt wieder in sich zusammen…hält kurz inne, keucht. “Weißt du warum ich in diesem Moor war? Weil DEINE Schwestern mich zu einem Ausgestoßenen gemacht haben!”
Tess schaut ihn ernst an und hofft das er ihre Finte nicht bemerkt. Wieder sieht sie erschrocken und dann fast erleichtert das er wohl geschwächt zu sein scheint. “Die Stadt des Staubes Carter, die habe ich bereits selber einmal gesehen..und was interessiert mich ob du deinen Vater gesehen hast. Leg die Platte hin. DU hast den Weg wohl eher selber gewählt und machst nun mich und meine Schwestern verantwortlich dafür..oh ja das nennt man Ehre eines Kastemitgliedes…sehr gut Carter…sehr gut sage ich nur.”
Sie hebt dann wieder bedrohlich ihren Speer an und macht erneut ein Zeichen mit ihrer Hand in die Luft, abermals um zu demonstrieren das sie nicht alleine ist. Leise murmelt sie in den Wald hinein. “Spannen.”
Carter schluckt etwas herunter, zögert einen Augenblick - wieder schwankt er und konzentriert sich nur mit Mühe, mit einem triumphierenden Grinsen steht er auf, schüttelt den Kopf. “Töte mich.” Er breitet die Arme aus, schaut sich die umliegenden Bäume an. “Tötet mich! Los! Ihr seid eingeladen! Eure Schwestern haben das Werk begonnen, dann beendet es endlich! TÖTET MICH!” hysterisch lacht er auf “Na los doch! Ein Pfeil ins Herz! Ihr tötet nur einen Mann, strengt euch AN! Es gibt nichts mehr für das es sich zu leben lohn!”
Tess blickt nunmehr leicht irritiert zu ihm und schaut etwas bedäppert drein, ehe sie sich wieder fängt.”Du winselst um den Tod? Carter bist du bei Sinnen?”
Schnell schüttelt er den Kopf. “Ich war niemals klarer bei Verstand als in diesem Augenblick… ich habe alles verloren als ich deine Schwestern gerettet habe. Aber statt einem Dank droht man mir mit dem Tod. Ich habe meinen Heimstein verraten um meines Eides willen. Ein hohles Prinzip, Gerechtigkeit - WAS ist Gerechtigkeit?”
Noch irritiert murmelt sie zu Carter “Leg die Platte hin und du kannst verschwinden. Leg sie hin..sie gehört uns und nicht dir.” langsam kriecht die Verzweiflung in ihr hoch und nicht mehr lange und es fliegt auf das sie doch alleine ist. “DU hast deinen Heimstein nicht wegen uns verraten, sondern weil du so fanatisch hier buddeln wolltest, alles andere davon weiß ich nichts und ehrlich es interessiert mich auch nicht. ” wieder greift sie nach einem am Boden liegenden Stein und wirft ihm den an. Sie versucht dabei seinen Brustkorb zu treffen.
Carter schielt sie aus glasigen Augen an, tastet unter seinem Mantel nach etwas, bekommt es zu fassen - eine Flasche, eine Feldflasche - hastig nimmt er einen Schluck, spürt wie der Inhalt wie Feuer auf seiner Kehle brennt und atmet durch…
Tess schüttelt energisch den Kopf und hat das beklemmden Gefühl das es heute für einen von beiden unter Umständen nicht so gut enden könnte. “Was ist mit dir.” sagt sie obwohl sie das nicht fragen sollte aber die Heilerin in ihr ist noch zu übermächtig. Er starrt sie aus eiskalten Augen an als der Stein ihn trifft, seine Stimme ist jetzt leise, langsam und bedächtig. “Deine Schwestern haben sich fangen lassen. Um meines Wortes willen habe ich meine Heimat verraten. Ich habe deine Schwestern befreit. Jede einzelne. Sirkka. Jenny.Viola. Man hat mich dafür bespuckt, man hat mir dafür ins Gesicht geschlagen und schlußendlich hat man mich aus meiner Heimat verbannt. Weißt du was das bedeutet? Wie ein Verbrecher bin ich geflohen. Und du WAGST es Forderungen an mich zu stellen? Du WAGST es einen Stein nach mir zu werfen? Du WAGST es MIR mit dem Tod zu drohen? Kleines Panthermädchen, du weißt nicht mit wem du dich anlegst! Schubse einen Mann zu hart - irgendwann beginnt er zurückzuschubsen.”
Tess lacht rauh aber doch etwas verunsichert auf. “Das ist Pech würde ich sagen. Wenn sich meine Schwestern in Gefahr begeben und ein Mann der blauen Kaste sie befreit dann tut er das aus freien Stücken und ehrlich Carter…du bist selber Schuld. Welchen Teufel hat dich geritten solches zu tun.Du erwartest doch jetzt nicht von uns das wir dir zu Kreuze kriechen und noch dafür dankbar sind? Ich werfe den Stein wie ich will. Ich drohe dir weil du mich bedrohst auf meiner Insel…auf MEINER wohlgemerkt.” schnauft und spuckt ihm voller Wut die Worte entgegen. Es reicht ihr langsam aber soll sie alleine gegen diesen Mann der dennoch das er kaum Erfahrung mit dem Schwert hat, ihr überlegen ist, kämpfen. Carter schnaubt. “Tu was du musst. Ich nehme die Platte mit mir. Töte mich, wenn du es wagst. Ich habe nichts mehr zu verlieren.” Der Glanz in seinen Augen erlischt langsam, sein Körper wird angenehm taub.
Tess zieht den Speer schützend vor ihren Körper und weicht für einen kurzen Moment zurück um dann doch wieder einen Schritt nach vorne zu begeben. Zu unerfahren ist sie das sie das ganze Ausmass der Gefahr begreifen kann. Sie runzelt die Stirn und überlegt ob eine dumme Steinplatte das alles wert ist. Langsam läßt sie den Speer sinken doch trotzdem noch auf der hut. “Nimm diese nichtssagende Steinplatte mit, wenn du dafür sterben willst liegt dir mehr an ihr, als das sie uns etwas liegt. Carter ich warne dich. Wir finden dich sollte das Geheimnis der Insel keines mehr sein. ” sie funkelt ihn abermals an und läßt ihn dann gewähren seine Sachen zu packen. So sehr hatte sie gehofft die Sachen zu bekommen, es war ein leichtes durch ihn das nun von ihr fordern würde das sie auf die Nachbarinsel gehen muß und dort stehlen. Wieder schwankt er und lacht dann. “Du hast noch nie jemanden getötet, kleines Panthermädchen, oder? Du weißt wie man den Speer schwingt, aber einen Menschen getötet hast du noch nie…”
Tess blinzelt zum Himmel, bleibt dennoch stehen. Ihr Blick wandert über Carter prüfend wieviel Kraft noch in ihm steckt ob er überhaupt unbeschadet irgendwo ankommen wird ist fraglich. “Das geht dich nichts an …absolut gar nichts und jetzt pack deine Sachen. Wir hatten eine Abmachung die du gebrochen hast. Erzähl jedem das du Talunas entfliehen konntest…da kannst du stolz drauf sein.”
Carter schmunzelt, macht einen Schritt auf sie zu. “Mädchen, man sieht das zögern in deinen Augen. Du weißt nicht wie es sich anfühlt wenn sich eine Klinge in einen Menschen bohrt und sein Leben beendet, nicht wahr? Ein Tier jagen… vielleicht - aber einen Menschen? Das ist etwas anderes…”
Sie murrt leis vor sich hin”Was geht dich das an…sicher kann ich töten…ganz sicher” lauter sagt sie..”Wegen einer Steinplatte Blut vergießen heute und hier…muß das sein?”
Sichtlich amüsiert legt er den Kopf schief und mustert Tess. “Ich kenne diesen Blick… weißt du, ich hatte einen Trainer als Kind, der mich ausgebildet hat mit dem Gladius - sicherlich, nicht wie ein Krieger, aber ich kann meine Klinge schwingen… Er sagte immer - das wichtigste ist einmal getötet zu haben. Danach geht es fast von alleine. Wenn man sich einmal daran gewöhnt ist es so einfach wie atmen.”

Erschrocken sieht sie auf als er sich ihr nähert und instinktiv zieht sie den Speer wieder vor sich..”Zurück Carter ich warne dich…geh zurück.” Verzweiflung blitzt in ihr auf und ihr Atem geht schwer. Ihr Herz beschleunigt sich rasant. Wieder macht sie ein Zeichen als würden ihre Schwestern sie sehen.
“Du vergißt das ich nicht immer hier im Wald war Carter…ich war nicht immer das was du jetzt siehst und ich weiß wie das ist wenn man jemanden tötet…oh ja ganz sicher sogar.” ihre Augen flackern leicht als wollen sie sie verraten.Weiter weicht sie den Speer drohend erhoben zurück. Carter schaut ihr in die Aguen. “Weißt du… ich habe meinen eigenen Onkel getötet. Ohne eine Miene zu verziehen. Wusstest du das, Mädchen?” Er hustet wieder kurz, wieder ein Grinsen auf seinen Lippen. Tess funkelt ihn nur wütend an..”Was interessiert mich das…ich sagte pack deine Sachen Carter oder hast du vergessen warum du hier bist.. keinen Schritt weiter…geh zurück oder ich mache von meinem Speer gebrauch..unterschätze mich nicht das sagte ich dir schon einmal.” hebt den Speer nun über ihren Kopf mit gespannten Armmuskeln und fixiert dabei die Spitze auf sein Herz. Carter seufzt und schüttelt den Kopf. “Ich sagte bereits - stoße zu, wenn du willst - aber stelle dir eine Frage. Deine Freundinnen. Sirkka, Jenny und Viola - wäre es dir lieber gewesen ich hätte nichts getan? Ich hätte sie ihrem Schicksal überlassen?”
Tess beißt sich leicht auf die Unterlippe. Was soll sie dazu sagen. Die Stammesregeln waren bekannt und jede von ihnen wußte was passiert wenn sie sich von der Insel wagt und gefangen genommen wird. Leise aber mit klarer fester Stimme sagt sie…”DAS Carter mag sein das du sie gerettet hast aber keiner von uns hat es verlangt und ich sagte schoneinmal wir werden dir sicher keine Blumen schenken dafür. Pack JETZT deine Sachen.” zuckt leicht mit ihrem Speer in seine Richtung wohlwissend das es ihn kaum interessieren wird.
Er zuckt mit den Schultern. “Aii. Wie du meinst. Den Sack mit dem Korn dahinten, den keiner angerührt hat - lass ich Euch den stehen?” Tess wird den Fehler nicht noch einmal machen das sie den Speer nach ihm wirft ohne eine weitere Schwester im Rücken oder eine Waffe die Vergleichbar mit ihremSpeer wäre. Zufrieden nickt sie und murmelt “Gut der steht uns auch zu. Aber sei dir gewiss sollten Männer hier auftauchen machen wir dich dafür verantwortlich und unterschätze uns auch da nicht das wir dich nicht zur Verantwortung ziehen könnten. Ich habe Mittel und Wege die dir nicht in den Sinn kommen würden. ” wieder läßt sie den Speer leicht nach unten sinken aber jederzeit bereit ihn doch zu nutzen. Carter seufzt leise “Bei den Priesterkönigen, Mädchen ist dir je in den Sinn gekommen das du hier völlig deklassiert bist? Hier sind keine deiner Schwestern - welche auch? Vila ist betrunken, Sirkka und Jenny verdanken mir ihr leben, Viola ist weg… Ich könnte dich jederzeit fangen und dir einen Kragen umlegen. Das ich das nicht tue… das ich das hier noch NIE getan habe… ” Er wirft die Arme in die Luft. “Ich habe dir trotzdem zu danken.”
Tess wehrt mürrisch mit einer Hand ab..”Ich will deinen Dank nicht und versuche nicht einen Keil zwischen mich und meinen Schwestern zu bringen, das Carter,wirst du nicht schaffen. Ich weiß sehr wohl zu was ein Mann im Stande ist und ich unterschätze es auch nicht, aber wie gesagt einen Schritt weiter und meine Schwester in den Büschen und Bäumen jagen dir mehr als einen Pfeil ins Herz. Jetzt schick dich an die Insel zu verlassen sonst werden wir nicht mehr so gnädig sein.” deuet mit eine Handbewegung zu dem Zelt und die herumliegenden Sachen die wohl Sirkka nach essbarem durchsucht hatte.
Plötzlich macht er noch einen Schritt auf sie zu “Und? Wo ist der Pfeil? Hör auf damit…”
schüttelt den Kopf, schaut sie jetzt eher müde als wütend an. “Weißt du, Tess… du wirst nicht häufig jemanden finden der für sein Wort soviel opfert. Ich hoffe ihr wart den ganzen Aufwand wert.” Er nimmt den Bogen vom Rücken, wirft ihn ihr zu. “Hier. Ihr braucht ja Sehnen und Pfeile wenn ich das richtig sehe…”
Tess reißt die Augen auf und wieder geht der Speer nun mit klatschnassen Handflächen nach oben. Sie wirft ihm fast mit Verzweiflung in der Stimme zu..”STOP CARTER!” schnellgeht sie mehrer Schritte zurück bereit doch noch die Füße in die Hand zu nehmen.

Verwirrt schaut sie zu ihren Boden wo nun sein Bogen liegt und dann mit einem alles verratenem Blick zu ihm.”Was bitte erwartest du denn.” erschrocken bemerkt Tess den Larl der auf der Insel herumstreunt und die Jägerinnen jeden Tag aufs neue in Angst versetzt, hinter sich der seine Streifzügezu machen scheint und schreit laut auf. Macht einen Satz rechts von sich,versuchend dennoch Carter im Auge zu behalten.
Carter Silversmith lächelt sie an. “Braucht ihr das Zelt? Ich werde jetzt die Platte aus dem Boden brechen und Eure “Gastfreundschaft” verlassen. Es war mir eine Freude so wunderbare Menschen zu treffen” Seine Stimme wird etwas sarkastisch. “Nicht viele danken einem die Rettung von Gefährten mit ständigen Drohungen und beinahe Angriffen. Sichere Wege, Tessa” - Er schaut irritiert als sie schreit, sieht aber nichts.

Noch etwas panisch blinzelt Tess zu ihm und nickt dann nur…”Du lebst noch was willst du mehr…” kein Wort das er sicher dort hingehen soll wo er auch immer herkommt, nichts kommt weiter über ihre Lippen. Viel zu sehr sucht sie schielend nach dem Larl dessen Gebrüll sie gehört hat. “Was sollen wir mit dem Zelt…wir wollen nichts, aber auch garnichts von DIR hier haben…außer den Sack mit Korn.”
“Aii, wenn du ihn nicht willst, dann gib mir den Bogen ruhig zurück. ” deutet zu ihren Füßen und streckt die Hand aus. “Ich will die Könige dieses Felsens nicht mit unnötiger Last beschweren”

Tess greift langsam zu dem Bogen, muss sich aber etwas verbiegen, da dieser an einer anderen Stelle liegt. Besieht ihn sich und meint dann…”Hm, den behalten wir…als Leistung dafür das du die Platte mitnimmst.”
Carter Silversmith lacht. “Tessa? Wirst du nicht müde davon? Dieses ganze Einschüchtern und drohen?”
Schief grinsend erwiedert Tess “Was will ein Gelehrter schon mit einem Bogen.” und läßt in ihren Worten nicht weniger Sarkasmus mitklingen als er. “Hör auf mit deinem Geschwafel Carter und pack jetzt deine Sachen…du reizt es aus. Der Bogen bleibt…wir werden ihn brauchen …DU nicht.”
Erneut hört Tess das Brüllen des Larls und schreit abermals auf als sie das Tier gefährlich nahe spürt und hechtet zu den Steinen um sich dort zu verstecken.

Carter sieht ihre Reaktion, leicht verkrampft sich sein Magen und seufzt leise. “Aii… sichere Wege, Tessa. Ich habe mein Wort gehalten - ich war ein Diplomat. Anders… als ihr. Ich habe Euch in meiner Welt beschützt, ihr habt mich in Eurer angegriffen…”
Er greift nach eine Brechstange, schaut sich um und setzt die Kante an der Platte an. Dann drückt er so fest er kann. Doch leicht getroffen hört sie seine Worte, konzentriert sich aber nun mehr auf den Larl als auf Carter…”Keiner verlangte es von dir ,uns dort zu schützen außer auf die Art wie wir es verlangten, mit Stillschweigen über diese Insel. Es bringt nichts darüber zu reden was man nicht mehr ändern kann.”
Carter schmunzelt. “Glaubst du, du hast verdient was ich für Euch getan habe? Wäre dir lieber deine Schwestern würden einen Kragen tragen?” Er schaut sie wütend an. “Wenn du ihnen eher den Kragen gönnst, als mir eine Platte mit der du nichts tun kannst - dann bist du ein schlimmerer Mensch als ich dachte…”
Er stürzt sich mit aller Gewalt auf die Platte und bricht sie aus dem Boden… er sackt in sich zusammen als die Anstrengung zuviel für ihn wird.

Tess dreht sich wieder zu Carter und geht etwas auf die Lichtung hinaus. Leise murmelt sie zu ihm.”Rede nicht so wirres Zeug daher…sicher wünsche ich keiner meiner Schwestern den Kragen und das zu behaupten Carter, so von mir zu denken“ sie macht eine kurze Atempause um die Worte bewußt an ihn zu richten.“…von mir aus, ich bin nicht so und DU kennst mich nicht. Nicht im geringsten. Soll ich es nochmal sagen? Sie wußten was passiert und gut dann bin ich dir dankbar dafür …zufrieden..du verdammter Kerl..und jetzt geh endlich…DICH will keiner hier haben.”
Missmutig beobachtet sie ihn und geht dann weiter in Richtung der Kreuze, genug Abstand zwischen ihm und ihr bringend das er sich ihr nicht mehr so gefährlich nähern kann.
Carter nickt, nimmt die zerbrochene Platte an sich und wickelt sie in seinen Mantel. “Ich weiß…” Er keucht. “Als mein Vater… vor meinen Augen erdolcht wurde… weißt du was seine letzten Worte waren? „Du musst einer von den guten sein, mein Sohn - es gibt zuviele schlechte.” Ich hoffe, wenn ich mich irgendwann vor ihm verantworten muss, das ich einer von den guten war. Und ich hoffe das gleiche für dich, Tessa”. Hustend steht er auf. Tess murrt nur wieder zu ihm und atmet dabei laut ein und aus..”Ja ja einer der guten…das wird man sehen wenn man vor den Göttern steht oder wem auch immer…Wir alle haben unseren Weg gewählt, du den deinen und ich den meinen…akzeptiere ihn mit all deinen Entscheidungen Carter und schieb die Verantwortung nicht auf andere.” während ihrer verbitterten Worte schleicht sie leise in eines der vielen Verstecke auf der Insel.

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Irritiert schaut er zu ihr, als er sie nirgendwo sieht spricht er lauter. “Das war es. Ich verlasse diese Insel für immer. Ich habe was ich brauchte. Verbrennt den Rest, behaltet es - wie ihr wollt - aber… erinnert Euch an mich und vielleicht wird der nächste Mann der in keiner bösen Absicht kommt ein besseres Schicksal erleiden… bis zu diesem Tag dann.”
Verborgen in ihrem Versteck und nur leise fast zu leise murmelt sie “Sichere wege Carter, wohin auch immer die Götter deinen Weg leiten mögen.”

Carter spuckt ein weiteres mal einen Brocken Blut aus, dreht sich mit einem triumphierenden Blick zur Thassa und geht in Richtung Ufer. Langsam und furchtbar müde. Nach drei Schritten sackt er nach vorne über und bleibt regungslos mit dem Gesicht im Schlamm liegen. Leise raschelt es eine kalte Windböe durch die Blätter der Bäume hinwegzog. Stumm stand sie da, mit dem Speer in der Hand sah sie durch die Zweige hindurch zu Carter, wartend und noch immer aufgewühlt, das er seine Sachen endlich packen würde. Langsam wendet sie sich ab, als sie endlich sieht wie er zum Ufer geht.

Plötzlich hört sie wie etwas zu Boden geht und verwirrt schaut sie durch die Bäume hindurch.”Was um alles in der Welt.” flucht sie leise als sie sieht wie Carter am Boden liegen. Den Speer abermals vom Rücken ziehend tritt sie raus und bleibt noch etwas entfernt stehen, ihn beobachtend. Schnell schießen ihre Gedanken abermals durch ihren Kopf und all ihre Sinne scheinen sich zu verdoppeln, die vorsichtig vor ihm, trotz das er harmloser aussieht wie all die Krieger die sie in ihrem kurzen Leben schon kennenlernte. Er scheint sich nicht zu regen.
Vorsichtig setzte sie einen Schritt nach dem anderen machend auf dem weichen Untergrund in ihrem Versteck zu dem Platz der mit Steinen ausgelegt war.
Tritt näher und nimmt die Spitze ihres Speers zuhilfe um ihn leicht anzustupsen. Murmelt zu ihm..”Carter mach keine Spielchen und steh auf.” Flach atmend und bewußtlos lag Carter vor ihr auf dem Boden, Speichel floss aus seinem Mund, sich nicht regend.

Tess flucht leise und ihre Augenbrauen ziehen sich schräg zusammen.”Was wird das bloß …Carter..los steh auf …das ist nicht lustig was du hier tust…” sicher, ihr ist aufgefallen das es ihm anscheined schlecht geht und sie weiß sehr gut was passiert wenn man in das Moor fällt. Wäre sie selber fast mal beinahe daran gestorben. Sie erinnert sich das dort giftige Pfanzen sind die einen schwer zusetzen können. Sie beugt sich zu ihm herab und dreht ihn vorsichtig auf den Rücken. Schnell prüft sie mit zwei Fingern an seinem Hals den Puls der zu rasen scheint, aber sein Herz schlägt langsam. “Nicht gut, wirklich nicht gut.“ Sie schaut sich um und überlegt was sie tun soll. Schnell geht ihr Blick, noch unsicher was sie tun soll, zu dem Zelt und sie wird hier wohl ein Feuer machen fernab vom Lager ihrer Schwestern.
Sie erinnert sich noch sehr gut was die Lady Feli damals mit ihr gemacht hatte, aber wo zu Henker soll sie Milch vom Bosk hernehmen. Geschweige denn all die anderen Sachen die sie bräuchte. Dennoch wird sie ihm wohl versuchen irgendwie so zu helfen. Dann muß sein Körper einfach stark genug sein, das zu Überleben.
Carter Silversmith atmet mit offenem Mund vor sich hin, kalter Schweiß läuft ihm über die Stirn, die Augenlider flattern.
Tess geht auf die Kopfseite und greift ihm irgendwie unter die Arme. Sie keucht unter seinem Gewicht auf als sie ihn etwas weiterziehen will und plumst erstmal auf den Boden..”Oh du verdammter Bosk…warum bist du auch wieder zurückgekommen…hier gibt es nichts womit ich dich retten kann…” sie würde ihm am liebsten kräftig in den Hintern treten. Er war ein Mann,, schoss es ihr kurz durch den Kopf. Warum sollte sie ihm helfen, sie könnte ihn auch einfach liegen lassen, der Larl auf der Insel würde den Rest schon erledigen. Sie verwirft die Gedanken, sie war zwar keine freie Frau mehr und die Männer Gors waren oft grausam zu ihr, aber noch ist sie eine Frau und sie hat ein Herz. Erneut griff sie ihm unter die Arme und laut ächzend schleifte sie mit aller Kraft den Mann zu seinem Zelt, wo sie ihn kraftlos fallen lies.

Carter Silversmith rührt sich nichtmal, als sie ihn wie einen nassen Sack auf den Boden fallen lässt. Seine Lippen bewegen sich rythmisch, als würde er irgendeinen Reim rezitieren, aber kein Laut dringt aus ihm.
Sie sieht sich um und überlegt nicht lange, läuft los um alles was sie braucht zu besorgen. Das muss er nun aushalten das sie nicht anwesend ist und sollte er in der zwischenzeit sterben, naja was solls, dann war es eben so. Leise als könne er sie hören murmelt sie..”Bin gleich wieder da.”
Carter röchelt leise und atmet schwerer, ohne den Mund jetzt ganz zu öffnen und verschluckt dabei eine der Ameisen die über ihn kriechen.
Viele Ehn vergehen, es könnte auch fast eine Ahn gewesen sein als Tess schwer schleppend mit einem Eimer Wasser und ein paar Kräuter zurück. Auch sowas wie Seife hat sie dabei. Dennoch hat sie Zweifel wie sie ihn hier ohne weitere Mittel die es in einem Heilerhaus gäbe, behandeln soll. Die Hände sind ihr gebunden und sie kann nur versuchen ihn zu stabilisieren und hoffen. Sie stellt den Eimer neben ihm ab und kniet sich zu ihm. Sie starrt ihn förmlich an und man kann sehen wie es in ihrem Kopf zu arbeiten scheint. Auch die anderen mitgebrachten Sachen legt sie neben ihn.

***to be continued***

“Der Scheiß in deinem Kopf” 30. November 2010

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“Der Scheiß in deinem Kopf”

Du sitzt da, lachst mit deinen Freunden, versuchst fröhlich zu sein. Doch im innersten willst du weder lachen noch fröhlichkeit verbreiten. Die Finger die Das Weinglas umschließen, fühlen sich nicht nach deinen an.

Die Beine die dich später zurück zu deinem Auto bringen, scheinen taub. In deinem Kopf dreht es sich, nicht vom Alkohol, sondern das Chaos das zurückgelassen wurde und dich nicht zur Ruhe kommen Läßt.

Daheim siehst du in den Spiegel, versuchst zu lächeln, aber auch das wirkt nicht wie du, eher verzerrt. Tief atmest du durch, eine Hand fährt sachte über deine Stirn.

Langsam, fast wie Marionette, gehst du zu deinem Bett, legst dich hin. Dein Blick geht zur Decke und es rattert in deinem Hirn. Immer und immer wieder spulst du einen Film vor deinen Augen ab, aber das Ende ändert sich nicht, es ist immer das gleiche, bis du einschläfst und einen neuen Tag beginnst, an dem du wie bestellt und nicht abgeholt, irgendwie eine Stunde nach der anderen vergehen läßt.

Du lenkst dich ab, bis du all den Scheiß, der dich nicht mehr dich sein läßt, vergessen hast. Wie heißt es.”Man kann vergessen, aber nicht verzeihen!”

“Mein persönliches Kopfchaos” 23. November 2010

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Kopfchaos, nix geht mehr - mitten in der Nacht  Herzrasen. Gedankenstürme prasseln auf mich ein, verhangene Wolken - Wolkenbrüche.

Gegen den Wind das Gesicht nach Luft ringend. Abends im dunklen an die Decke starrend, mit Regen im Gesicht. Feuchte Augen brennen sich in das kalte Herz. Stumm der Mund sich bewegt.

Sich der Kopf dreht in meinem persönlichen Kopfchaos.

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Der Teufel ist ein Eichhörnchen… 15. November 2010

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Wie fang ich am besten an??? Man wacht eines morgens auf und spürt - heute ist irgendwas anders. Und ja dann stellt sich raus das genau das eintrifft was man nicht erst an dem Morgen schon weiß, sondern schon viel länger. Jedoch kann man mit der Kraft der Verdrängung die eiskalte Wahrheit recht weit vor sich her schieben. So auch gestern morgen. Zack. AUS. Viel mit Grübeln ist dann nicht, denn irgendwie hat man ja schon gewußt was Sache ist, dennoch trifft es einen deswegen nicht weniger Schmerzhaft.

Hach wie ich den Geschmack der Tränen vermisst habe - kleines bißchen Ironie dabei. Was tue ich? Nachdenken wie ich mich am allerbesten ablenken könnte. Das Wetter war grandios, fast schon zu grandios, denn meiner Stimmung nach sollte es eigentlich regnen. Scheiße, kann das Wetter nicht mal das machen was ICH will? Ist ja wiedermal typisch. Andererseits hat es  doch meine Laune recht schnell aufgewertet nachdem ich einer Einladung gefolgt  bin mit nem Roller auf den Horheimer Berg zu fahren.

Nach stundenlangem, recht witzigen Ablenkungs- und Verdrängungsmanövern, war es auch mir nicht mehr möglich doch etwas positives dem Tag abzugewinnen. Meine Freunde sind halt doch die besten die ich habe :-) Hm ich schiel mal kurz nach oben zu meiner Überschrift, ich glaube so langsam sollte ich doch mal erklären was es damit auf sich hat.

ALSO…nachdem ich nun eine weitere gescheiterte Beziehung hinter mir habe und ich mir klar ja doch Gedanken machte, kam ich mit einem Freund darauf - ich weiß nimmer genau wie das zu dem Satz kam - das der Teufel doch ein Einhörnchen ist. Vorab muss ich dazu sagen, das ich diese possierlichen Tierchen ganz gern habe und es ja im Grunde nur so eine Art Vergleich sein sollte. Jetzt gehts aber los.

Da ich meinen Ärger über die Männerwelt irgendwie loswerden musste, habe ich mir einfach das Eichhörnchen als Synonym für die Männer genommen. Der Vergleich mag für manch einen etwas hinken, aber der Spruch besagt halt das auch was niedliches nicht zwingend nur niedlich ist :-) außerdem gibt es ja doch noch ein Happy End, denn nicht alle Männer sind gleich, gell.

In Cooperation mit einem Freund, wohlgemerkt war es ein Mann, entstand also folgende kleine recht amüsante Kurzgeschichte. Da wir ein freies Land sind habe ich mir das Recht herausgenommen, die Namen etwas zu verändern.

****

Dunkel lag die Waldlichtung vor dem Mädchen das mit weit geöffneten Augen wild um sich herum den Kopf drehte. Ihr Herz pochte laut und man konnte die Ader an ihrem Hals pulsieren sehen. Ihr hellbeiges einfach gearbeitetes Kleid hatte sich kurz vorher in Dornen verfangen und große Risse verursacht. Die nackten Beine waren blutig und das Blut selber lockte SIE wahrscheinlich noch umso mehr an. Weizenblonde Haare lagen kreuz und quer auf ihrem Kopf und ein paar Strähnen klebten ihr im Gesicht. Die Tasche die sie dabei hatte lag ein paar 100 meter hinter ihr, sie hatte sie in der Eile einfach fallen gelassen.

Voller Angst schoss es ihr durch den Kopf das sie sich keine Pause gönnen durfte, sie musste auf dem schnellsten Weg das Dorf erreichen, in dem ihre Eltern lebte. Plötzlich hörte sie die fiependen Geräusche und ihr Blick ging hoch zum Himmel als könnte der sie erretten vor der grauenvollen Plage die hinter ihr her war und ihr das Blut und das Leben aussaugen wollten. Wieder diese durchdringenden Geräusche die ihr das Blut in den Adern erneut gefrieren ließen.

Ein Ast knackte links von ihr und auch rechts, oder war es direkt vor ihr? Sie wußte es nicht mehr, das einzige Gefühl was sie verspürte, war Angst. Nackte, panische Angst, die sich um ihr noch junges Herz schloss. Schnell rannte wie weiter und nicht weit hinter ihr konnte sie im Augenwinkel die ersten Angreifer erspähen - EICHHÖRNCHEN.

Es war zu spät sich zu fragen was mit diesen Tierchen passiert sein muss das sie solch eine Energie aufbrachten Jagd auf  jungen Frauen zu machen, ausschließlich nur auf FRAUEN. Hätte sie doch nur auf ihren Vater gehört und den Ort gemieden wo ihre Mutter ums verrecken Blaubeeren sammeln wollte. Wie naiv kann man eigentlich sein zu glauben das diese Wesen ihnen nichts tun würden, wenn man nur freundlich und lieb zu ihnen wäre. Egal, dachte das Mädchen, nun war geschehen was geschehen ist.

Fast wie von selbst ohne weiter darüber nachzudenken rannte sie und sie konnte schon die Lichter des Dorfes von weitem erkennen, als sie eine kleine buschige Tatze mit scharfen Krallen am Bein packte. Laut schrie das Mädchen auf und wollte das pelzige Tier abschütteln, welches wie wild fiepte und sich immer fester in das Bein des Mädchens krallte. Wütend vor Schmerz über dieses fast schon lächerliche kleine Vieh, ballte das sie ihre Faust und schlug auf das Eichhörnchen ein. Es hatte es ja nicht besser verdient, wie du mir so ich dir. Laut quiekte das komische Ding an ihrem Bein auf und viel von ihr ab.

Schreiend, kreischend und weinend rannte das Mädchen zum Ortseingang wo es ihrem Vater, unser späterer Held, in die Arme viel. Denn dieser hatte die Schreie gehört, erst dachte er ja der Met wäre ihm zu Kopf gestiegen, jedoch als er eine seiner Töchter fast bewußtlos, mit zerrissenem Kleid und einem blutenden Bein im Schein der Fackeln sah, wußte er das der Met verdammt schwach war und er ihn das nächste Mal mehr Alkohol zuführen musste.

Unser späterer Held, er war nicht sehr groß, aber von unsäglich stämmiger Natur, gut genährt was man an seinem Metbauch erkennen konnte, dunkelblonde Haare die ein wenig wild auf seinem Kopf lagen. Zu spät bemerkte er das er in einer Art Liebestöter vor die Türe ging, da er schon längst vorgehabt hatte von der Wohnküche in das alte Holzbett zu wanken. Die Verschnürung seiner Beinkleider hing halblebig an ihm herunter, jedoch hielt sie, dass man keine Angst haben musste Dinge zu sehen die nur für sein Weibe gedacht waren.

Wie nun so seine Tochter, also eine seine Töchter, in seinem Armen lag, konnte er erkennen das aus dem nahgelegenen Wald etwas heranzustürmen scheint. Kurzerhand lies er sein geliebtes Mädchen fallen - er meinte es ja nicht böse, aber er musste sich erstmal um die Brut der Eichhörnchen kümmern - welches auch prompt mit dem Gesicht auf die Seite im Matsch liegen blieb. Unser Held, sein Name war - kurz überlegen - Maximus Aurelius Schießmichtot , schwang die Fackel in seiner Hand über seinen Kopf im Kreise, dabei flogen kleine Funken um ihn herum, laut brüllte er die Dorfgemeinschaft zusammen und als diese die Gefahr wahr nahm, schwangen auch die anderen Männer in ihren Hosen, die Fackeln. Das fiepen der scheußlichen Kreaturen wurde leiser.

Maximus lies die Fackel zu Boden fallen, stürmte zu seiner Tochter und schlang seine starken muskulösen Arme um ihren Nacken und bettete sie in seiner Armbeuge. Er überlegte kurz wie er sie aus der Bewußtlosigkeit zurückholen sollte, brauchte aber nicht lange und schrie “Tochter meines vermalledeiten Weibes, das so naiv ist Blaubeeren sammeln gehen zu wollen, wo doch diese blutrünstige und grausame Brut lebte, wach auf!!” zugegeben es war nicht wirklich sehr mitfühlenden,verfehlte aber seine Wirkung in keinster Weise. Als das Mädchen aufwachte, erzählte sie ihrem Vater, unserem baldigen Helden, was passiert war.

Knurrend lief der Held ins Haus zurück, er suchte das Kurzschwert seines Vaters das ihm vor langer Zeit vermacht worden ist und das schon viele schreckliche Schlachten mitgemacht hatte. Schnürte sich seinen Gürtel und den Schwerthalter um die Hüfte. Da er nicht sehr reich war, außer an Kinder, hatte er keine wirkliche Rüstung die ihn von schweren Verletzungen hätte abhalten können, nur ein ebenfalls von seinem Vater vererbte Lederrüstung, schon gut in die Jahre gekommen, hatte er als Schutz. Das musste reichen, schließlich ist er der Held unserer Geschichte.

So zog unser Held aus um die Macht der Eichhörnchen zu brechen, er erledigte viele von Ihnen jedoch ihm war bewußt das er zu den Drahtziehern vordringen musste, denn im vermehren war die Dinger bahnbrechend. Egal wohin er kam, die Menschen erzählten ihm meistens das gleiche…es gab einen Anführer von ganz gemeiner Rasse, etwas größer als seine kleinen Anhänger - das OBIHÖRNCHEN.

Nach einer Schlacht epischen ausmasses kam unser Held Maximus Aurelius Schießmichtot vom blutgetränkten Schlachtfeld zu der Festung des Bösen, wo sein geliebtes Weib im Zauberbann des hinterlistigen Obihörnchens gefangen war und er wußte es gab nur eine Möglichkeit, die Mutter seiner 13 Kinder - Mittelalter, da war das so - zu retten. Er musste sich opfern. Also nahm all seinen Mut zusammen und rammte sich, das von vielen kämpfen schon ziemlich ruinierte Kurzschwert in die Rippen. Unser Held fühlte wie mit seinem Blut auch sein Leben aus ihm herausfloss und mit seinem letzten Atemzug sprach er den Namen seiner Holden aus “Sissi….” Plötzlich und völlig ohne Ankündigung stand das OBIHÖRNCHEN vor ihm und erstrahlte in einer Corona von weißem Licht und sprach “Hab dank edler Bäckersmann - denn unser Held war gelernter Bäcker - du hast mich von meinem Fluch befreit, den ein alter böser Zauberer vor etlichen Jahrhunderten über mich verhing. Als Dank und Belohnung für dein Opfer das du brachtest, schenke ich dir das Leben und deiner Liebe die Freiheit. Mögt ihr auf ewig glücklich sein.”

Der Bann über sein holdes Weib verlor mit einem Lichtblitz seine Wirkung und erlöst stand seine Frau vor dem Helden und viel ihm um den Hals wo sie sich in einem langen und innigen Kuss vereinten. Als die ersten Momente der Freude über die Erlösung der beiden verflogen war, sah das Weib das Kurzschwert neben ihrem Helden und erstach vor Wut und Schmerz über alles das eigentlich nun wieder liebe Obihörnchen. Die Schreckensherrschaft der bösen Eichhörnchen war damit beendet.

Sie lebten noch glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende, bis dahin zeugten sie noch 11 weitere Kinder - war ja normal damals :-) . ENDE

****

Frauen führen eine Beziehung, Männer nehmen dran teil 12. November 2010

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ICH WILL EINE BEDIENUNGSANLEITUNG…ja genau und zwar für EUCH Männer. Je älter ich werde umso mehr werden sie mir ein Rätsel und ganz ehrlich, ich rätsel nicht gerne. Keine Geduld. Obwohl ich eigentlich sehr geduldig bin, das lernt man nämlich wenn man ein kleines Kind hat :-) Jedoch bei den älteren Kindern, so Anfang 30 bis Mitte 30, da steig ich nicht durch.

Ein ganz großes Phänomen ist ja folgendes, ich spiel mal eine Szene durch: Mann interessiert sich für die Frau und fängt an sie zu umwerben. Frau fühlt sich wie immer geschmeichelt und da sie ja auch schon länger interesse hat, läßt sie sich auch gerne umwerben. Beide umkreisen sich wie zwei Fische im Teich die sich umkreisen. Mann fragt sich ” Was denn das für ein Leckerbissen” während Frauchens Gedanken sind.” Könnte er der Mann fürs Leben sein?”

Er fängt ganz klar an, ihr Komplimente zu machen.“Du bist so schön.“ „Ich möchte jeden morgen mit dir genau so aufwachen.“ „So eine Frau wie dich hab ich noch nie kennengelernt.“ Ja ja..Frau schmachtet förmlich dahin. Denn welche Frau kann Komplimenten wiederstehen, selbst wenn sie weiß das die nun wirklich sehr oberflächlich sind zu diesem Zeitpunkt, da er sie ja kaum kennt.

Frau fühlt sich also geschmeichelt und das Ego wächst mit. Sie fängt an sich zu verlieben. Der Sex ist unbeschreiblich und auch sonst scheint sie das Gefühl zu haben das er der richtige zu sein scheint. Sie unterhalten sich viel, scheinen auf eine Wellenlänge zu sein. Frau macht auch dem Mann Komplimente, betüttelt ihn, zieht sich sexy Sachen an. Sie will ja auch interessant bleiben. Sucht aber doch nach einer Weile immer mehr die Nähe zu ihm.

Die anfängliche Liebelei entwickelt sich aus der Sicht der Frau zu mehr. Doch was merkt die Frau? Der Mann hat scheinbar nach ein paar Wochen verlernt Komplimente zu machen, geschweige denn seine Gefühle ihr gegenüber offen zu legen. SELTSAM, denn anfangs ging das doch auch und da hat der Mann die Frau ja quasie kaum gekannt.

Was also ist passiert frage ich mich? Darauf habe ich keine Antwort. Noch nicht jedenfalls.

Nun ich gehe mal weiter. Frau bemerkt das der Mann sich in der Beziehung zu verändern scheint. Hm, verändert er sich wirklich oder lernt sie ihn einfach nur noch besser kennen und entdeckt Seiten die gut und Seiten die weniger gut sind. Was ja normal wäre, denn jeder von uns ist ja ein Individuum und hat seine Persönlichkeit, welche man nie wirklich ganz kennen wird. Auf jeden Fall versucht nun Frau zu ergründen warum er ihr nicht zeigt was er fühlt, da er doch anfangs auch solche Dinge ausdrücken konnte. Frau siniert und siniert, holt sich Ratschläge bei Freundinnen, die jedoch selber in solchen Situationen stecken.

FRAU steckt fest. Nun kann Frau folgende Dinge tun.

1. den Mann einfach mal lassen und warten das er irgendwie wieder die Fähigkeit zurückerlangt seine Gefühle auszudrücken. Dazu braucht es die nötige Geduld und viel viel Einfühlungsvermögen, denn unter Umständen kann man ewig warten.

2. ihn darauf hin weisen das ihr was fehlt und sie es nicht versteht warum es so ist. Nun dazu kann ich nur sagen….bloß nicht. Da trifft man auf echtes unverständnis bei manchen Männern. ich betone „manche“. Zu schnell fühlt sich Mann nämlich kritisiert und dann ist der Ofen schnell aus.

3. ihm sagen was man empfindet und hoffen das er es auch so sieht. Man legt quasie sein innerstes dem Mann offen. GEHT MAL GAR NICHT!!!! Es gibt tatsächlich Männer denen sogar schon ein simples „Ich habe dich lieb.“ zuviel ist.

Wenn jemand noch mehr Optionen hat was Frau tun kann, bin ich dafür voll und ganz offen. Mir fällt jetzt gerade aber keine weitere ein. Lassen wir die Frau die Option Nr.1 wählen, vielleicht mit einer Mischung aus 2. und 3. :-) denn Frau wäre nicht Frau wenn sie nicht Frau wäre.

Ganz klar kann ich hier nicht verallgemeinern und das tue ich auch nicht.

Wir Frauen haben die Fähigkeit immer alles was wir gerne hätten und wie man mit uns umgeht, auf andere zu projezieren. „So ich dir, so du mir“ könnte man sagen. Nur leider passt das meiner Ansicht nach so gar nicht zu manch einem Mann. Die eine oder andere männliche Spezies erkennt das nämlich nicht. Also vergebens müht sich Frau ab. Denn Mann hat ja nicht nur die Fähigkeit verloren nach ein paar Wochen seine Gefühle zu zeigen, nein er kann sie auch nicht mehr annehmen. Schon wieder steht Frau vor einem Rätsel. Hab ich schon erwähnt das ich keine Rätsel mag?

Da gibt es diesen Mann auf Facebook, Christian Sander, unglaublich würde ich sagen. Er erklärt uns Frauen wie wir uns in unseren Beziehungen besser verhalten können. Ist das meine BEDIENUNGSANLEITUNG die ich gerne hätte? Also lese ich mir durch was dieser Mann uns Frauen zu sagen hat und komme zu der Erkenntnis das er tatsächlich uns Frauen was beibringen könnte. Sollte es doch noch Wunder geben????

Jedoch gibt es dann auch noch diesen Dr. Date auf Facebook. Auch sehr interessant. Er hilft wohl den Männern sich besser bei Verabredungen einer Frau zu präsentieren mit einfachen Tricks.

Beides gleichermaßen interessant. Nur, mir wird recht schnell der Unterschied klar.

Herr Sander und Dr. Date sind zwei Welten. Die eine richtet sich an Frauen und die andere an Männer. Frauen wollen eine gut funktionierende Partnerschaft und das am liebsten schon von anfang an. Geprägt von Vertrauen, Zuneigung, Nähe und Verständnis. Sie versuchen authentisch zu bleiben. Die andere Seite richtet sich an Männer. AN MÄNNER ,wie sie so effektiv wie möglich eine Frau rumkriegen und zwar ohne Rücksicht darauf ob er sogar falsche Aussagen macht. Es ist doch egal ob es stimmt was er anfangs erzählt, wichtig scheint zu sein das die Frau ihm auf den Leim geht.

Dr. Date zeigt wie man Frauen abschleppt. Da geht es nichtmal ansatzweise darum eine ernsthafte Beziehung zu führen, sondern lieber prahlen Männer in Foren wie stolz sie sind eine Telefonnummer bekommen zu haben oder vielleicht sogar schon sofort am Ziel, gewisser Dinge angekommen zu sein. Und dann zählt nur noch, soviele Frauen wie möglich. Blut geleckt. Jagdinstinkt geweckt.

Während Frau sich weiter bemüht, läßt Mann auf sich zukommen. Warum auch was tun, wenn Frau doch bereits alles macht. Das der Fehler Ladys. Knackpunkt. Da nutzt uns die ganze Emanzipation nichts. Da werden wir wieder zu Prinzessinnen die den Ritter mit einem weißen Umhang  herbeisehnen.

Und so führt Frau eine Beziehung während Mann dran teil nimmt.

20 Jahre… 4. Oktober 2010

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Jaaaaaaaa was war gestern (03.10.) für ein denkwürdiger Tag. Es ist tatsächlich schon 20 Jahre her, als sich Deutschland wiedervereinigt hat. Man man man, ist das lange her. Der 3. Oktober führt seither immer wieder zu Grundsatzdiskussionen, sei es in der Öffentlichkeit oder bei der kleinen Bevölkerung am Kaffeetisch. Man ist ja leider immernoch dazu geneigt, die Nation der Deutschen in Ost und West zu teilen.

Ich habe diesen Tag mal gemocht, weil es für viele eine Befreiung der DDR-Bürger aus einem diktatorischen Unrechtsstaat. Selber war ich erst 11 Jahre alt als die Mauer gefallen ist und wirklich viel habe ich da nicht mitbekommen. Jedoch hat es für einen kleinen Eindruck gereicht, das ich die Mauer nicht mehr zurückhaben möchte. Warum ich diesen Tag jedoch am liebsten vergessen möchte? Nun, weil es ja leider immernoch Deutsche gibt die laut nach der Mauer rufen. Muss ich das verstehen??? Ich glaube nein. Zu hören das die Ost-Deutschen alles Kommunisten waren und noch immer sind, zu hören “wir” Ossis würden plötzlich die großen Macker darstellen. Konfrontiert zu werden damit das wir nichts sind und nichts können und das wir Schuld sind an vielerlei Mieseren und an dem Soli-Beitrag.

“Wir” sind ja an allem Schuld und die Schublade geht meistens ganz schnell auf wenn man jemanden als einen “Ossi” enttarnt. Scheiße finde ich das. Was sind wir? Menschen. Warum wird das so nix mit einer Einheit? Weil es immernoch Menschen gibt die zu sehr in der Vergangenheit leben, weil es immernoch Menschen gibt die zu wenig darüber wissen, wie es ist in der DDR gelebt zu haben, weil es immernoch Menschen gibt die alle in einen Topf werfen.

Mich nervt es jedes Jahr aufs neue zu sehen, wie sich solche Menschen gegenseitig fertig machen. Es ärgert mich, weil deshalb in den Köpfen kein Wandel stattgefunden hat. Kein Wunder das andere Länder über uns lachen und verspotten und von Deutschen nichts halten. Statt zusammen zuhalten macht man sich fertig, statt wirklich als Einheit dazustehen wünscht man sich altes zurück und am liebsten noch 3 Meter höher. Traurig kann ich dazu nur sagen.

Da weiß ich nicht, als was ich mich fühlen soll. Woher soll ich denn da noch den Stolz nehmen Deutsche zu sein? Ich hätte den Tag gerne gefeiert, mit Freunden und Familie. Haha,  michwürden alle nur doof ankucken und fragen weshalb. Ja weshalb? 20 Jahre sind wir eins, sollten eins sein und sind es doch nicht. Weil in den Köpfen keine Einheit entstanden ist sondern Neid und Missgunst, sogar Hass und Ablehnung.

Ich bin froh über diesen Tag, denn sonst wäre ich nicht da wo ich jetzt bin. Sondern ich würde wohl versuchen über die Grenze mit meinem Sohn zu flüchten, weil ich mit dem System der DDR nicht konform gehen könnte und mich dem Risiko aussetzen, entweder erschossen zu werden oder für lange Zeit hinter Gittern zu landen. Der 9. November, vielleicht sogar der eigentlich wichtigere Tag. Denn dort standen die Menschen oben auf der Mauer und da wollten “ALLE” noch Deutsche sein, jeder aber auch wirklich jeder in ganz Deutschland hat mitgefiebert, mitgeweint und gefeiert. So sollte es heute noch sein und nicht anders.

“Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört.” Zitat von Willy Brandt

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Quatschen bis der Mund weh tut…. 1. Oktober 2010

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Himmel noch eins, woher hat mein Sohn das bloß. Textet mich Abends wirklich bis zur unendlichkeit zu wenn es darum geht, einzuschlafen. Das kann er richtig gut. Da fängt dann jeder Satz an.”Aber Mama ich hab nur noch was kurzes zu sagen.” oder.” geht auch ganz schnell und ist tooooootal wichtig.” “eins hab ich noch Mama, jaaaaaaaaaaa?” Ja mein Sohn sprich dich aus. :-)

Da meine Wohnung nicht gerade sehr groß ist kann mein Sohn locker in seinem Bett sitzen und reden und ich höre es am PC immernoch ohne das er sehr laut sprechen muss. Also, ICH überlege gerade ernsthaft von wem er das hat. Schreibe mit meinem Freund im ICQ und texte ihn regelrecht zu, vielleicht als Ablenkung oder weil ich einfach gerade in Laune bin zu schreiben. Erzähl ihm so von meiner gerade erlebten Situation und irgendwie schreibe ich mehr als er mir antwortet. STOP.

Was läuft da falsch. Ich glaube nicht das ich meinen Liebsten nerve mit den vielen Worten die auf ihn einprasseln. Hoff ich mal :-) Kuss. Eigentlich ist die Antwort ja glasklar woher mein Kind das redseelige hat. Mein kleiner Schatz im Nebenzimmer hat das Plappersyndrom von mir geerbt. Kann ja nur. Mir fällt ein das ein guter Freund von mir mal sagte, ich könnte andere super gut in den Schlaf quatschen. Ein Lehrer meinte nur mal “Dir muss man nach deinem Tod das Mundwerk separat erschlagen.” Danke für die Blumen.

Dabei finde ich gar nicht das ich soviel rede. Hey ich kann auch mal gar nichts sagen, ehrlich. Ich glaube sogar ich halte es mindestens 30min….nein machen wir lieber mal nur 15 min drauß. ODER? Ähm gut ich denke 5 min sollte ich ja schaffen gar nichts zu sagen oder auch nicht zu schreiben. Einfach nur Stille um mich herum. Kein Muh und kein Mäh. Hm, fällt schon etwas schwer. Denn ich tippe immernoch und wenn ich könnte würde ich auch was sagen, aber ich will ja jetzt grad kein Gespräch mehr mit meinem Sohn anfangen und sonst ist keiner da zum reden.

Aber ich glaube auch das ich schon mal ruhig sein kann, beruflich zum Beispiel. Käme ja nicht sehr gut wenn ich nur am reden wäre. Mal überlegen was ich so auf Arbeit mache. Telefonieren mit Kunden, Kundengespräche führen, mit unseren Schreinern wichtige Dinge besprechen. Fiese Plansituationen mit Arbeitskollegen durchsehen und wieder besprechen.

MIST, ich glaube ich kann wirklich nicht den Rand halten. Man kann es natürlich auch von der Seite sehen, sollte ich mal nichts mehr sagen, mich nicht mehr in ein Gespräch versuchen einzubringen. DANN ihr lieben Leut, ist die Kacke so richtig am dampfen. Deshalb bleib ich lieber so redseelig und ich kann nur hoffen das mir nie der Mund weh tut vor lauter geplapper. :-)

Bin ich alt?? 27. September 2010

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DAS glaubst ja wohl selber nicht. ALT??? ICH??? Hallo ich stehe in der Blüte meines Lebens und fange gerade erstmal richtig an aufzudrehen. Kann ja wohl nicht sein, bloß weil der 3er vorne dran steht, ist man doch nicht schon mit einem Bein im Sarg. Ich sehe top aus, zumindest wenn ich meine Schönheitsschlaf hatte und nicht angetrunken von einer Feier heimgekommen bin. :-)

Gut, ich gebe zu, letztens musste ich tatsächlich zum Arzt, weil ich kaum noch gerade laufen konnte und mein Rücken echt geschmerzt hat. Es sah auch sicher nicht sehr jugendlich aus, als ich zum Arzt gehumpelt bin, mit schmerzverzerrtem Gesicht und eine Hand unterstützend am Rücken haltend. Aber ALT…och neee.

Ist schon seltsam mit 16 dachte man über die Ü30 …”Herjee da gehts auch schon bergab.” man hat die damals ältere Generation belächelt und gehofft das einem die Zeit nie einholt. Konnte ja keiner ahnen das es dann plötzlich so schnell geht. Eines Tages wacht man auf, kleine Wehwehchen in den Gelenken, mal die Schulter- mal der Rücken, läuft gedankenverloren ins Bad und schaut unschuldig und nichtsahnend in den Spiegel.”Scheiße.” schaut wieder weg und ungläubig wieder zurück.”Wer zum Henker bist du????”

Ich gebe zu man verkraftet durchzechte Nächte nicht mehr ganz so sportlich wie zu seiner Jugendzeit mit knapp 18 und etwas älter, man wird ein kleines bißchen gemütlicher. Man genießt das Leben ganz anders, ohne Hektik. Man weiß das man doch soooo viel nicht mehr verpasst. Schaut lächelnd auf das “junge” Volk, schaut genauso lächelnd auf die noch etwas “ältere” Generation der 40-45 jährigen. Denkt ja “ach das dauert ja noch bis ich mal so ALT bin.”

Man hat schon ein wenig mehr Erfahrungen und merkt auch das man von diesen weitergeben kann. Aber trotzdem is man nicht alt und auch nicht weiser. Jedoch!!! Mir graut davor eine 4 vorne zu haben. Wenn das sooo schnell geht wie mit der 3, vor der sich jeder fürchtet. Dann Prost Mahlzeit.

Jung - Alt ;-)

Jung - Alt ;-)

Mein Gänsehaut-Song 26. September 2010

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Da brauch ich nicht viel dazu schreiben…wahnsinns-Song mit ganz viel Gänsehaut…und ein paar schöne alte Erinnerungen.

Einfach reinhören…

Still got the blues live

Robert William Gary Moore (* 4. April 1952 in Belfast, Nordirland; † 6. Februar 2011 in Estepona, Spanien) ist ein Rock-Gitarrist, Komponist und Sänger.

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Ganz oder gar nicht… 18. September 2010

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Was bedeutet das denn “Ganz oder gar nicht.” ??? Die Entscheidung mit einem Menschen eine Beziehung einzugehen ohne ihn vorher wirklich gekannt zu haben, da zählt doch das “Ganz oder gar nicht” nicht oder?? Hm…ich frage mich das gerade ab wann gilt es denn?

Man lernt jemanden kennen und man hat ein Gefühl, ich meine nicht Liebe, das einem sagt “hey der Mensch ist interessant, er bringt mich zum Nachdenken, zum Luftholen, zum Lachen, er fordert mich, bezieht mich ein.” das ist für mich ein Zeichen, zu versuchen diesen Menschen in mein Leben zu lassen. Man lernt sich etwas kennen, entwickelt Gefühle und zack ohne es zu wollen ist man Verliebt.

Erst plätschert es vor sich hin, keiner weiß so recht was der andere fühlt, man will  ja auch niemanden bedrängen mit seinen Bekundungen, man haushaltet damit zu sagen was man fühlt. Einer von beiden fühlt meistens auch schon mehr als der andere, aber bloß nicht sagen, gerade männliche Partner könnte man ja damit schnell verschrecken und in die Flucht treiben. Zumindest glaube ich das.

Man ist sich seiner Sache auch noch nicht sicher, keiner will verletzt werden, keiner sich geistig entblößen in dem man zu verstehen gibt das man schon liebt. Himmel, nach ein paar Wochen ist das doch auch schon viel zu früh. Ja das dachte ich auch bis es mir halt doch selber passiert ist. Vertrauen kommt auch ins Spiel, denn man vertraut gerade am Anfang dem anderen Menschen mehr als man möchte. Muss man doch auch sonst kann man es doch auch gleich lassen. Man vertraut das der andere sich nicht doch noch weiter umsieht, den Markt erforscht, man vertraut das man nicht eine von vielen ist oder gar wird.

Fällt mir persönlich sehr schwer. Vertrauen. Doch wie war das ein paar Zeilen weiter oben. “Ganz oder gar nicht.” In einer Beziehung sollte man bereit sein für den, ich  nenne es mal “auserwählten” Partner. Bereit sein sich auf diesen Menschen ganz und gar einzulassen. Ihn wirklich kennenzulernen und ich glaube sogar von Anfang an. Macht man das nur halbherzig, was soll daraus entstehen??? Wohl nicht sehr viel. Liebe auf den ersten Blick, sorry aber das gibt es nicht. Keiner kann sofort wissen das der andere genau das ist was man will. Gefühle entstehen und entwickeln sich wenn man bereit ist sich auf diesen einen Menschen einzulassen. Und ja, auf die Gefahr hin enttäuscht zu werden.

Ganz oder gar nicht

Wer da will der Liebe leben,
Muss sich ganz der Liebe geben,
Sich nicht teilen, nicht zersplittern,
Ganz im Kuss hinüberzittern;
Muss des Herzens ganzes Drängen
Auf des Mundes Spitze zwängen;
Muss nicht denken, rechnen, klügeln,
Sich nicht fesseln oder zügeln;
Muss den Arm nicht ängstlich halten,
Gilt es, Hüften zu umfalten;
Nicht voll Scheu die Hand befühlen,
Gilt’s, im seidnen Haar zu wühlen;
Muss im seligen Versenktsein Unklar,
ob er ist und denkt, sein.

Moritz von Strachwitz (1822-1847)

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8. Die Jagd 12. September 2010

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Die Jagd

Tief in den Wäldern bereiteten sich vier Frauen darauf vor zu Jagen. Nervös schauten sich drei der Wilden gegenseitig an. Kahlen und Sirkka schienen den Ernst der Lage vergessen zu haben was die Frauen noch tiefer im Wald zu erwarten hatte. Da gab es nicht nur Tiere die man mit etwas Übung erlegen konnte, sondern auch Sleens und Raubkatzen, die nur darauf warteten eine von Ihnen zwischen ihre Zähne zu bekommen. Es war außerordentlich Windstill an diesem Tag und man konnte nur vereinzelt ein paar Vögel hören die sich gegenseitig verständigten.

Ratlos standen Kahlan, Sirkka und Tess um die erfahren Jy herum die schon jetzt tief in Gedanken den Boden nach einer Fährte absuchte. Ihre hellen Haare die an Sa-ta-na Korn erinnerten, vielen ihr zusammengebunden über die Schulter. Fast berührte sie mit ihrem Gesicht den Boden, tief gebäugt als sie die noch lernenden Schwestern im Hintergrund witzeln hört. Ihr Blick glitt nach hinten über die Schulter und sie erhob sich leise. Stemmte die Hände in die Hüfte und beobachtet das getue der drei. Ihre Augen verengten sich dabei zu kleinen Sehschlitzen. Fast anmutig stand sie da, groß und muskulös wie fast alle Talunas. Den Bogen hatte sie bereits gezogen und hielt diesen fest in ihrer rechten Hand die normalerweise voll mit Goldschmuck ist. Auch sonst tragen die Wilden Frauen gerne Goldschmuck. Jedoch würde dieser bei der Jagd heute hinderlich sein, deshalb ist alles was klimpert gut verstaut im Lager.

“Also…. wer soll nun wen knuffen?” grinst Kahlan von Sirkka zu Tess.
Tess stand nervös bei ihrer Schwester, die den Eindruck machte das die Frauen einen Spaziergang machen würden und nicht auf die erste Jagd gehen würden. Mit belegter Stimme sagt sie „Ich laufe hinterher sooo leise wei möglich.“ rempelt beim ersten Schritt gegen das Fass, welches donnernd umfällt, da es leer ist. Laut schnauft sie auf und flucht vor sich hin. Schweißnass umklammert sie den Speer, der noch ungewohnt in ihrer Hand liegt. Lange Jahre hatte sie nie eine Waffe tragen müssen, geschweige denn überhaupt auf die Jagd gehen, damit sie überleben konnte. Kurz schweifen ihre Gedanken zurück zu ihrem alten Leben. Sicher und behütet lebte sie bei den Feuerbringern, ein mächtiger Clan, der seine Frauen zu beschützen wußte. Sie erinnert sich an viele Momente der Freude jedoch auch an viele der Trauer.

Ihr fehlte ihre Heilerei. Kurz schließt sie die Augen und läuft in ihren Gedanken durch den kleinen Raum den sie zwar zweckmäßig aber voller Liebe eingerichtet hatte um dort die Verwundeten und Kranken und auch die Sklaven zu behandeln. Das war ihre Bestimmung, sie war eine Heilerin. Leise seufzt sie und sieht zu Sirkka.
Fröhlich neckte Sirkka zu Kahlan herüber. „ Ich knuffe dich natürlich.“ grinste dabei wie ein Honigkuchenpferd.
Leicht rollte Jy mit den Augen und betrachtete die elustre Truppe. „Das kann ja einen Spaß geben.“ flüsterte sie vor sich her, zieht sich ihren Bogen vom Rücken und nimmt einen Pfeil aus dem Köcher.
Sirkka umklammert ihren Speer, trägt ihn dabei jedoch falsch herum. „Hmmmm, aber nicht so fest, ja?“ sagt Kahlan mit einem Blick auf den Speer in Sirkkas Hand.
„Ich bin ganz sanft“ antwortet diese schmunzelnd. Langsam setzt sich Jy in Bewegung und die drei anderen Frauen folgen ihr dabei so leise wie möglich. Sirkka und Kahlan bleiben dabei jedoch leicht zurück und witzeln hinter dem Rücken von Jy weiter herum. Nur Tess sieht sich immer wieder nervös um und vergißt dabei auf den Boden zu achten.
„Halt deine Augen offen Tess, ich hab wenig lust von einem Sleen oder sowas gefressen zu werden die sind nämlich auch auf der Jagd.“ Tess macht große Augen und sagt laut „…Waaaaaaaaaaaaaas Sleen?“
Jy zuckt weiter nach vorne schauend mit der Schulter und murmelt „Naja, ja, kann passieren das wir einen treffen.“

Ihre Blicke gleiten über den Waldboden der voller Spuren zu sein scheint, die Tess jedoch nicht erkennt. Prüfend wandern Jy´s Augen nach vorne. Plötzlich hört sie etwas knacken und zuckt zusammen, wütend dreht sie sich herum und starrt zu Tess. Diese hatte ganz vergessen auf den Boden zu achten und mit jedem Schritt knacksten kleine Zweige und Äste unter ihren Füßen. „Tschuldigung.“ sagte sie betreten und schluckt einen Kloß im Hals herunter. „Pssscht“ zischte Jy sie an und folgte dann weiter der aufgenommenen Spur.

Tess duckt sich leicht und versucht in der Dunkelheit was zu erkennen, murmelt „Ich seh nichts.“ Leise antwortet Jy ihr. „Es ist ja auch dunkel.“ Jeden einzelnen Schritt betonend leise schleichend folgt Tess langsam Jy und versucht weiter vor sich und auf den Seiten durch die Bäume und Büsche, etwas zu erkennen. Mit dem Zeigefinger deutet Jy auf eine Wasserstelle vor sich. Tess jedoch in Gedanken rennt unvorsichtig durch die Verastelung eines Busches und bekommt dann prompt den Ast ins Gesicht. „Auaaaaa…“ jauchzt sie leise auf und sieht dann zu Jy, sich die brennende und nun juckende Wange haltend. „Was?“ folgt der Richtung in die Jy deutet.

„Dort unten ist eine Wasserstelle und ein Wasserfall, wir werden sicher dort auf Tiere treffen die durstig sind.“ flüstert diese leise zu Tess, nicht drauf achtend was die unerfahrene Schwester hinter ihr veranstaltet.
Tess verengt leicht ihre Augen und versucht so etwas zu erkennen, konzentriert sich darauf irgendwas von Wasser zu sehen und prallt gegen die stillstehende Jy. Wieder murmelt sie „Tschuldigung.“wie so oft seid sie mit ihrer Schwester Kahlan auf der Insel gelandet ist. „Pass doch auf.“ knurrt Jy zu Tess und sieht sie böse an. „Also gut wir werden sie umgehen, aber leise und langsam….verstanden?“ leise seufzend wendet sich Jy von Tess ab und heb kurz die Augen zum Himmel um die Götter um Gnade zu flehen.
Schon will sie sich in Bewegung setzen als Tess zu quasseln anfängt an „Gut, umgehen…mhhhh, also was jetzt das Wasser oder die Tiere die da unten sein sollten?“ Fassungslos dreht Jy den Kopf zurück zu Tess die schon etwas grotesk mit ihrem etwas zu langen Speer dasteht als wollten sie gerade auf den Markt gehen und wunderschöne Dinge einkaufen. Kopfschüttelnd und besser nichts sagend dreht sie sich wieder weg und möchte sich abermals in Bewegung setzen als nicht unweit der beiden Talunas sich etwas bewegt. Während Tess noch rätselt was Jy nun meint hat diese schon längst das Tier auf dem Hügel entdeckt und hebt die Hand zu einer Geste das sie still stehen soll. „Pssst, da oben“ deutet sie hinauf auf den Hügel. Ruckartig dreht sich Tess herum und zieht ihren Speer mit sich, nur knapp am Kopf von der Schwester vorbei. Die Lippen aufeinanderpressend kuckt Tess ohne was gemerkt zu haben nach vorne und presst sich an Jy heran. „Wo.“

Diese jedoch hatte die ruckartige Bewegung wahr genommen und konnte gerade noch so den Kopf einziehen, leise flucht sie „Pass doch auf Tess, wir wollen was zu Essen erlegen und bitte nicht mich.“

Leicht weiten sich die Augen von Tess und nervös kichert sie los.
„Ich schleich mich von da hinten an das Tier heran und du von hier, ja?“ deutet mit einer Hand ca. 35 Fuss weiter nach links. „Wo hinten?“ kuckt Tess komisch und wirbelt andersherum, diesmal den Speer vorsichtig nachziehend.

„Na da“ deutet abermals etwas zur Seite an den Hang des Hügels.“
Leise murmelt Tess und blinzelt mit den Augen, nickt dann einfach “Ich weiß immernoch nicht wo, sieht doch alles gleich hieraus.” und beschließt einfach stehen zu bleiben..
Kaum hatte Jy das gesagt war sie schon aus dem Augenwinkel verschwunden und Tess reckt ihren Kopf hin und her, nervös auf der Unterlippe kauend. Der Speer in ihren Händen kommt ihr leicht unwirklich vor und auch ihre ganze Wesensart hat nichts einer Jägerin an sich. Leicht wirkt sie fehl am Platze wenn man sie wie ein Tier beobachtet hätte.

Leise fängt sie an auf der Stelle zu tippeln und ihr Körper geht in jede erdenklich Bewegung über nur nicht in der einer Taluna auf Beutezug. Eine Hand wandert aufgeregt in den Schritt und leise, in der Hoffnung Jy würde sie hören, flüstert sie in den Wald. „Ich muss mal.“

Jy jedoch kann sie beiweiten nicht hören. Lautlos schleicht sie diese näher an das Tier, noch von den Ästen tiefwachsender Bäume und Sträucher versteckt. Geschickt greift sie sich einen Pfeil aus dem Köcher. Ein einfacher aus Holz geschnitzt mit einer Holzspitze. Eisen in den Wäldern wäre zu wertvoll und dazu müsste sie immer wieder in die Nähe eines Handelspostens reisen was zusätzliche Gefahr und auch zusätzlich unnötige Kosten wären. Sie spannt mit zwei Fingern den Pfeil an der Sehne und zieht diese an sich heran, der linke Arm gestreckt lassend. Jeden Muskel in ihren Armen muss sie spannen, versuchend ruhig bleiben, das Tier im Visier behaltend.
Kurz schaut sie auf die Seite wo nun auch Tess mit ihrem Speer stehen sollte. Flucht als sie diese nicht sieht und entspannt ihren Bogen. Leise rückwärts gehend huscht sie zurück zu der Stelle wo sie Tess als letztes sah.
Tess huscht schnell hinter einen Baum und legt den Speer zu Boden. Hockt sich hin und läßt es einfach laufen..”AHHHHHHHH viel besser.”

***to be continued***

7. Schreiberling Carter trifft auf die wilden Frauen… 12. September 2010

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7 – Schreiberling Carter trifft auf die wilden Frauen

Vila starrt in das schillernde Wasser und sinniert vor sich her. Ihre Gedanken schweifen zu den beiden Neuen und was sie noch alles würden lernen müssen. Ihre Lippen umspielt ein feines Lächeln als sie kurz die Bilder der beiden im Bau befindlichen Bögen vor Augen sieht. Tess würde wohl einen weiteren Versuch starten müssen, dessen war sie sich fast sicher. Kay hingegen würde sicher bald ihre ersten Pfeile von der Sehne springen lassen können. Sie atmet tief durch und schaut zum Himmel auf. Sie würden Schießübungen machen müssen und dafür wäre ein Ziel nicht schlecht, die Jägerin nickt zu sich, bevor ihr Blick zu allen Seiten schweift. Aber worauf?
Langsam und auch vorsichtig nähert sich Tess der noch ihr fremden Jägerin und sieht ein lächeln in ihrem Gesicht, erleichtert atmet sie auf und erwiedert es dennoch mit einem zögern.

“Tal Tess.” Vila spricht weiter noch in Gedanken..”Wir brauchen so etwas wie eine Zielscheibe.” die Hand von Vila streift über ihren eigenen Bogen der aus einem gut gewachsenen Birkenholz gearbeitet ist und der bereits gebrauchsspuren aufweist. Sie streift über ihn als würde sie den Bogen liebkosen und ihre Fingerkuppen gleiten über das Holz und erfasst jede Unebenheit.
Mit unendlich langsamen Bewegungen setzt sich Tess in ihren bereits stark zerschlissenem Kleid, das als solches schon nicht mehr zu erkennen ist, zu Vila und schnappt ihre laut ausgesprochenen Gedanken auf.” Eine Zielscheibe? Zum üben?” neugierig und jetzt offen sieht sie zu Vila. “Nun, einen Bogen zu besitzen ist das eine.” schnell beendet Tess den Satz der Jägerin. “Stimmt man sollte auch treffen.” Lächelnd nickt Vila zu der neuen und redet weiter fast schon zu sich selber “Vielleicht einen der alten abgestorbenen Stämme, wenn man den in der Mitte durchtrennt und vielleicht mit Gras einreibt in Ringform.”

Tess seufzt auf, ihr Blick geht zu der Hütte wo ihr noch nicht mal ansatzweise fertiger Baumstamm der mal einen Bogen geben soll, steht “Da fällt mir ein ich muß heute  meinen Bogen gescheit anfangen. Ich habe schon viel zu viel zeit verloren und ich hoffe solange reicht einer der Speere die wir hier haben. ” weiter führt sie die Geschichte mit ihrem Bogen nicht aus und siniert mit Vila wegen der Zielscheibe.”Man kann auch ein frisches Stück Holz und etwas altes verbranntes Holz nehmen, zeichnet mit dem was dann Kohle ist einen Kreis.” Das Gesicht hellt sich bei den Worten von Tess auf und überrascht sagt sie. “Ein guter Einfall. Man müßte nur noch einen gescheiten Stumpf finden. Vila dreht und wendet dann ihren Kopf, in der Hoffnung vielleicht über einen Baumstumpf mit den Augen zu stolpern
Abwesend jetzt greift Tess mit einer Hand in das Gras und rupft etwas davon aus.

Plötzlich erahnt die Jägerin mit ihren antrainierten Sinnen und Instinken etwas blaues in einem der Bäume verschwinden zu sehen und kneift die Augen zusammen. “Sage mal..” murmelt leise “… kann es sein, daß wir beobachtet werden?”
Tess bereits von Hunger geplagt stopft sich dann ein paar Grashalme in den Mund und schaut sich kauend  um, summt leise vor sich hin und ist lang nicht so aufmerksam wie Vila. Sieht sie dann mit einem merkwürdigen Gesichtsausdruck an.”Wir werden beobachtet?” Leicht zuckt die Jägerin mit der Schulter doch die Anspannung ist ihr noch weiter ins Gesicht geschrieben. “Vielleicht hab ich mir das auch nur eingebildet.” Wieder nimmt sie eine Bewegung in den Büschen wahr und ihre Hand zuckt zum Bogen. “Da!” Tess hört auf mit kauen und spuckt das Gras auf den Boden aus. Blinzelt von links nach rechts schauend, erstarrt dann als sie jemanden rennen sieht und stößt Vila an. Abrupt springt sie auf, ihr Atem geht hektischer “Ich hab es auch gesehen.” Vila erhebt sich um einiges leiser und behendiger als Tess
“Du rechts um den Baum und ich gehe links rum.” gibt sie ihr eine kurze Anweisung.

Carter  drückt vorsichtig einen Ast zur Seite um mehr sehen zu können. Flucht leise als er der Ast etwas nachgibt und knackt, schnell verkriecht sich der Schreiber tiefer zurück in das Gebüsch.
Vila hastet auf leisen, nackten Füssen zu dem nächsten Baum und drückt sich gegen dessen Stamm. Vorsichtig schaut sie um den Baum herum, ihr Atem geht stoßweise und innerlich verflucht sie sich für ihren erhöhten Pulsschlag. Schnell macht dann einen Satz zur Seite und aus der Deckung heraus, als der Panther, der hier auf der Insel herumstreunt, so nah von hinten an sie herankommt. Vila bleibt der Länge nach dicht auf den Waldboden gepreßt liegen. Den Atem anhaltend tastet sie die Umgebung mit ihren Augen ab.Tess schleicht sich um den Baum herum und wieder nimmt sie eine Bewegung war. Ihre Schritte sind wesentlich lauter als die von der geübten, erfahrenen Jägerin und nicht mal einem unerfahrenen Schreiber konnten die Geräusche die sie machte, verborgen bleiben.
Sie spannt alle Muskeln an, versucht was zu erkennen und sieht etwas blaues verschwinden. Greift schnell einen Ast der am Boden liegt und fuchtelt damit rum. Sie atmet schwer und hört wie Vila wohl aus ihrer Deckung kommt, geht näher an die Stelle wo sie was sah und stößt den Ast mit der spitzen Seite kraftvoll in den Boden.

Indess ein paar Horts weiter. Carter schaut vorsichtig durch das Dickicht auf den See und zuckt zusammen als er die beiden Frauen nicht mehr sehen kann. Hektisch sieht er sich um, versucht so gut es geht die Umgebung zu erfassen. Sucht in seinem Mantel nach seinem Pergament und einer Feder und beginnt etwas aufzuschreiben. Nervös und leicht krakelig fliegt er mit der Feder über das leicht zerknitterte Pergament. Carter Silversmith zuckt zusammen und stößt einen unterdrückten Schrei aus als ihn der Ast trifft.
Tess ihr Herz schlägt laut bis zum Hals und ihre Augenweiten sich vor Angst. Sie spürt etwas das gegen den Ast stößt und presst die Hand auf den Mund. Springt zurück was dazu führt das sie auf andere umliegenden Äste stolpert.
Vila indess zuckt zusammen bei dem gedämpften Schrei und beißt die Zähne zusammen, keine Angst zeigen - nicht in der nähe des Panthers.
Mit nicht weniger Angst als die beiden Frauen versucht der Schreiber sich nicht zu bewegen, hält so still er kann, sein Verstand rast als er nach Fluchtwegen sucht.
Vila Davi horcht auf als sie das Knacken im Unterholz hört und donnert ihr Gesicht in den Waldboden. “Bitte laß das nicht Tess gewesen sein,” murmelt sie leise in das Gras hinein, wie ein Stoßgebet zu den Priesterkönigen.
Tess umklammert mit ihrer Hand den Ast und ihr Körper zittert leicht. Das Adrenalin steigert ihre Wahrnemung und wieder stößt sie den Ast in die Verzweigelung der Äste des Baumes. Abermals zuckt sie zurück und macht einen satz nach hinten. Diesmal darauf achtend nicht irgendwo geräuschvoll drauf zu treten.
Carter Silversmith stürzt nach vorne durch das Dickicht, stolpert und blickt sich hektisch um. Heftig zitternd betrachtet er das Astwerk.
Leise aufschreiend sieht Tess den Mann aus dem Gebüsch herausrennen. Erstarrt zu einer Eissäule und überlegt in sekundenbruchteilen fieberhaft was sie tun soll. Schnell entscheidet sie sich zurück in das Gebüsch zu flüchten.Vila flucht “hau ab!”  greift eine rumliegende Eichel und wirft sie auf das kleine Tier, das ihre nackten Füße streift.
Schnell löst der unerfahrene Mann seinen Gladius mit zitternden Händen aus dem Gürtel, betrachtet das Gebüsch, sieht über seine Schultern, Angst in seinen Augen und leise Flüche auf sich selbst und seine Neugier auf den Lippen. Er wirft nervöse Blicke aufdie Hütten, auf das Boot hinter sich, auf die Büsche um sich herum, fühlt sich beobachtet, greift dann an die Schriftrolle mit seinen Aufzeichnungen und realisiert das er die hat fallen gelassen. Er flucht wieder leise und geht vorsichtig auf sein Versteck zu.

Tess spitzt die Ohren und hört wie Vila wohl leise zu fluchen scheint. Immernoch den Ast in der Hand haltend überlegt sie was sie nun tun soll. Sie beobachtet aus ihrem Versteck den Mann.
Schnell  rappelt sich Vila vom Waldboden auf und drückt sich wieder gegen den Baumstamm, erst dann wagt sie vorsichtig um diesen herum zu schauen nach dem eigentlichen Eindringling. Erschrocken zieht sie scharf die Luft ein als der Mann tatsächlich näher tritt, noch dazu mit einem gezogenen Gladius in der Hand. Ihre Finger suchen den vertrauten Bogen auf dem Rücken. Leicht flattern ihre Hände als sie sich fest um das Holz schließen um einen ihrer beiden letzten Pfeile auf die Sehne zu legen. Tess hört  ein Geräusch vor sich und versucht irgendwie Vila ausfindig zu machen. Leise ruft sie “Vila bist du da?”

Carter Silversmith wird bleich als er eine leise Stimme hört, die Hände schließen sich wieder um sein Gladius.
Tess rutscht immer weiter nach hinten und greift irgendwie zu ihrem Speer hält ihn dann noch etwas unbeholfen vor sich an ihremKörper gezogen. Ihr Handflächen sind nass vor Schweiß und immer wieder umgreift sie den Speer neu da er aus ihrer Hand zu gleiten droht. Sie schluckt trocken und weicht weiter zurück. Sie kann ihn förmlich riechen. Immer wieder einen schritt nach dem anderen setzend geht sie Rückwärts. Schaut sich hektisch um und sieht dann Vila. “Dreimal verflucht. was macht die da?” stößt Vila leise aus, als sie Tess’s Ruf vernimmt. Beißt sich hart auf die Unterlippe und hebt den Bogen auf das Gestrüpp, in welchem der Mann gerade verschwand.
Carter steht vorsichtig wieder auf, das Gladius auf das Gebüsch gerichtet, seine Augen ängstlich. Die linke Hand drückt er auf die Schriftrolle unter seiner Kleidung als könnte er diese so schützen. Schnell wirft einen nervösen Blick über seine Schulter, ruft mit brüchiger Stimme ins Gebüsch “Verschwindet ich…bin keine Ge… Ich bin bewaffnet!” korrigiert er sich.
Vila ’s Blick fliegt von der Bewegung des Mannes zu dem Gebüsch, aus welchem sie gerade noch Tessa hörte. Ein Anflug von Panik um die noch unerfahrene Neue erfaßt sie. Sie senkt den Bogen, richtet ihn auf den Waldboden etwa dort, wo der Mann sein müßte. Tief holt sie Luft, hält den Atem dann an, zählt mit geschlossenen Augen bis 3, um ihren Pulsschlag zu beruhigen und dann…sirrend schwirrt der Pfeil von der Sehne. Tess deutet mit der Speerspitze zu dem Gebüsch.  Hört dann die Stimme des Mannes, die tief und noch bedrohlich in ihren Ohren klang, weiter weicht sie zurück. Tess hört einen Pfeil an sich vorbeizischen und duckt sich schnell. Starrt nach hinten zu Vila und rennt dann panisch an ihre Seite. Nicht fähig auch nur einen Ton von sich zu geben.
Zitternt sieht Carter auf, als der Pfeil den Boden da trifft wo er eben noch gelegen hat, sein Blick wird panisch - andererseits - er lehnt sich vor, versucht den Pfeil aus dem Boden zu ziehen.

Die Jägerin Vila atmet noch einmal tief durch und schluckt schwer, dann spricht sie laut und hofft darauf, daß ihre Stimme fest und entschlossen klingt: “Keinen Schritt weiter, Fremder!”
Carter Silversmith zittert und bewegt sich nicht mehr, einen begehrlichen Blick auf den fremdartigen Pfeil gerichtet, schaut zu der Stelle wo die Stimme her kam “Ich … Ich bin nicht alleine…”
Tess blinzelt zu Vila und wartet ab was nun passiert. Sie weiß nur das der Mann dort eine Bedrohung ist, egal was er ist und ob er kämpfen kann oder einfach nur ein Gladius hat um sich zu verteidigen wenn es sein muß. Sie versucht so leise wie möglich zu atmen um jede Bewegung die er gerade macht zu hören. Immernoch mit Panik in der Stimme hört sie erschrocken seine Worte und flüstert zu Vila “Er ist nicht alleine” hektisch schaut sie sich um ob noch mehr zu erspähen sind.
Carter Silversmith hebt vorsichtig sein Gladius an um seiner Aussage nachdruck zu verleihen.
“Nicht alleine.” hallen die Worte des Fremden in ihrem Kopf wider. Aber hatte sie eine Wahl? Ihre rechte Hand eilt wieder zu ihrem Köcher hinauf. Ein frustriertes Seufzen entrinnt ihr ungewollt, als sie spürt, daß dies ihr letzter Pfeil war. Sie schüttelt den Kopf, wie um die vielen Gedanken abzuschütteln und legt den Pfeil erneut auf die Sehne. Den Bogen schützend vor ihrem Leib gehoben und in die Richtung zielend, aus der die Stimme kam, tritt sie aus ihrem Versteck auf den Fremden zu.
Der Mann reisst die Augen auf als er die Frau sieht mit dem Bogen, kurz darauf auch die zweite mit dem Speer bedrohlich in seine Richtung schwingend. Seine Gedanken rasen - er schaut auf den Pfeil im Bogen, beisst sich auf die Lippe, hält sein Schwert unsicher in die Richtung der Frauen und versucht mit der linken Hand den Pfeil aus dem Boden zu ziehen.
Tess zittert und Schweiß bildet sich auf ihrer Stirn. Dennoch schaut sie mit vesuchend bösen Blick zu dem Mann. Dreht sich leicht zur Seite als wieder dieser Larl bedrohlich näher kommt und flucht laut auf. Blinzelt zu Vila und ist froh das das Tier sich dann wieder entfernt.
Scharf richtet Vila ihre Worte in Richtung des Mannes “Leg das nieder!” ihre Augen blitzen kurz kalt - zumindest hofft sie dies - auf das Gladius in der Hand des Mannes. Ihre Hände heben kurz leicht den Bogen, um ihren Worten Gewicht zu verleihen.
Carter  versucht selbstsicher zu schauen, zuckt aber zusammen als er die Stimme der Frau hört und lässt das Gladius fallen. Es gräbt sich fast schon sanft in den weichen fruchtbaren Boden und das hohe Gras verbirgt das Kurzschwert, nur ein Blitzen in der Sonne läßt erahnen wo es steckt. Er birgt den Pfeil dicht an sich und schaut sich hektisch um.
Tess atmet schwer ringend nach luft. auch sie hofft das der Mann nicht merkt wie unsicher sie ist und hebt auch ebenfalls das Speer noch ein wenig mehr in die Luft. Jedoch bringt sie weiterhin keinen Ton heraus. Denn der würde sie verrraten welche Angst in ihr mitschwingt.
Vila nickt leicht und gesteht sich zu, einmal durchzuatmen. Ihr Griff um den Bogen lockert sich kaum merklich, aber ihre Muskeln sind weiterhin angespannt. Auf dem Sprung, wie ein Raubtier. “Drei Schritte zurück” sagt sie mit leiser, aber recht schneidender Stimme.
Carter Silversmith schließt die Augen versucht seinen Mut zu sammeln. “Tal… ich …bin… Gelehrter”, während er vorsichtig zurückgeht.   Er wirft einen Blick auf den Pfeil in der Hand, ein Leuchten in seinen Augen. “Ihr sprecht unsere Sprache? Bemerkenswert…”

Vila hebt dann den Bogen und zielt direkt auf den empfindsamsten Punkt eines jeden Mannes während sie leise zu Tessa raunt “Schnell, die Waffe.” Etwas erschrocken sieht Tess zu Vila jedoch geht sie sofort in die Richtung des Mannes und dorthin wo er das Gladius fallen ließ. Kurz vor ihm bleibt sie mit Herzklopfen stehen, den Speer drohend auf ihn gerichtet und die Spitze zuckt leicht vor und zurück. Langsam und zitternd, aber zielstrebig gleitet ihre Hand zu dem Schwert und sie hebt es, den Blick nicht vom ihm abwendend, auf. Erst dann weicht sie von ihm ab. Vila rollt kurz mit den Augen als Tess ihr direkt in die Schußbahn läuft, sie würde ihr noch einiges beibringen müssen. Mühsam schluckt sie den inneren Ärger über solch Unachtsamkeit herunter und mustert den Mann.
Carter Silversmith betrachtet die Frauen mit funkelnden Augen, sein Gehirn rast.
Tess mustert den Mann mit großen Augen während sie das Schwert zu Vila bringt. Bleibt neben ihr stehen und hält es in der Hand. Schwer ist es und es scheint guter Stahl zu sein. Sie wirft es neben sich zu Boden als das Gewicht ihr dann doch etwas zu schwer wird und schaut dann wieder zu dem Mann, der sagt er wäre ein Gelehrter. Sie kennt Gelehrte und weiß das er die Wahrheit spricht sollte seine Farbe der Kleidung auch wirklich seinen Stand entsprechen und er kein Betrüger ist.

Vila tritt einen Schritt bei Seite, um geraden Blick auf die Gefahr zu haben. Wieder hebt und senkt sich ihre Brust stark, als sie tief durchatmet: “Leg dich hin, Gelehrter, den Bauch auf den Boden.”
Carter Silversmith sticht den Pfeil durch seinen Mantel um die Hände frei zu haben und streckt die Hände aus , die Handflächen geöffnet “Hört zu… es gibt keinen Grund das eskalieren zu lassen…” fest beisst er sich auf die Lippen “Hört… zu, ihr habt mein Gladius… es gibt kinen Grund das hier weiter zu …ihr wisst schon…” Er schluckt und denkt an die Gräber… “Mich Euren Göttern zu opfern wäre sicherlich keine gute Idee” Tess schüttelt energisch den Kopf. Blinzelt immer wieder zu dem Mann und wieder hebt sie drohend mit lauten Atemgeräuschen den Speer hoch.. “Na los! ” sagt sie nun doch.
Verwundert über die Worte des Mannes schaut sie zu Vila. Sagt aber nichts weiter dazu und geht zwei Schritte weiter nach rechts. Drohend wie eine Katze. Nicht wie ein unbeholfener Bosk wie anfangs bewegt sie sich und verharrt dann in ihrer Bewegung.
Vila blinzelt irritiert und wirft kurz einen Blick zu Tessa. in ihrem Kopf überschlagen sich ihre Gedanken: “Unseren Göttern?” flüstert sie fast tonlos. Dann gleiten ihre Augen kurz zum Himmel, wo in dieser Nacht die Monde voll und rund erstrahlen werden. “Vollmond” meint sie dann schlicht, dieses mal laut und deutlich, damit der Fremde es sicher hören kann. Tess zuckt unwillkürlich mit der Schulter als Vila sie anschaut. Hat sie doch amwenigsten Ahnung von den geflogenheiten der Wilden. Sieht ihn ein paar Schritte laufen und schwingt den Speer auf die andere Seite, hebt es weiter drohend in seine Richtung. Schnell geht sie ein paar Schritt nach rechts und schneidet ihm den Weg zum Boot damit ab.
Carter Silversmith macht einen vorsichtigen Schritt in Richtung des rettenden Wassers und redet einfach weiter “Vollmond, ja sicherlich eine gute Idee um da zu opfern, aber seht ihr, ich gehöre zu einer anderen Kultur und wir… nun, wir opfern niemanden und…” Er verflucht sich selber als seine Stimme immer schriller wird und dann versagt.  ”STOP!” ertönt schrillt die Stimme von Vila durch den Wald.

Der Gelehrte schließt die Augen und hält inne, zittert jetzt leicht “Können wir das nicht irgendwie klären?”wirft einen hilfesuchenden Blick zu der Frau mit dem Speer.
“Gelehrter” ihre Stimme klingt verächtlich “dann werden wir dich unsere Kultur mal lehren. HINLEGEN!”
Tess runzelt leicht die Stirn als sie seinen Blick auf sich ruhen sieht und sagt laut drohend ..”Leg dich jetzt hin Gelehrter” zuckt kurz mit dem Speer in seine Richtung als würde sie zielen wollen, behält ihn aber fest in ihrer Hand. Er seufzt leise, geht dann runter auf seine Knie und legt sich flach auf den Boden, nicht ohne zu kontrollieren ob sein Schreibzeug da ist wo es sein soll.
Tess sucht halt auf dem weichen Untergrund und gräbt ihre Zehenspitzen in das Gras um mehr Kraft aufwenden zu können, wenn sie den Speer in die Richtung des Mannes doch noch nutzen muß. Nervös wartet sie. Nickt dann zu sich selber als sie sieht das er Vila folge leistet und sich hinlegt. Vila läßt den Bogen leicht sinken als er ihren Anweisungen folge leistet, geht dann mit langsamen vorsichtigen Schritten auf den Mann zu. Fieberhaft überegt Carter nach einem Ausweg aus dieser Situation die er mit seiner eigenen Neugierde geschaffen hatte und bewegt sich nach möglichkeit nicht. Vila  hält den aus dieser kurzen Entfernung tödlichen Pfeil auf den Mann gerichtet und blickt zu Tess, nickt ihr zu, näher zu kommen. Diese tastet sich Schritt für Schritt nach vorne. Bleibt dann direkt neben ihm stehen und stupst ihn mit dem Fuss leicht an. Hebt weiter drohend ihren Speer in seine Richtung und dann direkt vor sein Gesicht das leicht zur Seite liegt.

Die Augen der erfahrenen Jägerin schweifen fieberhaft suchend an sich selbst herunter, dann über die nähere Umgebung, schließlich bleibt ihr Blick an Tessa’s ledernem Haarriemen hängen. Kurz deutet sie auf die Lederbänder: “Seine Hände, binde seine Hände!”
Leise seufzt er “Das wird nicht nötig sein, wirklich nicht - ich.. komme auch freiwillig mit”
Tess nickt und schiebt sich den Speer über ihren Rücken zurück in die Halterung. Greift dann in ihr Haar, schüttelt es leicht auf auch wenn es hier in der Wildnis keinen Sinn macht sich so darzustellen und löst die Lederriemen darin die lang genug sein sollten, den Mann zu binden. Kniet sich dann neben ihn und faucht leise drohend “Wehe du bewegst dich.”
Vila indess knurrt leise “ich traue keinem deines Geschlechts, Fremder” Carter lacht leise hysterisch “Nun, DAS beruht wohl gerade auf Gegenseitigkeit”.  Tess kniet sich mit ihren Beinen leicht auf den Rücken des Mannes und zieht seine Hände nach hinten. Überkreuzt seine Arme und Hände. Fängt an den ersten Lederriemen um das Handgelenkt zu schlingen. Die Eigenschaft des Leders kommt ihr zuhilfe und sie kann es fest um die Gelenke schnüren. Vila tritt langsam um den Mann herum bis sie an seinem Kopfende stehen bleibt. Noch immer schwebt der Pfeil wie eine Todeswarnung in ihrem Bogen in ihren Händen. Kurz muss sie bei seinen Worten schief grinsen. Carter Silversmith verzieht den Mund schmerzhaft “Mädchen, nicht so feste… das ist nun wirklich unnötig”
Tess macht konzentriert, aber denn Mann beobachtend einen dreifachen goreanischen knoten. Erinnert sich kurz wie sie es füher schon getan hat als sie Gefangene hatte und überprüft nochmal ob der Knoten auch fest genug sitzt. Auf seine Worte hin drückt sie ihr Knie noch fester in seinen Rücken und murrt “Ruhe jetzt.” Vila beobachtet Tess ruhig, jeden ihrer Handgriffe. Wer hätte gedacht, daß dieses Stadtkind so gut darum weiß, einen Mann zu fesseln ?

Carter  schaut hoch “Oder was? Ich werde gefesselt und mit Waffen bedroht? Hör zu, Mädchen, das hier ist… doch ein Ärgernis für uns alle”
er versucht jedoch ruhig zu bleiben, spürt jeden ihrer Handriffe. Wer hätte gedacht, dass diese Wilde im Wald so gut darum weiß, einen Mann zu fesseln. Tess blitzt ihn kurz an und nimmt den zweiten Lederriemen, bindet ihn ebenfalls zur Sicherheit noch um seine Handgelenke zieht ihn fest zu und macht auch hier einen dreifachen goreanischen Knoten. Kurz muss sie an Cry denken, der ihr soviel zeigte und seufzt leise. Überprüft den Knoten abermals. Versucht dann probeweise einen Finger zwischen seinem Handgelenk und dem Lederriemen zu schieben, falls er seine Muskeln angespannt hat um die Riemen locker zu halten, das er sich nachher befreien kann. Steht dann langsam auf als sie zufrieden ist und blickt zu Vila.
Vila entspannt langsam den Bogen und verstaut den Pfeil wieder im Köcher. Hockt sie sich vor den Fremden und greift in seine kurzen dunklen Haare. Carter Silversmith versucht verzweifelt an das kleine Messerchen zu kommen mit denen er seine Federkiele anschneidet, aber ohne Erfolg - als er den Griff an seinen Haaren spürt seufzt er leise. “Nicht meine Kopfhaut…Ich habe davon gelesen…”
Sie greift in die vollen Haare und versucht seinen Kopf in den Nacken zu ziehen, damit sie nun aus der Nähe in sein Gesicht blicken kann. Tess zieht wieder ihren Speer vom Rücken und hebt es vor sich haltend.
Er röchelt leise und bemüht sich möglichst harmlos zu schauen…spricht mit etwas angespannter Stimme “Ich … wir könnten uns möglicherweise helfen… ich will mit Eurer Anführerin sprechen, du weißt schon, der Frau mit dem grünen Kleid….”
“So so, Gelehrter also? ” schaut fragend zu Tess auf bei seinen Worten, da sie sofort sie vermutete “warum schleichst du hier rum?”
Tess hebt abwehrend die Hände nach oben.”Ich bins nicht..keine ahnung.” sagt dann weiter “Er trägt blau, er scheint ein Schreiber zu sein”
Schnell nickt Carter “Ich … ahem, beobachte euch seit einiger Zeit… Eine Frau mit einem grünen Kleid und Federn in den Haaren - ist das nicht Eure Anführerin?” Vila steht auf, die Brauen angehoben: “du beobachtest uns schon länger?” ihre Stimme wird schriller von Wort zu Wort. Carter Silversmith lächelt schuldbewußt “Nun, es ist nicht so das diese Insel hier nicht leicht zu erkunden gewesen wäre…”
Tess schaut nun auch erschrocken. Murmelt die worte “seit einiger Zeit” blickt zu Vila und schnauft ein und aus.
Unwirsch sagt Vila: “Was weißt du? Und was hast du deinen Spießgesellen erzählt? Gelehrter, pah. Einer wie der andere.” schnauft wütend. ”Willst du dir einen Namen machen? Ist es das?” neigt sich zu dem Mann herunter und zischt “Nicht auf kosten meiner Schwestern!”

Carter Silversmith zuckt mit den Schultern “Ich bin ein Kartograph und…Was? Spießgesellen?” Carter Silversmith versucht zu lächeln “Es gibt… keine Spießgesellen, zumindest … noch nicht… Was? einen Namen? Warum sollte ich mir einen Namen machen wollen mit Euch?”
“Männer, einer wie der andere!” speit dann knapp neben ihm auf den Waldboden. “Ich glaube ich habe meinem Onkel unrecht getan als ich ihn “grob übersimplifizierend” genannt habe, da kannte ich dich noch nicht, Mädchen” sagte Carter schon fast überheblich.
Tess seufzt als sie hört was er ist und muß unweigerlich an Lary denken. Verwirft die Erinnerung und sieht nur noch eine Gefahr auf dem Boden liegen. Sie mustert ihn einen Moment und kann dann das Messer sehen das er noch mit sich trägt. Geht auf ihn zu und zuppelt dann an ihm herum. Nimmt ihm schnell das Messer ab und weicht dann wieder zurück. Vila wiederholt leise: “übersim… was?” schüttelt den Kopf und schaut fragend zu Tessa: “Was willst du mit ihm machen?”

Carter Silversmith stöhnt leise “Übersimplifizierend… gibt es hier keine Lehrer? Ihr sprecht doch unsere Sprache!”
Erstaunt über die Worte von Vila sieht Tess zu ihr “ICH, was ich mit ihm machen will? Wir können ihn ja nicht wieder gehenlassen. Er hat uns gesehen.” Er legt den Kopf wieder in den Dreck und atmet durch “Aber sicher könnt ihr das… hört zu, wenn ihr Angst habt das jemand die Insel entdeckt - vielleicht könnten wir da einen… Handel abschließen?”
“Gesehen und beobachtet” murmelt die ältere Jägerin vor sich her, lauter sagt sie dann an den Schreiber direkt gerichtet mit einem drohen in der Stimme “der da wäre?” Tess runzelt die Stirn und fragt sich was der Mann vorhat “Ein Handel mit dem da? Ich persönlich traue ihm nicht. “stupft mit der Speerspitze gegen den Mann.
Der Schreiber dreht den Kopf und schaut sie mit dreckverschmiertem Gesicht an, die Angst aus seiner Stimme ist einem fiebrigen Eifer gewichen “Ich habe ein Steinfragment aus den Sümpfen beim Delta des Vosk und ich analysiere seit einiger Zeit die Schriftzeichen darauf. Ein komparativer Vergleich mit der Sklavensprache war bislang nicht zielführend, aber ich habe die Dolmen gesehen, ober bei Eure,… Opferplatz - ich will da graben und sehen was ich finde. Im Gegenzug… ” Seine Stimme wird wieder brüchiger und ängstlicher “… nun, ich bin Kartograph und einflussreich, ich kann dafür sorgen das niemand ausser mir diese Insel betritt…”
Leise schnauft Tess bei den vielen Worten die für sie und noch viel mehr wohl für Vila fast keinen Sinn ergeben und runzelt wieder ihre Stirn. Überlegt was Dolmen sind und komparativer Vergleich. Sicher sie wuchs nicht bei Wilden auf und lebte als Freie aber wovonder Mann hier sprach, hatte sie keine Ahnung. Gespannt sieht sie zu Vila rüber und doch kann sie sich ein leichtes schmunzeln nicht verkneifen. Schaut aber fast sofort wieder ernst drein. Diese schaut total verwirrt, die Hälfte der Worte klangen wie eine fremde Sprache für sie. Die Stirn in Falten gelegt starrt sie schweigend auf den Mann.
Carter Silversmith seufzt leise, fühlt sich auf erschreckende Weise an die barbarischen Dummköpfe im Rat erinnert. “Die Steine da oben. Ich will sie untersuchen. Versteht ihr mich?”

Vila Davi schaut kurz in alle Himmelsrichtungen, schließlich scheint ein Blitz der Erkenntnis sie zu schlagen. “Die Steine auf der Lichtung? Und zu welchem Zweck?” Leise murrt Tess zu dem eingebildeten Schreiber der es wagt einfach ihre Insel zu betreten und meint sie wären dumm:”Das haben wir schon verstanden das du die Steine untersuchen willst. Wir sind nicht dumm.” grollt es und piekst ihm mit der Speerspitze in die Seite.
Schnell zuckt er zusammen als er den Speer wiedereinmal schon fast schmerzhaft spürt: “Aua… Also - ich will die Steine untersuchen, ich habe eine Schrifttafel mit alten Schriftzeichen die ich nicht lesen kann und… ich will vergleichen…”er versucht zu lächeln: “Ausserdem seit ihr selbst, mir ein vielversprechendes Studieno…” er beisst sich lieber schnell auf die Zunge bevor er den Satz ausspricht. Vila meint leise und schon fast ruhig in Anbetracht der Tatsache das ein gefährlicher Eindringlich vor ihr liegt, der genau den Standort der Insel kannte und diese auch an Sklavenhändler preisgeben könnte: “Dafür mußt du wiederkommen, oder?”
Zögerlich nickt er . “Ja.. muss ich. Aber… ich weiß sowieso wo Eure Insel ist…”
Laut schnauft Tess aus und piekst ihm abermals etwas fester in die Seite. “Nicht so frech du vergißt das wir zwar Wilde sind aber nicht dumm.” schaut skeptisch zu Vila und zuckt mit den Augenbrauen…murmelt..”ich weiß nicht dulden wir einen Mann hier der die Untersuchungen an unserem Tanzkreis durchführt?”

“Tanzkreis? Da oben vergrabt ihr Eure Leichen, oder? Der Boden ist aufgewühlt…”
Vila schaut zu Tess und zuckt kaum merklich die Schultern. Sie war selbst grad etwas ratlos und achtete nicht auf die letzten Worte des Fremden: “Wie heißt du und welchem Heimstein gehörst du an?”                                                                           ”Ich bin Carter Valerius, aus der Dynastie der Clavier, geboren in Saleria. Mein Heimstein ist Tarn.”
Tess sagt lauscht den Worten und sagt seinen Namen leise nach..”Carter Valerius…der Platz dort oben ist ein Heiligtum”..schaut kurz zu Vila. “das ist doch so…? Ich meine Leichen…dort oben?”
Vila schaut Tess weiterhin geradewegs an, rollt dann mit den Augen und muß unweigerlich schief grinsen während sie versucht ihre Frage zu beantworten, ohne das man dieses Grinsen in ihrer Stimme hören könnte: “Aber klar doch. Die Gräber all jener, die uns hintergangen haben. In jedem kleinen Hügel ein Gliedmaße.”
Er nickt abermals “Carter reicht, Valerius ist eigentlich ein Cognomen und… lassen wir das… ” er schaudert bei ihrer Beschreibung “Ich interessiere ich nicht für Eure Opfer, nur für die Steine…”, “Wieviele dieser Valerius gibt es?” entgegnet ihm Vila.
Carter  überlegt angestrengt “Das ist ein Beinamen für meinen Zweig der Familie,davon gibt es nur noch zwei fürchte ich…”
Tess macht große Augen und schaut entgeistert zu dem Tanzplatz. Blinzelt nervös, hebt ein Fuss an und kuckt auf die Fusssohlen mit der sie vorher erst über den Platz dort oben schritt. Verzieht kurz das Gesicht und wendet sich wieder an den Mann vor sich am Boden.

Carter schaut irritiert. “Hört zu… wer seit ihr beide eigentlich, bevor ich mein ganzes curriculum vitae ausbreite” Patzig sagt Vila zu dem Fremden:”Das tut nichts zur Sache, denn du bist der, der auf dem Boden liegt, also Namen und Heimstein deiner nächsten Verwandten.”
Schnell stößt Tess den Speer nach vorne und stopt ihn gerade so das die Spitze den Mann nur leicht piekst “Hör mal auf so geschwollen zu reden…hält ja keiner aus.” reagiert leicht genervt auf die Worte, von denen sie nur die Hälfte versteht.
Vila beobachtet interessiert Tess’s Tun und klatscht sich mit einer Hand gegen die Stirn als diese ihre Fußsohlen so kritisch betrachtet.
Carte’s Augen verengen sich zu Schlitzen “Hör mir zu, Mädchen… Du WIRST deine ungewaschenen Finger von meiner Familie lassen, ich werde eher sterben als meinen Sohn an DICH auszuliefern. Wenn du mich töten willst, dann tu es jetzt, aber auf DIESE Frage wirst DU keine Antwort bekommen” Vila  kann das Grinsen nun nicht mehr zurückhaltend und im triumphierenden Singsang ertönt ihre Stimme: “Du hast also einen Sohn, so so.”
Tess schaut jetzt irritiert zu dem Mann und murmelt..”Du erwartest doch nicht etwa das wir dir vertrauen wenn du uns nichts entgegen bringst? ”
Carter Silversmith zerrt an seinen Fesseln “Und ich habe ausgewachsene Männer dafür GETÖTET das er leben kann. Ich werde tun was ich tun muss um meine Familie zu beschützen. Das hat NICHTS mit dieser Sache hier zu tun und betrifft dich nicht”
Ruckartig geht Tess in die Knie und stemmt eines in seinen Rücken. Drückt es fest hinein und zischt zu ihm..”Du mußt nicht schreien wir sind nicht schwerhörig.” Legt fast ihr ganzes Gewicht darauf und zieht seine Fesseln nochmal nach, das man sehen kann wie die Lederriemen in die weiche Haut schneiden.
Der Mann am Boden stöhnt schmerzhaft auf und versucht zumindest seinen Mund und Nase so aus dem Matsch zu halten das er noch atmen kann. Vila verschränkt die Arme vor der Brust und legt den Kopf schräg. Die Augen prüfend und voller Neugier auf den Mann gerichtet. Eine Idee blitzt in ihr auf und sie setzt nun alles auf die Karte seines Aberglaubens ob ihrer Lebensweise. Sie zieht ihren Dolch aus der Scheide am Oberschenkel und hockt sich neben den Mann auf den Waldboden.

Zufrieden nickt Tess als er Ruhe gibt. Steht dann langam auf und schaut zu dem Mann wie er so im Dreck liegt. Blinzelt leicht zu Vila und kuckt erstaunt was sie tut, versucht ihr Handeln nachzuvollziehen und zieht eine Augenbraue fragend hoch. Wartet jedoch stumm ab.
“Reiche mir ein Blatt bitte.” meint sie leise an Tess gewendet, dann fährt ihre freie Hand vor und packt das Ohrläppchen des Mannes
Suchend  dreht sich Tess um sich selber, geht dabei langsam in die Hocke und stützt sich an ihrem Speer ab, ihr Blick geht über den Waldboden und ein wenig kneift sie die Augen zusammen, dann hellt sich ihr Gesichtsausdruck auf und sie hebt ein giftgrünes mittelgroßes Blatt das in ihrer Nähe lieg auf und reicht es zu Vila.
Carter schaut zu Vila auf. “Was versprichst du dir davon mich zu vernichten? Ist deiner Insel geholfen? Deinen Leuten? Lass den Dolch da weg…” Seine Stimme ertönt plötzlich schrill als er das Metall in der Sonne leicht aufblitzen sieht.
Tess schubst den Mann mit den Füßen leicht an und murrt nur “Ruhe jetzt …quasseln solche wie DU immer soviel?” der verachtende Unterton ihm gegenüber nicht zu überhören. Sie hatte einfach zuviele schlechte Erfahrungen gemacht mit Männern als das sie auch nur ein gutes Haar an ihnen lassen könnte. Die ältere Frau Vila blickt ihn stur in die Augen, dann nimmt sie das Blatt entgegen, drapiert es neben sich, bevor sie die messerklinge leicht über die empfindliche Haut am Ohr gleiten läßt, greift schnell zu dem Blatt und fängt ein paar Tropfen seines Blutes damit auf.
Carter zusammen “Hör zu, mit durchstoßenen Ohren bin ich keine große Hilfe mehr für Euch, lass das!”
Immernoch versucht Tess zu verstehen was ihre neu gewonnene Schwester  dort macht und tritt etwas auf die Seite den Speer ruhig mit einer Hand umgreifend und beobachtet das Tun. Beide sehen sie zu wie einige rote Tropfen Blut auf dem Blatt sich sammeln und Vila meint leise und mit ruhiger, fast schon beruhigender Stimme: “Keine Sorge, das wird spurlos verheilen.” Vila stopft den Dolch wieder in die Scheide an ihrem Oberschenkel und taucht einen Finger in die paar Tropfen Blut. Dann zieht ihr Finger eine blutige Linie über das Gesicht des Mannes, von seiner Stirn über seine Nase
Kraftlos fast sinkt Carter mit dem Kopf zurück in den Matsch. “Ihr… kennt unsere Kultur… ihr seid gar keine Wilden, sondern entlaufene Sklavinnen….” Er mustert ihren Oberschenkel “Oder entlaufene freie Frauen…” verstört sieht er sie an “Was… machst du da?”
Ein tiefes knurren entfährt Tess bei seinen Worten, jedoch verkneift sie sich jegliches Kommentar das preisgeben könnte wer oder was sie sind oder auch waren.Sie presst die Lippen aufeinander und streift nur kurz beiläufig über ihren Oberschenkel. Geht noch näher hin zu Vila und murmelt leise..”Was machst du denn da?”
In eine ruhigen fast monotonen Stimme verfällt Vila zu dem Mann sprechend “Dein Blut und alle Deines Blutes” murmelt sie dabei wieder und immer wieder. Ihre Augenlider flackern leicht und sie hebt ihre Hand über seine Stirn. Der Körper ruckt leicht immer wieder vor und zurück und erst nach ein paar Ehn wendet sie sich an Tess, die sie immernoch fragend und nun auch etwas ängstlich ansieht, da sie ja nicht wissen kann was sie tut.”Ich habe ihn gekennzeichnet, damit unsere Götter ihn und alle seines Blutes unter all denen da draußen finden können.”
Tess kniet sich leicht neben sie und hört ihre Worte. Langsam geht ihr ein Licht auf und sie lächelt leicht. Sie kann sich denken was Vila da tut. Nickt ihr dann zu und strahlt leicht. Flüstert..”Das ist gut.” Ein leises stöhnen ist von Carter zu hören “Ihr… versucht mich zu verfluchen? Ich bin ein Mann der Wissenschaft, hört ihr? Vernunft und Verstand siegen über Aberglauben… ich”… Seine Stimme bricht. “Und wenn ich die Priesterkönige selbst herausfordern muss, ich werde meinen Sohn beschützen!”
Tess lacht leise auf und blinzelt amüsiert…”Dennoch werden die Götter bei einemVersprechen das ihr gabt auf unserer Seite sein solltet ihr es brechen” lacht dann lauter da sie seine Unsicherheit spürt.
Vila erhebt sich langsam, sorgsam dabei das Blatt mit den restlichen Blutflecken in der Hand balancierend: “Noch bist du nicht verflucht und noch ist auch dein Sohn in Sicherheit. Aber verrätst du uns, hintergehst du uns oder erweckst den kleinsten Eindruck, daß du dies vor hast, wird der Fluch dich und alle von deinem Blute treffen!”

Verzweifelt windet sich der im Dreck liegende Mann in seinen Fesseln, fast schon steigt Panik in ihm hoch und er richtet mit brüchiger Stimme seinen Worte an die beiden Frauen. “Was wollt ihr noch? Ich habe Euch ein Angebot gemacht, und ihr reagiert damit, dass ihr meine Familie bedroht! Was wollt ihr?”
Knapp sagt Vila zu Tess:” Schneide ihn los, er darf die Steine untersuchen!”
Erschöpft und auch erleichtert sinkt Carter in den Matsch zurück. Schließt kurz die Augen, jedoch sich der Gefahr noch immer bewußt die von diesen beiden Wilden ausgeht, öffnet er sie wieder und sieht von einer zur anderen.
Kraftvoll stemmt Tess das Speerende in den Boden und sieht von Vila zu Carter, betrachtet ihn misstrauisch und macht einen Schritt auf ihn zu. Zieht sich fast schon flink den Speer über ihre Schulter und befestigt ihn an zwei Halterungen die sie aus Leder gebaut hatte. Greift mit der anderen Hand an ihren Schenkel und zieht das kleine Messer aus der Beinhalterung heraus, das Messer ihres Vaters welches sie über viele Jahre hinweg begleitet hatte, geht nebem ihm runter. Ein Bein legt sie auf dem weichen Gras ab und das zweite bleibt leicht angewinkelt, drückt es ihm schmerzhaft in den Rücken und greift nach seinen Handgelenken. Schnell, aber nicht ohne ein seufzen über den Verlust ihrer Lederbänder, schneidet sie ihm diese durch. Sie muss ein wenig Kraft aufwenden bis sie das erste Band durch hat und sieht kurz auf. Carter Silversmith stöhnt wieder leise auf und lässt den Kopf kurz ganz in den Schlamm sinken, am Ende seiner Kraft. Vila wendet sich dann um, um das Blatt mit der Blut-”Opfergabe” zur Lichtung zu bringen
Tess hebt leicht das Knie an, das er nicht all zutief im Schlammversinkt und zieht dann die beiden zerstörten Lederriemen von seinen Gelenken. Schnell macht sie einen Satz zurück als er frei ist und greift drohend zu ihremSpeer. Richtet die Spitze wieder gegen ihn und steckt geschickt das Messer wieder in ihre Beinhalterung, vorsichtig mustert sie ihn.
Die Minou stand plötzlich bei Tess und meint leise.”Tessa brauchst du Hilfe? Vila hat mir gerade eben erklärt was passiert ist.” sieht Tess vielsagend an und macht eine Kopfdrehung zu Carter. Ihre Augen werden schmaler und sie schaut böse auf den Eindringling.
Carter lacht dann plötzlich über sich selbst. “Ich… dachte Tessa - Tae-sa…sei ein Kriegsschrei… ich habe ihn gestern gehört… dabei… ist das DEIN Name!” er sieht direkt zu Tess und seine Augen funkeln leicht auf.
Carter Silversmith lächelt “Und… Du bist Vila?” Er schmunzelt seiner ehemaligen Kerkerherrin zu.
Vila  blitzt kurz seitlich zu Minou, schaut dann wieder zu Carter: “geht dich nix an.” knurrt sie dabei
Der Mann lächelt jetzt, von den Fesseln befreit und sogar schon etwas dreist, den drei Frauen zu. “Ich… werde unsere Absprache ehren. Wenn ihr irgendetwas braucht, lasst es mich wissen, vielleicht können wir… handeln? Ich werde ansonsten die Steine erkunden und Euch nicht belästigen. Und ich halte jeden Krieger von Eurer Insel fern, so gut ich kann”
Vila schaut zu Minou: “Das kann nur unsere Anführerin entscheiden.” macht noch Bewegung in  ihre Richtung.
Unsicher sieht Tess zu dem Mann und blinzelt leicht, sie kann es kaum glauben das er wirklich sein Versprechen einhalten wird, blinzelt leicht. Schaut dann zu Minou und Vila. Sieht fragend zwischen den beiden hin und her “Handel ansich ist ja nicht schlecht oder?”

Fast schon zu sicher lächelte der Mann zu den Frauen und in seiner Stimme klang eine leichte überheblichkeit die wohl jedem Schreiber anheim war: ”Ich … überlasse Euch das zu entscheiden… ich glaube ihr werdet mich finden wenn ich hier bin…” Ihn genau beobachtend knurrte Tess ihn an, ihre Hand glitt offensichtlich genug über ihr Messer am Bein als Zeichen der Drohung, es gefiel ihr in keinster Weise das nun ein Mann hier auf der Insel ist. Egal was er tat oder auch nicht, sie war genau aus diesem Grund geflohen, um keinen Mann mehr begegnen zu müssen. Vila schaut Minou weiter eindringlich an und hebt auffordernd die Augenbrauen: “Anführerin?” woher sollte der Mann auch wissen das im Gegensatz zu anderen Stämmen hier alle gleichberechtigt waren, jeder hatte seine Verantwortung es gab keine Anführerin unter den Frauen, es gab wohl Jägerinnen die mehr wußten und ihr Wissen an die unerfahrenen weitergaben. Ein verächtliches Schnauben gefolgt von einem breiten grinsen das sonderbar, gesunde und gerade Zähne aufblitzen liese, entfuhr Minou als sie das volle Ausmass dessen was der Mann hier wollte verstand. “Ein MANN, hier, auf unserer INSEL…NIEMALS, es sei denn an der Kette einer meiner Schwestern.” Sie schaute provozierend zu Tess, wohlwissend welche Abneigung diese gegen die Männer hatte. “Willst du ihn?” Tess macht große Augen, fast schon fühlt sie sich überfordert mit dieser Frage:”Nein das nicht, aber ich denke er hat ja versprochen also…”stottert leicht und schaut hilfesuchend zu Vila und mustert  den Mann, sagt dann bestimmt.”NEIN!” Carter Silversmith seufzt leise. “Falls ihr mit dieser kleinen Scharade versuchen wollt mich darüber zu täuschen das Vila Eure Anführerin ist, dann gelingt Euch das nicht. Wollt ihr wortbrüchig werden? Ihr kennt mein Angebot, ich halte das für fair, von meiner Seite aus…”

Er zuckt mit den Schultern “Nicht alle Männer in Tarn können mit dem Gladius so schlecht umgehen wie ich, im Gegenteil, die meisten denken mit ihrer Waffe…” Nervös wieder zuppelt Tess an dem Gurt auf ihrem  Rücken der ihr Speer hält. Ihr Arm geht leicht gebeugt hoch und umklammert den Holzstab, mit zusammengekniffenen Augen  sieht sie auf Carter der demonstrativ die Hände von seinem Gladius weghält. “Ich bin keine Bedrohung für Euer Leben, ich bin keine Bedrohung für Eure Freiheit… Alles was ich möchte ist das Wissen zu mehren…” sagt er vesuchend ruhig, da er genauso spürt wie sich die Lage wieder leicht anspannt. “Ich biete Euch Sicherheit für Euer…. Dorf, für einen geringen Preis. Wie könnt ihr da ablehnen?” sagt er weiter. Minou zischt leise zu dem Mann.”Wissen mehren um es gegen uns zu wenden … ich kenn euch Männer doch.” Sie funkelt Carter wütend an und faucht zu ihm, als sie sich ihm ein paar Schritte nähert wie eine Raubkatze sich ihrer Beute nähert.” Lügner.” Carter Silversmith betrachtet sie mit einem merkwürdigen Blick “Ja. Das habe ich heute schon ein paar mal gehört. Der Verdacht liegt nahe zu sagen: “Ich kenn Euch Mädchen in Fellen doch” - aber das tue ich nicht. Mit Vila und Tess konnte ich bislang reden… Mit Dir auch, hoffe ich…” Minou wirft einen blick auf Tess und schaut den Kerl arrogant an .                  ”Nein, mit mir nicht! ” Leicht  legt er den Kopf schief. “Bedauerlich… ich schätze Klugheit und Weitsicht immer sehr…”

Tess flüstert leise zu Minou..”Hör mal Vila hat etwas mit ihm gemacht. Hat ihm Blut genommen und es ihm ins Gesicht geschmiert. Sein Blut den Göttern geopfert. Er hat einen Sohn…” sie versucht irgendwie die Gradwanderung zwischen ihren Schwestern und das Versprechen das gegeben wurde. Dennoch darf man nicht vergessen das er einfach nur ein Mann ist. Sie bricht dann einfach den Satz ab und wartet was Minou tut. Abrupt dreht sich diese von ihm weg und läuft zu Vila und Tess. Mit scharfer schneidender Stimme sagt sie. “Ich will ihn nicht hier haben, aber ihr entscheidet.”

“Ich bin eigentlich nicht hier um meine Philosophie über Geschlechterollen zu diskutieren. Aber Weisheit ist nun wirklich nicht das Primat von Männern oder Frauen… Beide können weise sein. Und … schrecklich dumm…” Er wirft ihr einen bedauernden Blick zu.  Wütend sieht Minou zu dem Mann und zischt ihn an.” Komm mir nicht unter die Augen, Blaurock.” Carter Silversmith seufzt leise. “Nun… Carter reicht. Gut. Ich werde Euer Geheimnis nach besten Kräften hüten…”

Voller Wut blitzt Minou zu Carter rüber. Ihre Muskeln spannen sich und sie ist nur kurz davor ihr kleines Jagdmesser zu greifen und zu dem Mann zu gehen um ihm die Kehle durchzuschneiden. Ihr Brustkorb hebt und senkt sich rasch. Die grünen Augen werden schmaler. Leise drohend sagt sie in Carter´s Richtung :” Alles andere wirst du bereuen.” Vila geht zu Minou und legt sachte ihre Hand auf die Schulter um sie zu beruhigen. Flüstert ihr mit sanfter Stimme Worte ins Ohr, aber läßt dabei den Schreiber nicht aus den Augen. Mit etwas lauterer Stimme und den Kopf wieder vollends zu ihm gedreht sagt sie:”Unbewaffnet, Ungesehen, Schweigend und sei auf der Hut, wessen Pfade du kreuzt.” Carter Silversmith nickt. “Ich hoffe deine Schwestern ehren Eure Vereinbarung auch - ich biete meine Hilfe im Austausch für meine Forschung hier an…” Scharf erwiedert Vila etwas auf seine Worte. “DAS ist kein FREIBRIEF!” Der Mann fast am Ende seiner Kräfte, die Beine fest in den Waldboden gestemmt um nicht vor den Frauen umzukippen sieht von Minou zu Vila und dahinter zu der Frau die Tess heißt. “Die Steine interessieren mich.” Leicht abgewendet als wäre sie schon woanders knurrt Minou noch die letzten Worte zu Carter die er nun auf der Insel vorerst hören sollte.”Zeigst du dich nicht respektvoll, sowohl uns gegenüber als auch der Natur mit der wir hier im Einklang leben, bin ich nicht mehr an der Abmachung meiner Schwestern  mit euch gebunden.” Keinen weiteren Blick würdigt sie ihn und langsam dreht sie sich vollends von der Gruppe weg und geht zurück zu den kleinen Hütten.

Tess, die noch immer stumm neben Vila steht, sieht zu Carter. Beobachtet sein tun, seine Körpersprache und seine Mimik die ihr genau verrät wie angespannt der Mann zu sein scheint. Ihre Finger haben sich ungewollt fest um den Griff ihres Messers geschlungen und erst als der Mann mit einem “Be well” langsam Richtung Kanu läuft, lösen sich ihre Finger. Erleichtert atmet sie auf aber sie weiß das sie wohl in nächster Zeit vorsichtig sein wird, wenn sie ihrer Arbeit auf der Insel nachgeht. Sie sieht ihm zu wie er etwas wackelig nun auf den Beinen in das Kanu steigt, kurz dreht er sich um und ruft.”Und… Tess? Nicht alle von uns sind so schrecklich…” Ausdruckslos sieht Tess zu ihm. Ihre Kiefer mahlen langsam von links nach rechts und die Wut steigt in ihr hoch. Heftig fast schon dreht sie sich auf den Fersen um und mit eiligen Schritten folgt sie den beiden Frauen die bereits auf den Baumstümpfen um das Lagerfeuer sitzen.

Carter Silversmith setzt sich in das Boot, greift ein Paddel, sackt zusammen als die Anspannung von ihm abfällt, das Adrenalin nachlässt, sein Gesicht kreidebleich und rudert so schnell er kann von dieser Insel weg.

6. Bogen oder nicht Bogen!? 12. September 2010

Veröffentlicht von Maya in : Insel der Vergessenen, Moments of my Soul , einen kommentar schreiben

***in Arbeit***

5. Konfrontation 12. September 2010

Veröffentlicht von Maya in : Insel der Vergessenen, Moments of my Soul , einen kommentar schreiben

5 – Konfrontation

**patsch patsch**

Auf der Lichtung hatten sich drei Frauen um das Feuer geschart und redeten leise. Eine jedoch stockte plötzlich und sah gespannt auf, leise fragend: „Hast du auch was gehört?“Die andere blickte sich um und lauschte nervös, schüttelte aber dann den Kopf. „Erm…Nein, Vila. Ich höre nichts“„Das klingt, als wenn es regnen würde oder so,“ sagte Vila und blickte verwirrt nach oben, schüttelte dann aber auch den Kopf. „Komisch…„Da regnet nichts“, erwiderte die zweite, streckte ihre Hand dennoch auf Tropfen prüfend aus.

**schlurp patsch patsch**

„Jetzt schmatzt es.“ Wieder stutzte die Frau und blinzelte. Diesmal nickte ihre Gefährtin und tastete automatisch nach der Waffe auf ihrem Rücken. „Aii, jetzt hab ichs auch gehört.“Angespannt duckte Vila sich sich seitlich weg und huschte in den Schatten der nächstgelegenen Hütte, während ihre Gefährtin nervös am Feuer ausharrte.

~*~*~

In dem nahegelegenen Baum, in dem die beiden Schwestern sich versteckt hatten, verdrehte unterdessen Kahlan die Augen über Tessa’s ungeschickte Art. Sie versuchte ruhig zu bleiben, doch innerlich kochte sie und nur die Nähe zu den Hütten liess sie schweigen. Angespannt schlich sie sich weiter vorwärts durch die tief hängenden Zweige des Baumes.

„KAY VERDAMMT!!”, schrie Tessa plötzlich, nachdem sie einen Moment nicht aufgepasst hatte. Unvermittelt war einer der Äste, den Kahlan losgelassen hatte, mitten in ihr Gesicht gerauscht und hatte ihr einen Striemen auf der Wange verpasst.

Kahlan schloss kurz die Augen und presste die Lippen aufeinander. Dann jedoch musste sie ihrer Wut nachgeben und schimpfte leise nach hinten: „Herrje, Tess, hast du nicht vielleicht ne Trompete dabei?“

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Wenige Meter entfernt machte Vila einen Satz zurück, als unmittelbar vor ihr das laute Fluchen erklang. Sie legte die Hand an den Bogen, versuchte aber sich weiter möglichst verborgen zu halten. Vorsichtig setzte sie einen nackten Fuß wenige Fingerbreit neben den anderen, um sich langsam um die Hütte herumzubewegen. Vom Feuer schallte unterdessen der Ruf: „Wer ist da?“

~*~*~

Tessa zuckte zusammen und blieb entsetzt stehen, als sie ein leises Knacken in der Nähe hörte. Erst jetzt wurde ihr klar, wie gefährlich die Situation wirklich war. So presste sie sich eine Hand fest vor den Mund und nuschelte kleinlaut hindurch zu ihrer Schwester: „Tut mir leid!”

Kopfschüttelnd murmelte Kahlan genervt: „Toll Tess, wirklich toll“, und fummelte sogleich ihr Messer unter dem Rock hervor. Doch sie warf nur einen kurzen Blick auf die klägliche Waffe, sah dann zurück auf die Lichtung und steckte sie schliesslich wieder weg. Das hatte so keinen Sinn. Ein Messer gegen… wer konnte schon sagen, was dort auf der Lichtung auf sie wartete?

„Was machen wir nu?” fragte sie leise an Tessa gerichtet. Diese allerdings hatte beobachtet, wie Kahlan ihre Waffe gezogen hatte, und war nun ganz darauf konzentriert, nervös am Halter ihres Messers am Gürtel zu zuppeln. Sie fluchte leise, weil es klemmte. Als sie es schliesslich doch endlich aufbekam, rutschte ihr vor lauter Aufregung das Messer aus der Hand und landete mit einem Plong aud dem Boden. Kahlan schloss ernüchtert die Augen und klatschte sich verzweifelt die Hand an die Stirn. Tessa jedoch sah sie mit weit aufgerissenen Augen an und zuckte verlegen mit den Schultern.

„Ich war Heilerin. Was erwartest du?“ murrte sie, erntete jedoch nur ein Augenrollen von ihrer jüngeren Schwester, die fluchte: „Na toll, dann kannst du uns ja anschliessend wieder zusammenflicken!”

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Versteckt hinter der Hütte hatte Vila den dumpfen Aufschlag des Messers auf dem Boden gehört. Sie schob sich wieder einige wenige Zentimeter weiter vorwärts, nun, da sie halbwegs die Richtung ausgemacht hatte. Allmählich konnte sie die Stimmen vernehmen, die sich leise in das bekannte Flüstern des Waldes mischten. Langsam zog sie den Bogen vom Rücken.

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„Warum? Kay, was siehst du denn? Ich seh ja nichts…” murmelte Tessa. Sie bückte sich und tastete auf dem Boden nach dem Messer, doch in der Dunkelheit konnte sie es einfach nicht finden. Plötzlich vernahm sie ein Rascheln und augenblicklich fing ihr ganzer Körper an zu zittern. Panisch tastete sie nach der Hand ihrer Schwester und zerrte sie zu sich nach hinten. „Komm, da ist wer.”

Kahlan presste die Lippen zusammen. Ihre Augen suchten fieberhaft nach einem Ausweg. Aber wo sollten sie schon hin - auf einer Insel? Sie seufzte leise und murmelte müde, auf den früheren Kommentar ihrer Schwester anspielend: „Wir sollten uns zu erkennen geben.. vielleicht sind es ja ‘nette Menschen’.”

„Mach dich nicht lustig über mich! Was hast du gesehen?”, murmelte Tessa in naiver Art und Weise. Sie blickte noch immer hektisch umher und versuchte immer wieder, etwas zu erkennen. Kahlan räusperte sich und schüttelte den Kopf. Hinter einer Hütte meinte sie etwas zu entdeckt zu haben, und so straffte sie die Schultern und ignorierte Tessa’s Gestammel. Augenblicklich tippte Tessa ihr ungeduldig auf die Schulter. „Jetzt sag schon…!”

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Vila’s Finger umschlossen mit festem Griff und in geübter Manier einen Pfeilschaft. Den Bogen erhoben zielte sie in die Richtung der Stimmen und hob dann den Bogen weiter, viel weiter, höher. Sie liess den Pfeil zischend fliegen. Steil stieg er in die Luft, nur um dann genauso steil wieder hinab zu fallen. Angestrengt lauschte Vila in den Wald.

~*~*~

„Kannst du bitte einmal in deinem Leben LEISE sein?” fuhr Kahlan ihre Schwester an. Dann jedoch zuckte sie erschrocken zusammen, als direkt vor ihren Füssen ein Pfeil in die Erde rammte. Sie blinzelte, völlig starr vor Angst, und murmelte nur: „Ups… nicht nett!!”

Auch Tessa hatte das Surren gehört, das ihr allzu vertraut erschien. Leise kam ein erstickter Schrei über ihre Lippen und panisch zerrte sie an Kahlan’s Hand, um diese noch ein Stück weiter hinter den Baum zu ziehen Kahlan allerdings holte nur tief Luft und befreite sich aus Tessa’s Griff. Mutig trat sie einen Schritt aus den Ästen hervor auf die Lichtung und rief mit krächzender Stimme in den Wald hinein: „Äh…Tal?”

~*~*~

Vila blickte über ihre Schulter zu ihrer Gefährtin, die mittlerweile vom Feuer aufgestanden und näher getreten war. Sie hob die freie Hand, deutete wortlos in Richtung der Schwestern und streckte 2 Finger in die Luft. Dann zeigte sie auch sich selbst, malte einen Halbkreis in die Luft und schlich leise im beschriebenen Bogen davon.

~*~*~

Angespannt verharrte Kahlan auf der Stelle. Sie lauschte auf das Rascheln der Blätter und etwas, das verdächtig wie leise Fußtappser klang. Sie blinzelte nervös, doch zwang sich regelrecht zur Ruhe. Einen Moment lang glaubte sie im Augenwinkel eine Bewegung zu sehen, doch noch während sie darüber nachdachte, erschien wie aus dem Nichts eine Frau neben der Hütte. Erschrocken sah Kahlan sie an, musterte sie - abschätzend und ein wenig erstaunt. Sie war offensichtlich eine Wilde, eine Jägerin. Furchteinflössend sah sie aus, spärlich gekleidet ganz in dunklen Fellen. Doch die unzureichende Kleidung tat dem Eindruck ihrer Entschlossenheit keinen Abbruch, im Gegenteil. Ihr Gesicht sprach Bände. Und der gezogene Bogen in ihrer Hand unterstrich diese Warnung: Eine falsche Bewegung, eine unbedachte Handlung und sie würden diese Insel nicht mehr lebend verlassen.

„Kay, sagmal, was hast du mir grad gesagt..?”, keifte Tessa von hinten und starrte ihrer Schwester ungläubig hinterher. Sie patschte ihr schlurpend nach, bleibt dann aber abrupt stehen, als sie die Wilde bemerkte. Ihr Mund klappte auf und ihre Augen weiteten sich, während sie stotterte: „T-t-tal.”

„Wer bist du?“, fragte die Jägerin mit entschlossener Stimme und blickte Kahlan direkt in die Augen. Doch auch sie stutzte und wirkte einen Augenblick lang verwirrt, als Tessa hinzu stolperte. Sie fing sich schnell wieder und verschränkte lediglich die Arme vor der Brust, dabei den Bogen fest in der Hand. „Wer seit ihr?“

„Du trampelst so laut, da hat alles verstecken keinen Sinn…. Ziege!” zischte Kahlan zu Tessa und warf ihr einen funkelnden, gereizten Blick zu, die Wilde erst einmal nicht beachtend. Tessa hingegen blitzte zu Kahlan und fauchte: „Jetzt ist abermal wieder gut… Dass ich so laut bin, liegt alleine an der Tatsache, dass du mit dem Boot gewackelt hast. Sonst wäre ich nicht reingefallen.”

~*~*~

Im Schutze des Baumes direkt hinter den beiden Schwestern blieb Vila verborgen stehen. Den Bogen hielt sie fest in der Hand aufmerksam jede Bewegung der beiden beobachtend. Doch verdrehte sie genervt die Augen über das Gekeife vor sich, während sie sich langsam hinhockte.

~*~*~

Die Wilde knurrte ungeduldig. Sie trommelte mit dem Fuß einen leisen Rhythmus auf den Boden und sprach lauter: „Ich habe euch etwas gefragt.“

Kahlan grinste die Jägerin schief an und ditschte ihrer Schwester aus dem Handgelenk eine auf den Hinterkopf. Sie holte tief Luft und antwortete zögerlich: “Ich bin Kay, das da ist meine Schwester Tess… ich… wir.. ähm… tal nochmal.”

Durch den leichten Schlag ihrer Schwester zuckte Tessa zusammen und wandte ihre Aufmerksamkeit der wilden Frau zu. Sie musterte sie mit zittrigen Händen, denn es war nicht das erste Mal, dass sie einer Jägerin gegenüberstand. Sie schluckte angestrengt und krächzte leise: „Tal.”

Die Wilde nickte nur und setzte die Befragung umgehend in knappen Worten fort: „Was wollt ihr?“

4. …der findet! 12. September 2010

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4 – … der findet!

In gleichmäßigen Zügen glitten die Ruder durch das unruhige Wasser, während ringsherum die Welt in Dunkelheit getaucht wurde, Langsam verschwand Sonne hinterm Horizont, hinter den Umrissen einer unbekannten Insel. Die beiden Passagiere des kleinen Kanus hatten es längst aufgegeben, miteinander zu reden. Zu laut war die See und zu lang war diese Reise. Die Reise über Unmengen von Wasser, ohne die genaue Vorstellung, wo sie eigentlich hin wollten.

Kahlan ruderte mechanisch, doch ihre Gedanken weilten in der Ferne, auf einem Flecken Land, wo sie hoffentlich eine Zeit lang ungestört leben – oder zumindest überleben konnten. Tessa hingegen starrte auf das fast schwarze Wasser. Hin und wieder tauchten kleinere Schatten unter dem Boot auf, und ganz selten auch ein grösserer. Das aufgewühlte Wasser war nicht unbewohnt und keine der beiden Frauen versuchte sich auch nur auszumalen, welche Gefahren darin lauerten. Dennoch war beiden mulmig zumute, und instinktiv beschleunigte Kahlan die Züge der Paddel. Land… Ankommen… Sicherheit. Das war alles, was noch zählte.

Allmählich kam die Insel näher. Gespenstig ragten ihre Umrisse aus dem Wasser auf, während das Kanu nun an einigen Riffe vorbeiglitt. Die Dunkelheit machte es schwer, den richtigen Weg hindurch zu finden. Doch es schien so, als hielte eine höhere Macht ihre schützende Hand über die beiden Frauen. Das Kanu fand seinen Weg und wie von Geisterhand zeigte sich tatsächlich ein Spalt in den ansonsten undurchdringlich wirkenden Klippen der Insel. Kahlan lenkte das Boot mit grosser Anstrengung hinein. Immer wieder drohte die Strömung das Kanu an sich zu reissen und gegen die Klippen zu schleudern. Doch innerhalb der kleinen, versteckten Bucht beruhigte sich das Wasser sofort. Das Licht der drei Monde leuchtete ihnen den Weg und endlich wurde am Ende der Bucht eine Anlegestelle sichtbar. Entschlossen ruderte Kahlan darauf zu. Erleichtert, endlich den Fluten entkommen zu sein.

Kahlan wichte sich den Schweiß aus dem Gesicht und kletterte hastig aus dem kleinen Kanu. Dieses jedoch geriet sofort heftig ins Schaukeln. Tessa hatte nur noch Zeit, überrascht die Stirn zu runzeln, als sie auch schon mit einem erstickten Schrei mitten im Wasser landete. Entsetzt blinzelte sie und schaut an sich herunter auf ihre völlig durchnässten Kleider. „Verdammt Kay… das ist doch nicht dein Ernst jetzt. Musstest du so schaukeln?“

Langsam schlug Kahlan sie die Hand vor den Mund und betrachtete ihre patschnasse Schwester mit gespieltem Entsetzen. Wirkliches Mitgefühl aber konnte sie wahrlich nicht aufbringen. Schließlich hatte Tessa sie den ganzen weiten Weg allein rudern lassen. So grinste sie zwischen ihren Fingern hindurch und säuselte zuckersüß: „Ohhhhhhhh, das tuuuut mir jetzt aber leid…“

Tessa knurrte leise. Sie hob ihren Rock ein wenig an und watete durch das knöcheltiefe Wasser auf das Land zu. Deutlich war bei jedem Schritt ein Schmatzgeräusch aus dem Schlamm zu hören. Dann stellte sie sich triefend nass vor ihre Schwester, die Ellbogen in die Hüften gestemmt. Kahlan beschaute sich Tessa von oben bis unten und kicherte leise. Dann aber liess sie ihren Blick durch die Gegend schweifen, der jedoch immer und immer wieder an dem hölzernen Landungssteg kleben blieb. Sie presste besorgt die Lippen aufeinander, sie langgezogen leise fragte: „Duuuhuuu? Teeheess?“

„Hm, Was denn, du Sumpfkuh?“, knurrte Tessa erneut bei dem Versuch ihrem Rock so gut wie möglich auszuwringen. Kahlan ignorierte das Getue ihrer Schwester und kratzte sich langsam am Kopf. Nachdenklich erwidert sie: „Ich frage mich… eine Insel… so abgelegen.. und unbewohnt… wozu hat die nen Landesteg?”

Nun endlich sah auch Tessa sich genauer um und runzelte die Stirn. Sie zuckte mit der Schulter und blickte ihre Schwester fragend an. „Ich weiß nicht, ist eher untypisch, oder?”

„Hm, auf jeden Fall würde ich sagen…“ Kahlan verzog leicht das Gesicht und warf einige vorsichtige Blicke ins Dickicht. „Wir sollten die Augen offen halten… aber eins sag ich dir: Zurück paddel ich heute nicht mehr!!“

„Schon gut, schon gut… Lass uns einfach mal kucken. Da lang, oder was meinst du?” erwiderte Tessa seufzend und ging mit patschenden Schuhen ein Stück weiter.

Kahlan nickte langsam. Jedes Schmatzgeräusch aus Tessa’ Richtung entlockte ihr ein breites Grinsen. Schließlich raffte sie kichernd ihre Röcke und stapfte entschlossen an ihrer Schwester vorbei durchs Unterholz, deren säuerliches Gesicht ignorierend.

Sie wanderten eine Weile lang über die Insel. Es war nicht einfach, sich in der Dunkelheit einen Weg durch die dicht wachsenden Pflanzen und Bäume zu suchen. Und immer wieder liessen Geräusche sie zusammenschrecken. Hier und da hörten sie ein Klopfen, wie von einem Specht. Das Rascheln der Blätter im Wind erschien ihnen bald wie ein geheimnisvolles Flüstern. Schließlich erreichten sie das felsige Ufer der Insel und beiden stockte einen Moment lang der Atem. Die Bäume gaben von hier aus den direkten Blick aufs Wasser frei. Dunkel breitet es sich vor ihnen aus und das Licht der drei Monde spiegelte sich wie tausend kleine Diamante darin. Kahlan klappte der mund auf und vollkommen hingerissen meinte sie nur noch: „Uihhh schau mal…. diese Aussicht….!”

„Also, diese Insel ist nicht schlecht, oder?” murmelte Tessa andächtig und lächelte verzaubert. Sie riss ihre Augen von dem Anblick los, liess sie stattdessen hoch in die Bäume wandern. Kahlan schmunzelte und beäugte Tess wieder einmal von oben bis unten. Grinsend kratzte sie sich an der Augenbraue. Ihre Worte klangen skeptisch: „Najaaaaa, denkst du denn, du kannst so leben? Keine Sklavinnen, kein heisses Wasser, kein Essen.. und soviel Dreck und Krabbeltierchen?”

Tessa schnaubte und winkte ab. Patschend ging sie zwei Schritte weiter nach vorne, doch der klatschnasse Rock, der schwer an ihren Beinen nach unten hing, verfing sich im Gestrüpp. Sie taumelte und versuchte sich, hastig mit den Armen rudernd, abzufangen. Doch dabei trat sie mit einem Fuss ausversehen auf den schweren Stoff und stolperte vollends. Mit einem lauten ‚Ritsch’ riss das eh schon alten Material entzwei, während Tessa vor ihrer Schwester auf den Boden knallte.

„Ups“, murmelte Kahlan überrascht mit verzogenem Gesicht, während Tessa entsetzt aufschrie und fassungslos nach den beiden Hälften ihres Rockes griff. Sie hielt sie vor sich in die Luft und versuchte vergeblich sie einfach wieder aneinander zu fügen, fortwährend „Das ist jetzt nicht wahr. Nein, es ist nicht wahr“, stammelnd. Dann sah sie auf. Ihre Augen funkelten wütend und augeblicklich schrie sie ihre Schwester an: „Und um deine Frage zu beantworten: JA!! Ich werde es schon können…“

Kahlan zog skeptisch eine Augenbraue nach oben und kratzte sich am Kopf. Schließlich räusperte sie sich betreten. „Naja, also.. wenn du meinst… Ich denke, wir sollten uns eine geschützte Stelle suchen und uns vielleicht ein provisorisches Lager bauen….”

Sie zuckte mit den Schultern und streckte Tessa schließlich eine Hand entgegen. Die jedoch ignorierte diese Geste und seufzte bloß, während sie sich langsam aufrappelte. Köpfschüttelnd riss sie sich nun auch die letzten Fetzen des Rockes herunter und stopfte die Einzelteile in ihren Rucksack. „Verdammt, schau mich mal doch an. Eben noch ne Dame und jetzt…? Naja, egal, du hast Recht. Lass uns weitergehen.“

~*~*~

Bäume, überall waren nur Bäume, die ihre düsteren Schatten im Mondlicht warfen. Zirkaden sangen ihr Lied und der Wind rauschte durch die Blätter, während die beiden Schwestern ihren Weg fortsetzten. Ein wenig unheimlich war es ihnen allmählich schon auf dieser gottverlassenen Insel, umgeben von nichts als der Wildnis. Und wer wusste schon, was für Tiere in den Schatten lauertn, welche Gefahren noch vor ihnen lagen? Dann öffnete sich das dichte Grün der Bäume plötzlich und gab den Blick auf eine Lichtung frei. Ganz ins Licht der drei Monde getaucht tat sich vor ihnen ein gewaltiger Steinkreis auf. Zeichen einer vergangenen Kultur? Oder doch eher ein Zeichen, dass diese Insel längst in der Hand von Unbekannten war?

„Ach herrje…!!” Kahlan biss sich auf die Lippe und drehte sich langsam einmal im Kreis um die eigene Achse. Auch Tessa machte große Augen, als sie sich dem Steinkreis näherte. Ungläubig sah sie sich um. „Was um alles in der Welt ist das denn?”

Kahlan schüttelte bloß völlig perplex den Kopf. „Ich weiss es nicht. Aber irgendwie… so unbewohnt scheint’s hier doch nicht zu sein!”

Tessa schluckte. Auf der Unterlippe herumkauend beäugte sie nun kritisch die Gegend und griff sofort nervös tastend an ihren Gürtel. Dabei flüsterte sie: „Kay, hast du dein Messer?”

Nickend tätschelte Kahlan ihren Oberschenkel, schwer atmend und aufmerksam auf die Umgebung lauschend. Doch sie konnte nichts weiter als die Stimmen der Natur hören. Trotzdem verfiel auch sie ins Flüstern, als sie sich wieder Tess zuwendete: „Komm, aber vorsichtig und…. trampel nicht so!”

Tessa schluckte trocken und schaute noch immer wie gebannt auf den Steinkreis und die zwei direkt daneben aufegstellen Holzkreuze. Dann patschte sie ihrer Schwester so leise wie möglich hinterher. Jeder Schritt verursachte ein Schlurpgeräusch. „Sag mal, was meinst du, wer hier lebt?“

„Ich bin nicht sicher, ob ich das wirklich herausfinden möchte..:”, erwiderte Kahlan angespannt und riss die Augen auf, als Tessa’s ‚patsch patsch schlurp’ durch die Stille des Waldes drang. „Psssssst!“

Tessa zuckte zurück und flüsterte vorwurfsvoll: „Ich mach doch gar nichts“, während sie laut hinter Kahlan her patschte. Diese blieb plötzlich wie angewurzelt stehen und hielt die Luft an. Sie keuchte atemlos: „Da.. da… da war grad… ne Riesenkatze.“

„WASSSS?” sagte Tessa erstickt und riss die Augen auf, fast starr vor Schreck. Kahlan deutete links von sich ins Gebüsch, in dem der große Panther verschwunden war, und legte den anderen Finger vor die Lippen, einen mahnenden Blick zu ihrer Schwester werfend. Tessa presste sich zitternd eine Hand vor den Mund und biss sich fest auf die Unterlippe. Wie gelähmt blieb sie so einfach stehen, die Augen panisch geweitet und auf das Gebüsch gerichtet.

„Einfach langsam weitergehen…. gaaaaaaanz unauffällig…”, murmelte Kahlan, als wollte sie sich selbst gut zureden. Dann holte sie tief Luft und setzte mutig einen Fuß vor den anderen. Tessa blickte ihr völlig fassungslos hinterher. Verständnislos schüttelte sie den Kopf und stotterte leise: „K..Kay, warte mal… Einfach weitergehen? Und… und… das… ist alles?“

Kahlan antwortete nicht. Sie sah lediglich zurück über die Schulter und winkte Tessa zu, ihr zu folgen. Gleichzeitig jedoch legte sie erneut mahnend den Finger gegen die Lippen. Tessa hatte es plötzlich sehr eilig ihrer Schwester nachzukommen. So patschte sie ihr schnell hinterher, sich aber immer wieder mit großen Augen umschauend.

~*~*~

Sie wanderten weiter. Beide waren angespannt, nervös und leise – zumindest grösstensteils. Sie schlichen durch das dichte Astwerk, kletterten umständlich über gefallene Baumstämme und vorbei an verstreuten Felsen. Dann wurde das Grün allmählich spärlicher, doch auf der Lichtung vor ihnen schien mehr als nur das Licht der Monde. Rotgoldenes Licht, unregelmässig flackernd. Es machte den Anschein eines Feuers. Und Feuer bedeutete Menschen. Langsam näherten sie sich.

Kahlan presste sich gegen einen Baum und linste um dessen Stamm herum. Sie deutete Tess lautlos, dasselbe zu tun und zeigte auf einige Hütten in der Nähe, das Gesicht verzogen.

“Was siehst du denn?“ raunte Tessa ihr ins Ohr und ging ganz dicht an ihre kleine Schwester heran und linste über ihre Schulter um den Baum herum.

„Es sieht aus wie…. Hütten… oder so.” Kahlan biss sich auf die Lippe, schüttelte den Kopf und fluchte leise. Waren sie also doch nicht allein auf dieser Insel. „Verdammt!“

Tessa begann zu strahlen. Mit leuchtenden Augen hoppste sie auf und ab und machte den Anschein, als wöllte sie fröhlich auf die Lichtung stürmen. „Oh, da sind Hütten…Hütten, Kay! Vielleicht sind es nette Menschen!!” Mit diesen Worten machte Tessa einen Schritt zur Seite und trat aus dem Schatten des Baumes.

„HALT!“ Kahlan packte ihre Schwester grob am Ärmel. Sie zerrte sie zurück und funkelte sie Wütend an. Leise begann sie zu schimpfen: „Du kannst doch nicht einfach mir nichts dir nichts da rein rennen… gerade du! Bist du denn von Sinnen?”

„Was soll das denn…?“ wetterte Tesa giftig und windete sich unter dem Griff ihrer Schwester. „Aber die Hütten…vielleicht ist auch keiner da und die sind unbewohnt….kann ja sein, oder?”

Kahaln kniff die Augen zusammen und verfiel in einen spottenden Tonfall: „Klaaar, kann sein. Kann auch sein, dass uns morgen der Himmel auf den Kopf fällt, oder? Sag mal, bist du eigentlich selbstmordgefährdet?” Langsam schlich sie näher heran, den Blick suchend nach vorn gerichtet und Tessa kraftvoll hinter sich ziehend.

Diese schnaufte empört auf und zerrte ihren Arm wieder zu sich. „Laufen kann ich alleine. Ich weiß selber, was du sagen willst.Ich bin jetzt nur einfach zu müde”, flüsterte sie hinter dem Rücken ihrer Schwester und gab sich nun wirklich alle Mühe, leise zu sein. Doch vergeblich, denn noch immer erzeugen ihre Schritte ein deutliches ‚patsch patsch’ auf den Waldboden. Sofort zischte Kahlan säuerlich, aber leise nach hinten: „Psssssssst“, und wedelte eindringlich mit der Hand.

Tessa knurrte gereizt. „Hättest mich mal nicht ins Wasser fallen lassen sollen, gell?“ Sie patschte langsam weiter, während Kahlan zwischen die Äste schlich und vorsichtig einen davon herunterzog, um besser sehen zu können. Sie ignorierte ihre Schwester vollkommen und starrte gebannt auf die Lichtung, einen Fluch auf den Lippen, den sie aber nicht auszusprechen wagte.

Tessa versuchte die Füße so leise wie möglich einen vor den andern zu setzen, doch immer wieder erklang das nasse Geräusch ihrer triefenden Schuhe.

tbc…

3. Wer suchet… 12. September 2010

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3 – Wer suchet…

Langsam legte das Schiff vom Pier ab und fuhr hinaus auf die Thassa. Nebel kam auf und umschloss das Schiff gespenstisch. Ein leichter Wind begann aufbrausend mehr und mehr an den Segeln zu ziehen und allmählich wurde aus jenem Wind nach und nach ein richtiger Sturm. Regen und Gischt peitschten in die Gesichter der Mannschaft und der Passagiere. Das Schiff wurde immer mehr zum Spielball der Gewalten und kämpfte sich durch die meterhohen Wellen. Dann langsam legte sich der Sturm und erneut kam ein undurchdringlicher Nebel auf. Vorsichtig tastete sich der Kapitän mit dem Schiff vorwärts. Links und rechts zogen immer wieder Felsen vorbei. Das Schiff manövirierte langsam, aber sicher in seichtere Gewässer. Ein Knirschen war unter dem Kiel zu vernehmen und auf der linken Seite war nun ein Steg zu erkennen. Der Kapitän steuerte darauf zu und warf den Anker aus. Und als sich der Nebel endlich lichtete, sah man in der Ferne eine Insel.

Tessa flüchtete förmlich vom Schiff. Diesmal war sie es, die einen leichten Grünstich um die Nase hatte. Sie schluckte trocken und lachte nervös auf. Ihre Reise hierher zu einer abgelegenen Insel namens Tarn war gefährlich gewesen. Zunächst hatten sie einen Zwischenstopp in Kargash einlegen müssen. Doch dort waren viele Fragen gestellt worden. Fragen, denen Tessa lieber ausweichte. Was hätte sie auch antworten sollen? Die Wahrheit war, dass sie auf der Flucht waren, doch diese Tatsache hatte sie dem neugierigen Schmied des Ortes keinesfalls auf die Nase binden wollen. Und so waren sie schnell wieder aufgebrochen, bevor jemand noch auf den Gedanken kommen konnte, dass sie etwas zu verbergen hatten.

Blinzelnd betrachtete Tessa ihre jüngere Schwester, die gerade von Schiff stieg und erst einmal tief durchatmete. Sie versuchte es ihr gleich zu tun, doch sie schnappte eher nach Luft und hechelte fast dabei. Sie verzog das Gesicht, legte sich eine Hand vor den Mund und seufzte leise. Dann musterte sie Kahlan, der es wirklich gut zu gehen schien, und blinzelte sie irritiert an. „Heute scheine ich der Grünschnabel zu sein. Sag mal, hast du vorher was genommen, dass es dir so gut geht?“

Kahlan grinste schief, während sie eine Glocke am Steg betätigte, und erwiderte: „Nein, ich hab nichts genommen. Entweder ich bin zu nervös mittlerweile oder ich gewöhn mich allmählich an die Schiffsreisen.”

Tessa nickte zu ihren Worten und versuchte tief durchzuatmen, doch sah sie schon das nächste Boot, eine kleinere Fähre, kommen und versuchte angestrengt, sich nicht zu übergeben.

Kahlan seufzte ungeduldig und starrte dabei aufs Wasser hinaus, wo das Fährboot, das sie zur Insel von Tarn bringen sollte, allmählich näher zu kommen schien, dann jedoch beidrehte. Auch Tessa bemerkte das Wendemanöver des Fährmannes und schüttelte den Kopf, die Augen zusammengekniffen. „Was um alles in der Welt macht der Fährmann denn da?”

Kahlan schüttelte ebenfalls den Kopf und murmelte als Antwort: „Hoffentlich ist der nicht betrunken!“

Tessa lachte nun doch auf und stemmte die Arme in die Hüften. „Also, da fahr ich nicht mit. Das sieht nämlich ganz stark danach aus!“ Sie blickte sich um und entdeckte ein Kanu, das ganz in der Nähe am Steg vertaut lag. Grinsend wandte sie sich an ihre Schwester: „Kay, wir paddeln! Also… DU paddelst!”

„Sag mal, bin ich deine Kajira, oder was?” Kahlan jammerte gequält und verdrehte die Augen, während Tessa bereits vorsichtig ins Boot stieg, dabei süßlich grinsend. „Das nicht, aber eben meine kleine Schwester…!!!”

Kahlan verzog das Gesicht und brummte: „Ziege!” Dennoch kletterte sie selbst ins Kanu, löste die Vertäuung und griff nach den Paddeln, während Tessa nur knurrte: „Sumpfkuh! Pass nur auf was du sagst!“

~*~*~

Nach einer Weile des schweigenden Ruderns erblickte Kahlan eine Anlegestelle und hielt darauf zu. Schwungvoll rammte sie das Kanu gegen den Pier, woraufhin Tessa die Stirn runzelte und sofort schnauzte: „Geht das auch sanfter, Kay?“ Dennoch sprang sie aus dem Boot und zog es näher, damit auch ihre Schwester austeigen konnte.

Kahlan machte einen reichlich genervten und übellaunigen, während sie sich in diesem fremden Ort umblickte. Zu dieser späten Stunde schien er vollkommen unbelebt zu sein und die Einwohner hatten sich vermutlich schon zur Ruhe begeben. Dunkel zeichneten sich die Umrisse kleinerer Häuser gegen den Himmel ab und ausser dem leisen Pfeiffen des Windes und dem Rauschen der Wellen waren keine Geräusche zu hören. Unschlüssig sah Kahlan am Ufer entlang. „Und jetzt?“

„Am besten wir übernachten hier irgendwo“, meinte Tessa und blickte sich ebenfalls schulterzuckend um. Kahlan betrachtete sie von der Seite und runzelte die Stirn. „Ich dachte, du wolltest untertauchen? Das hier sieht mir reichlich bewohnt aus.”

„Stimmt.“ Tessa seufzte und legte sich eine Hand an die Stirn. „Verdammt, wenn es hier auch so einen neugierigen Schmied wie in Kargash gibt, dann na danke. Ich weiß es doch auch nicht, Kay. Ich kenn mich hier auch nicht aus. Vielleicht sollten wir einfach das Boot klauen und noch ein wenig rumpaddeln.“

Kahlan zuckte nur noch müde mit den Schultern. Die Reise war so anstrengend gewesen und immer noch hatten sie nur eine vage Vorstellung davon, wo letztendlich ihr Ziel war. „Aber was genau hattest du eigentlich vor? Auf dem Wasser wohnen?“

Tessa seufzte leise, sich wieder umblickend. „Du sagtest doch was von einer Insel… mh?”

Überlegend kniff Kahlan die Augen zusammen, während sich auf ihrer Stirn tiefe Furchen bildeten. Dann jedoch nickte sie verstehend. „Ach.. du meinst diese abgelegene Insel, von der dieser komische Fischer sprach?” Sie hob die Hand an die Stirn und spähte angestrengt übers Wasser, das sich dunkel und scheinbar unüberwindlich vor ihnen erstreckte.

„Ja, genau diese Insel. Vielleicht, wenn können wir uns dort eine Weile verstecken, zumindest bis etwas Gras über Du-Weisst-Schon-Was gewachsen ist…” Tessa nickte eifrig und sah ihre Schwester mit großen Augen an. Die jedoch seufzte nur erneut und schloss kurz ernüchtert die Augen. Nach einer Weile schliesslich antwortete sie leise: „Das könnte aber einsam werden… Naja, ich denke wir könnten es schon versuchen. Allerdings, der Fischer konnte mir nichts genaueres über diese Insel sagen. Ausser eben, dass sie wohl noch unerforscht und ähm.. nicht wirklich passierbar ist. Wer weiss, was dort für Gefahren lauern?” Sie schoss einen Seitenblick zu Tessa.

Diese runzelte die Stirn und erwiderte den Blick ihrer Schwester fast ein wenig verzweifelt. „Naja, ich… was will ich denn sonst machen? Ich will mich nicht nochmal so ausquetschen lassen wie in Kargash. Die haben echt zu viele Fragen gestellt.”

Kahlan zog ihren Schal etwas herunter und presste die Lippen aufeinander. Sie musterte ihre Schwester eingehend, kritisch, und versuchte zu einer Entscheidung zu kommen. Wieso kam es ihr bloß auf einmal so vor, dass sie die Ältere war? Wann war es passiert, dass sie selbst die Fäden in die Hand genommen hatte? Sie konnte es nicht sagen, klar war nur, dass die beschwerliche Reise irgendwelche schlummernden Fähigkeiten geweckt zu haben schien. Und so nickte sie schliesslich. „Ja, du hast ja recht… Also, was haben wir schon zu verlieren? Immerhin droht uns da auch nichts, wo niemand ist, der uns drohen könnte… Richtig?”

Tessa nickte ihr zu. „Ja, genau so ist es.“ Dennoch erschauderte sie kurz und fügte leise an: „Ich hoff nur, dass es da keine wilden Tiere gibt. Oder erst die vielen kleinen Krabbelviecher…” Allein bei dem Gedanken daran schloss sie die Augen und schüttelte sich. Kahlan lachte leise und schüttelte den Kopf. Das würde noch einen Spass geben. Tessa und die Wildnis, das war fast wie ein Sleen in der Teestube. Grinsend hüpfte sie wieder ins Kanu, dabei meinte sie provokativ: „Die fressen dich bestimmt!”

Tessa schnaufte leise und blökte ihre Schwester prompt an: „Schrei doch nicht so! Und klar, warum sollten die mich denn fressen?” Sie sagte es skeptisch und ihr Gesichtsausdruck zeigte deutlich, dass sie sich nicht sicher war, ob Kahlan das nun ernst meinte oder nicht. Diese grinste breit und ärgerte ihre Schwester noch etwas weiter, jedoch begleitet von einen Augenzwinkern. “Na, weil du bestimmt lecker schmeckst.. so saftig und süß!”

Dann jedoch schwiegen sie beide. Tessa kletterte unsicher in das Boot und Kahlan griff sich die Rudern, um hoffentlich die vorerst letzte Etappe ihrer langen Reise anzutreten.

2. On the Road again… 12. September 2010

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2 – On the Road again…

Einige Tage lang paddelten die beiden Schwestern am Ufer der Thassa entlang. Es war eine beschwerliche, entbehrsame Reise und die meiste Zeit schwiegen sie. Kahlan war viel zu überwältigt von all den Eindrücken. Tessa hingegen ständig auf der Hut. Sie schliefen kaum, rasteten nur selten. Fast unablässig fegte ein scharfer Wind über sie hinweg und zerrte an ihren ohnehin schon schäbig aussehenden Kleidern. Das salzige Wasser brannte auf ihrer Haut und in ihren Augen. Und bald war es soweit, dass das schon zu Beginn ihrer Reise klapprige Boot mehr als nur ein kleines Leck aufwies. Schweren Herzens gingen sie an Land, liessen das Boot zurück und setzten ihren Weg zu Fuß fort. Fernab der Siedlungen, die Straßen meidend wo nur möglich, kämpften sie sich vorwärts.

An einem Hafen schifften sie sich unter falschen Namen ein und liessen sich zu einem Ort bringen, von dem Kahlan noch nie gehört hatte. Die schiffsreise setzte ihr zu und so verbrachte sie die meiste Zeit schlafend unter Deck. Sie bemerkte nicht einmal, wie das Schiff im Hafen vor Anker ging. Als sie jedoch erwachte, stellte sie erschrocken fest, dass Tessa verschwunden war. Voller Sorge und noch immer ganz grün im Gesicht schlich sie sich vom Schiff und suchte den Hafen nach ihrer Schwester ab.

Tessa saß umringt von einigen Menschen in der nahegelegenen Hafentaverne. Es war nicht mehr als ein überdachter Unterstand, nach drei Seiten hin offen, direkt an den Anlegern gelegen. Doch dort brannte ein Feuer, was so einen Eindruck von Behaglichkeit erzeugte, und es waren einige Sitzkissen zwischen den aufgetürmten Fässern und Kisten verstreut. In regelmäßigen Abständen blinzelte Tessa zu ihrem Schiff und endlich entdeckte sie Kahlan, die etwas verloren an den Anlegern ausharrte. Sie fuchtelte wild mit der Hand, um die Aufmerksamkeit ihrer Schwester zu erregen, rief dabei: „Kay… hier!“ Endlich setzte Kahlan sich in Bewegung und kam schnurstracks, wenn auch wackelig auf sie zu. Tessa musste über die bleiche Gesichtsfarbe ihrer Schwester grinsen.Mit der Hand klopfte sie einladend neben sich und sagte leise: „Na komm schon, du sumpfkuh, setzt dich zu mir!“

Kahlan jedoch blickte sich eingeschüchtert um. So viele Fremde hatte sie in ihrem ganzen Leben noch nicht gesehen und viele von ihnen machten einen wahrhaft furchteinflößenden Eindruck. Große, breitschultrige Männer, dunkel gekleidet und mit wettergegärbten Gesichtern unterhielten sich mit Frauen, die zwar weniger muskulös schienen, aber nicht weniger bedrohlich. Sie senkte den Blick und murmelte kaum hörbar ein „Tal”, dann liess sie sich formlos neben Tess fallen und zog ihren ausgefransten Rock fest über ihre Beine.

Tessa lächelte sie von der Seite her an und stupste ihr in die Rippen. „Hast den Weg doch gefunden? Ich dachte schon, ich müßte dich erst noch holen.“

Brummelig verzog Kahlan das Gesicht, und erwiderte vorwurfsvoll, wenn auch leise: „Haha, warum hast du mir nicht vorher gesagt, dass Schiffe so schaukeln?” Sie blies die Wangen leicht auf und legte sich eine Hand leicht gegen den Magen, um das flaue Gefühl darin zu beruhigen. Dann blickte sie sich unter gesenkten Lidern neugierig um.

Eine der anwesenden Frauen hatte die Arme verschränkt und lehnte sich gegen ein grosses Fass. Sie klopfte mit der Hand dagegen und ein dumpfes Pochen erklang. Sogleich zog sie ein Messer und begann, konzentriert ein Loch ins Holz zu brokeln, scheinbar um zu sehen, was das Fass enthielt. Ein Mann hingegen hatte sich leicht nach vorn gebeugt und musterte Kahlan, ein schiefes Lächeln auf den Lippen. Schon fragte er mit rauher Stimme: „Wie war die Überfahrt? Ihr macht einen angeschlagenen Eindruck, Lady.“

Tessa deutete zu den Leuten von links nach rechts und flüsterte gleichzeitig zu ihrer Schwester: „Die erste, schlafende Frau da ist Calli, eine alte Freundin. Daneben ihr Untergebener Sir Hank,“ zeigte sie auf den Mann, der so besorgt über Kahlan’s Wohlergehen gewesen war. „Und dann auf dem Fass sitzt Gini. Die kenn ich auch schon sehr lange… Und dass Schiffe schaukeln, hab ich nicht gesagt, weil du ka sonst nicht mitgekommen wärst,“ schloss sie leise lachend ihre Rede. Als Kahlan jedoch nur schrg grinste, zog sie sie zu sich und drückte ihr strahlend einen dicken Kuss auf die Wange.

Kahlan verzog etwas peinlich berührt das Gesicht, widerstand aber dem Bedürfnis, sich schnell mit dem Ärmel über die Wange zu wischen. Stattdessen Musterte sie jede einzelne Person kurz und nickte ihnen schüchtern zu.

Hank, ein dunkelhaariger Mann mit leuchtenden Augen, hob eine Augenbraue und fragte leise: „Und wie ist Euer Name, lady?“

Tessa lächelte ihm kurz zu, beobachtete dann jedoch ihre kleine Schwester aus dem Augenwinkel. Sie war gespannt, ob sie wohl selber antworten würde, alt genug war sie ja. Dann jedoch, ohne wirklich zu wissen warum, zog sie sie nochmals an sich und verwuschelte ihr mit einer Hand die Haare.

Kahlan lief knallrot an, während sie versuchte, sich von Tessa zu lösen. Sie warf ihrer Schwester einen bitterbösen Blick zu, dann erst setzte sie sich aufrecht hin und glättete sich die Haare. Sie räusperte sich kurz und blickte fragend zu Hank. Recht unsicher kam es über ihre Lippen: „Ähm, meint Ihr mich? Man nennt mich Kahlan.“

Unvermittelt entbrannte nicht weit vom Feuer entfernt einiger Aufruhr. Stimmen wurden laut. Tessa reckte ihren Hals  nach oben und versuchte zu sehen, mit wem Calli, die mittlerweile aufgewacht war, sprach. Dann beugte sie sich zu Kahlan und flüsterte: „Kay, Calli kenn ich seit derZeit in Red Rock, als ich dort als Söldnerin anheuerte.“

Recht verdutzt schaute Kahlan ihrer Schwester ins Gesicht. „Du? Sölnerin?“ Sie kniff die Augen ungläubig zusammen, während der Streit jenseits der Fässer zu eskalieren schien. Schon sagte Calli mit einschüchternder Stimme zu einer unsichtbaren Person: „Ich zähle bis drei. Dann bist du entweder veschwunden oder du kniest. Wenn nicht, werden wir gerne behilflich sein… 1… 2…“

Hank, der aufgesprungen und zum Schauplatz des Streites geeilt war, zog mit einer flüssigen Bewegung einen Bogen vom Rücken, dann einen Pfeil aus dem Köcher und legte ihn in aller Ruhe an. Just in diesem Moment war Calli’s Geduld scheinbar am Ende, denn sie schrie laut: „Drei!“ und schon entstand ein heilloses Durcheinander, als alle Einheimischen der unbekannten Person hinterherjagten. Kahlan zuckte zusammen, blinzelte und rieb sich verwundert durch die Augen. So etwas hatte sie bisher nicht erlebt und sie fand es spannend, aber auch beängstigend. Tessa hingegen verfolgte das Geschehen mit grossen Augen und schüttelte mahnend den Kopf. „Bloß nicht einmischen, Kay! Das können wir uns nicht erlauben…“ Seufzend wandte sie ihren Blick wieder Kahlan zu, um auf die im Raum stehende Frage zu antworten: „ja, Kay, ich war Söldnerin. Aber nicht sooo lange. Das kannst dir jetzt nicht vorstellen, oder? Ich und ein Heimstein… mh… das waren noch Zeiten. Ich habe versucht Geld zu verdienen, Kay, für dich.“

Kahlan kniff die Augen zusammen und murrte: „Du meinst wohl eher für… diesen Kerl, der mich die Bosk melken liess…”

Seufzend senkte Tessa einen Moment lang ihren Blick, schaute ihr dann entschuldigend in die Augen. „Kay, meine kleine Schwester, es tut mir leid. Ich dachte wirklich, du bist in guten Händen.“

Kahlan grinste schief und zuckte mit den Schultern. Dann tätschelte sie kurz den Sack auf ihrem Rücken und murmelte frech: „Bin ich nun ja auch.”

Tessa lachte leise und strich ihr liebevoll eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Manchmal bist du etwas nervig, aber sonst… naja, ganz lieb.“ Sie schüttelte schmunzelnd den Kopf und reichte ihr ihren Becher. „Möchtest du? Paga mit Wasser gemischt.“

Skeptisch betrachtete Kahlan den Becher und überlegte kurz. Dann allerdings zog sie kurzentschlossen das Tuch von ihrem Mund weg und griff nach dem Becher. Dabei murmelte sie grinsend, eine Augenbraue hochgezogen: „Wird mich schon nicht umbringen… oder bin ich dir schon nervig genug?”

Tessa gluckste. „Ja, doch, du kannst einen schon… also… Ach was, trink das, dann wird auch dein Magengrummeln weggehen.“

Kahlan nickte kurz und hob den Becher an ihre Lippen. Sie trank zügig einen grossen Schluck. Ihre Gesichtsfarbe wandelte sich fast augenblicklich von grünlich zu knallrot und sie musste ein Husten unterdrücken. Als sie leise jappste, sah Tessa, die an ihrem Rock herumgezuppelt und ihre Beine zu bedecken versucht hatte, überrascht zu ihr und machte große Augen.Sofort prustete sie los und klopfte ihrer Schwester auf den Rücken. „Willst mir aber nicht sagen, du hast noch nie Paga getrunken? Und der ist auch noch verdünnt.”

Kahlan biss sich auf die Unterlippe und zuckte mit einem Seitenblick zu Tessa eine Schulter. „Najaaa…” Noch einmal nahm sie einen Schluck, aber diesmal etwas langsamer. Just in diesem Moment kamen auch die Einwohner des Ortes von ihrer ‚Jagd’ zurück. Calli hockte sich neben eins der Fässer und seufzte. „Tut mir leid, Tessa. Die Kleine macht nur Ärger.“

Tessa nickte lächelnd und wog den Kopf hin und her. „Na, was war denn da los? Sie ist ja bekannt dafür, Ärger zu machen. Ist sie in eurem Clan?”

Calli schüttelte entsetzt den Kopf. „Die? Nein, nein… bloss nicht!“

Tessa nickte leicht und lief etwas rot an. „Ja, besser ist es. Damit habt ihr keine Freude, wenn man es mal so sagen will… Ach Calli, das hier,” sie legte ihren Arm um ihre Schwester und drückte sie kurz an sich. „ist meine Schwester Kay.”

Zurückhaltend lächelnd nickte Calli ihr zu. „Freut mich, ich bin Calli.“ Schweigend lauschte Kahlan, während sie den Becher zurück zu ihrer Schwester schob. Dann nickte sie lächelnd zu Calli und beäugte neugierig auch die anderen Rückkehrer. Ein unbekannter Mann hatte sich hinter Calli gestellt und diese griff nun hinter sich. Sie nahm seine Hand und lehnte sich an seine Beine, während er schmunzelte. Dann lehnte sie den Kopf zurück und zwinkerte ihm zu, woraufhin er ihr beiläufig über das Haar strich.

Kahlan senkte irritiert den Blick, doch Tessa schien dieses Verhalten nicht zu verwundern. Sie griff nach dem Becher mit verdünntem Paga und lächelte Kahlan an, dabei leise ihren Kosenamen flüsternd und ihren Kopf tätschelnd.

Calli riss sich schließlich von ihrem Gefährten los und wandte sich wieder dan Tessa: „Wo waren wir stehen geblieben?“

Jemand antwortete grinsend: „Warum Schiffe immer so schaukeln müssen“, woraufhin sich allgemeines Gelächter breit machte, sehr zum Missfallen von Kahlan, die mit glühenden Wangen auf den Boden starrte.

Tessa aber schaute sich um. „Also, eigentlich bei deinem Bruder, der spurlos verschwunden ist. Aber stell dir vor, Kalia ist wieder da.“

Calli nickte. „Ja, ich hab sie hier auch schon öfter gesehen.“

Tessa kratzte sich an der Augenbraue. „Vielleicht weiß sie ja etwas. Ich hab sie nicht getroffen bisher, da ich nicht so gerne weiter ins Landesinnere gehe und mich eher von offenen Wegen fernhalte. Aber wenn ich was erfahren sollte, komm ich und erzähle es dir. Wobei ich da nicht dran glaube.“

Calli seufzte. „Vielleicht will ich es ja auch gar nicht wissen.“

Auch Tessa seufzte und schob ihre Unterlippe vor. „Mh… ja, manches möchte man nicht wissen. Wobei… es ist dein Bruder, Calli. Ich bin auch froh, dass ich Kay habe. Das war ja lange nicht so.“

Kahlan legte kurz die Stirn in Falten und schaute ungläubig zu Tessa. Doch sie sagte nichts weiter, sondern zuppelte nur grinsend an ihrem Rock herum, während jemand aud der Gruppe murmelte: „Was zählt schon Fleisch und Blut?“

Tessa fing Kahlan’s Blick auf und runzelte ebenfalls die Stirn. Sie fühlte sich ertappt, dass sie tatsächlich froh darüber war, ihre Schwester bei sich zu haben. Krampfhaft versuchte sie es zu übertünschen und murmelte drohend zu Kahlan: „Willst du was sagen, du Sumpfkuh?“

Kahlan Nayar biss sich fest auf die Zunge, um das Grinsen loszuwerden. Sie schaute Tessa unschuldig an und schüttelte bloss den Kopf, woraufhin Tessa sich leicht über das Knie rieb. Dort wo der Stoff endete, juckte er ganz furchtbar. Einen Moment lang, fragte sich Tessa, warum sie das nie gemerkt hatte, dann blickte sie missmutig auf die quer über den Rock verteilten Flecken. Nach einem Moment des Schweigens schließlich seufzt sie und fragt vorsichtig: „Wo ist denn Drakon?“

Augenblicklich verdunkelten sich die Augen einer Frau aus der Gruppe, doch bevor sie etwas sagen konnte, trat Hank wieder zu ihnen - in Begleitung einer gefesselten Frau. Offensichtlich war diese der Grund für die vorangegangene Aufregung gewesen, so dass sich nun alle Augen ihr zuwandten. Hank sagte nur abfällig: „Ich habe explosive Ware bei mir. Wir sollten sie verkaufen, oder ist sie für uns noch zu was nutze?“

Tessa nutze die Gelegenheit, um an Kahlan’s Rucksack zu ziehen. Sie schaute ihre Schwester eindringlich an und murmelte: „Hast du die Karten besorgt, die wir brauchen? Sonst weiß ich nicht, wie wir weiter kommen sollen.“

Kahlan tätschelte kurz ihren Rucksack und nickte knapp, während der scheinbare Anführer der Truppe, Hank und seine Beute mit hochgezogener Augenbraue in Augenschein nahm. Mit tiefer Stimme fragte er: „Was hast du denn da? Und vor allem, warum trägt sie noch nicht unser Collar?”

Hank antwortete ohne zu Zögern: „Sie trägt bereits ein Collar und zwar ein ganz Spezielles. Sie hat förmlich darum gewinselt, dass ich es nicht öffne, weil es wohl vergiftetete Pfeile enthält. Ich habe es mir angesehen, und sie sagte die Wahrheit.“

Der Anführer nickte mit kaltem Blick. „Aha. Und warum lebt sie dann noch?“

Hank schluckte. „Weil ich das Collar nicht geöffnet habe… noch nicht.“

Der Anführer zeigte keinerlei Gefühlsregung. Er griff lediglich nach einem Messer und reichte es Hank. Dann verkündete er mit fester Stimme, die keinen Widerspruch duldete: „Sie hat uns angegriffen. Eine Sklavin, die den Bogen gegen einen Freien erhebt, ist des Todes. Töte sie!“

Tessa beobachtete die Szene entsetzt und schluckte kurz. Im Herzen war sie immer noch eine Heilerin und es war ihr mehr als unangenehm, bei so etwas tatenlos zuzusehen. Leise seufzte sie, denn ihr war klar, dass sie ohnehin nichts für das fremde Mädchen tun konnte. So schloss sie kurz die Augen und drückte sich näher zu Kahlan. Diese allerdings hatte den Hals gereckt und schaute neugierig um die Fässer herum, um einen guten Blick auf das Geschehen zu erhaschen. Ihr Gesicht zeigte dabei keinerlei Regung. Was war schon eine Sklavin, erst recht eine, die eine Waffe gegen einen Freien gerichtet hatte?

Doch Hank zögerte, schien sich selbst nicht wohl bei dem Gedanken zu fühlen. Ein anderer der Gruppe zog daraufhin den Bogen von den Schultern und legte gedehnt einen Pfeil ein. Damit zielte er auf den Kopf der gefesselten Sklavin, die keinen Ton von sich gab. „Der High Jarl hat gesprochen. Entweder du tust es, Hank, oder ich…“

Hank nickte knapp und zerrte das Mädchen hinter sich her in Richtung des Wassers. Tessa blinzelte unterdessen durch ein halb geöffnetes Auge und begann zu zittern, auch wenn sie sich nicht anmerken lassen wollte, wie sehr sie das mitnahm.

Kahlan’s Augenbrauen wanderten unterdessen ein Stück in die Höhe und sie reckte erneut kurz den Hals. Dann jedoch bemerkte sie Tessa’s verkrampfte Haltung und wandte den Blick abwesend zu Boden.

Eine Weile lang herrschte betretenes Schweigen, während dem lediglich ab und zu an ihrem Becher nippte. Dann atmete sie tief durch, richtete ihren Rock und flüsterte zu Kahlan: „Hol mal deine Karte heraus. Ich will kucken, wo wir noch langschippern. Und vielleicht müssen wir auch durch den einen oder anderen Wald laufen.“

In diesem Moment trat Hank zu seinem Anführer und reichte ihm das Blut verschmierte Messer. „Hier, Sir.“ Dieser nahm es wortlos entgegen und wischte es an seiner Kleidung ab. Hank setzte sich wortlos ans Feuer und starrte hinein.

Kahlan verzog lediglich kurz das Gesicht, zog dann aber ihren Rucksack nach vorne und fing an, darin herumzuwühlen. Schließlich fand sie die gesuchten Karten und streckte sie ihrer Schwester hin. Tessa allerdings blinzelte erschüttert und war gerade so vertieft in ihren Gedanken, dass sie nicht einmal mitbekam, wie Kahlan die Karten hervorholte. Sie folgte Hank mit den Augen und knurrte leise. Natürlich wusste sie, dass es nach den Sitten und Gesetzen richtig und notwendig war, die Sklavin zu töten, dennoch verachtete sie es. Kahlan indes stutzte kurz über die geistige Abwesenheit ihrer Schwester. Doch konnte ihr das alles nur ein Schulterzucken entlocken, und so stiess sie Tessa mit dem Ellbogen leicht in die Seite.

Tessa zuckte zurück und warf Kahlan einen griesgrämigen Blick zu. „Was?“, fauchte sie, bevor sie endlich der Karten gewahr wurde. Schließlich griff sie danach und rollte das Pergament vor sich aus. Seufzend suchte sie ihren jetzigen Ausgangspunkt und fuhr mit dem Finger über die einzelnen Linien. Kurz tippte sie Kay mit dem Ellbogen an und flüsterte, auf eine Stelle deutend: „Da, was meinst du?“

Kahlan schaute neugierig auf die Karte, die ihr allerdings nicht wirklich viel sagte, sondern nur ein Gewirr aus Linien und Punkten darzustellen schien. Sie tippte sich mit dem Zeigefinger nachdenklich an ihren Mundwinkel und murmelte dann schulterzuckend: „Von mir aus… Sieht doch eh alles gleich aus.”

Tessa schnaufte leise und schüttelte den Kopf. „Das ist doch nicht alles das Gleiche. Sag mal, wo hast du denn gelebt?“ Augenblicklich biss sie sich auf die Lippen und warf einen entschuldigenden Blick zu ihrer Schwester, nur um den Kopf schräg zu legen und die Karte etwas hin und her zu schieben. Wieder tippte sie auf eine andere Stelle. „Oder doch lieber da?“

Kahlan verdrehte kaum merklich die Augen. Dann tippte sie ihrerseits auf eine Stelle, unwissend, dass sich dort nichts als Wasser und die ein oder andere kleine Insel befand. „Da wär auch gut, oder?”

Tessa folgte ihrem Finger und hielt die Nase ganz nah ans Pergament, da sie sonst kaum was erkennen konnte. Sie runzelte die Stirn. „Mh… Ja, warum eigentlich nicht? Wenn du gerne erst noch ein paar hundert Pasang paddeln willst, warum nicht. Es kommt mir sogar entgegen, denn da werden wir nicht gleich entdeckt.“

Kahlan warf Tessa einen verständnislosen Blick zu und murmelte fragend: „Wie, paddeln??” Dann blickte sie erneut auf das bekritzelte Pergament und zuckte mit den Schultern. „Ach, mir egal…”

Hank lauschte schweigend der Unterhaltung der beiden Schwestern und schmunzelte, als er an die Gesichtsfarbe dachte, die Kahlan bei ihrer Ankunft hatte. Unterdessen trat leise ein Mann zu ihnen und grüßte verhalten. Hank nickte ihm zu und sagte deutlich „Tal, Bruder.“

Tessa nickte noch zu Kahlan und murmelte „Natürlich paddeln, oder was meinst du, wie wir da hinkommen? Ich schwimme da sicherlich nicht rüber. Da gibt es sicher Thalarions und sowas.“ Dann schaute sie auf und lächelte leicht süffisant zu dem Neuankömmling. Sie hob die Hand weit nach oben und winkte ihm zu. „Tal.“

Der Mann hörte zunächst nur eine bekannte Stimme und sah sich um. Dann entdeckte er die Hand und fragte überrascht: „Tess?“, woraufhin diese hinter ihrer Schwester hervor linste und grinsend nickte. „Aye, ich bin es.“

Kahlan blickte lediglich kurz auf und nuschelte etwas abwesend „Tal..”, nur um fast sofort wieder das Gekritzel zu betrachten, das sie nicht im Geringsten entschlüsseln konnte. Sie kratzte sich am Kopf, würde aber im Leben nicht zugeben, dass sie keine Ahnung hatte, was Tess mit Paddeln meinte.

Tessa Runningbear lächelte und stupste Kahlan an. „Trant, wie geht es dir? Das hier ist meine Schwester Kay. Und Kay, das ist Trant, ein alter Bekannter von früher, als ich noch mit den Söldnern unterwegs war.“

Erneut hob Kahlan den Blick und lächelte. „Tal, freut mich…”

Trant setzte sich langsam zu seiner Gefährtin ans Feuer und nickte Kahlan zu, antwortet dann zu Tessa: „Gut. Danke, Tess. Mir geht es gut.“

Tessa legte den Kopf schief und fing an, die Karte wieder einzurollen. Leise flüsterte sie zu Kahlan: „Das wird ein langer, langer Weg, Schwesterchen. Und duuu wirst genauso paddeln wie ich. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass dort die großen Schiffe überhaupt hinreisen.“ Bei diesen Worten und dem Gedanken an Schiffe wurde Kahlan urplötzlich blass und stammelte etwas unwohl vor sich her.

Trant beobachtete die beiden nickend und sagte dann: „Soso. Deine kleine Schwester. Angenehm… hoffe, ihr hattet eine angenehme Reise.“

Tessa zuckte mit den Schultern. „Naja, ja also ich schon. Wobei Schiffsreisen immer mit Magenproblemen belastet sind.“

Trant’s Gefährtin flüsterte ihm grinsend zu: „Die Kleine war ganz grün, als sie hier ankam“, während sie auf Kahlan deutete. Diese schob sich den Zeigefinger in den Mund und kaute abwesend auf ihrem Fingernagel herum. Sofort wurde sie von Tessa schnaufend zurecht gewiesen: „Kay, nimm den Finger aus dem Mund. Sag mal, wie alt bist du eigentlich?“

Kahlan erstarrte und sah Tessa funkelnd an. Langsam liess sie die Hand sinken, ihrer Schwester bitterböse Blicke zuwerfend, auch wenn diese ja eigentlich nichts für ihren schwachen Magen konnte. Trotzdem zischte sie leise: „Ziege!“

Tessa’s Augen weiteten sich und abrupt drehte sie das Gesicht zu ihr. Sie schüttelte den Kopf und fauchte: „Du olle Sumpfkuh, du benimmst dich wie ein Kleinkind.“ Dann wendete sie den Blick zu Hank und blitzte ihn stattdessen an. Das Feuer zwischen ihm und ihr knisternd, starrt sie dann hinein.

„Warum schaut Ihr so, Tess?“, fragte Hank über das Feuer hinweg und zog die Augenbrauen in die Höhe. Die Angesprochene zuckte leicht zusammen und antwortete knapp: „Nichts, was mich angeht. Und ich misch mich nicht ein in Eure Angelegenheiten.“

Schnaufend griff Tessa nach ihren Becher und legte ihn an die Lippen. Sie trank einen kleinen Schluck, dann schob sie den Becher zu Kahlan, die noch immer missmutig brummte, aber dennoch den Becher nahm und ihrerseits einige Schlucke trank. Unachtsam wollte Tessa den Becher zurücknehmen, stiess ihn dabei aber um. Und natürlich zischte sie sofort zu ihrer Schwester: „Sag mal, warum stellst du den denn so blöd in den Weg? Jetzt hab ich es ausgeleert wegen dir…“ Sie schubste sie unsanft und wandte den Blick wieder ab, aus dem Augenwinkel nur noch sehend, wie der Paga in Kahlan Richtung lief.

Kahlan verdrehte über Tessa’s Gezeter bloß die Augen und äffte sie leicht nach. Dann jedoch bemerkte sie, wie ihr letzter guter Rock sich voll Paga sog, und schnaufte leise: „Na toll…!” Tessa beachtete ihre Schwester jetzt einfach nicht mehr und starrte wieder ins Feuer, während Kahlan vergeblich an dem Stoff ihres Rockes herumwischte. Doch irgendwann presste Tessa die Lippen aufeinander und flüsterte: „Hör mal, sollen wir heute noch weiter reisen, oder erst morgen?“

„Mir egal, ich werd ja eh nur wieder über der Brüstung hängen”, erwiderte Kahlen knurrig, was ihrer Schwester ein Lachen entlockte. Grinsend nickt sie. „Ja, das wirst du wohl. Also, ich mag nur nicht noch weiter ins Land rein. Du weißt ja warum.“

Dann erhob Tessa sich abrupt und zerrte eine vollkommen überraschte Kahlan mit sich. Entschlossen richtete sie ihre Röcke und zog den Rucksack auf die Schultern. Zu den Anwesenden sagte sie lediglichleicht lächelnd: „Habt Dank für die Gastfreundschaft. Wir reisen jetzt weiter. Es ist noch ein langer Weg.“ Dann schob sie sich ihren Schal vor den Mund, während Kahlan missmutig zum Schiff blickte.

„Tess… Kay… Be well. Ich wünsche Euch eine gute Heimreise“, sagte Trant lächelnd, seine Gefährtin fügte nickend an: „Möge Odin Euch auf eurer Reise beschützen. Ich wünsche eine ruhige Überfahrt. Nicht, dass die Kleine da wieder ganz grün wird.“

Auch Hank nickte. „Habt immer Sonne auf Eurem Wegen, Ladies. Und Kay… passt auf Euren Magen auf.“

Kahlan lächelte gequält, sagte aber nichts ausser: „Be well allerseits”, während Tessa ihren Arm griff und sie in eine ungewissen Zukunft zieht, ohne so recht zu wissen, wohin es überhaupt geht.

1. Das Wiedersehen 12. September 2010

Veröffentlicht von Maya in : Insel der Vergessenen, Moments of my Soul , einen kommentar schreiben

1 – Das Wiedersehen…Die Geschichte zweier Schwestern, die ihren Weg aus der Gesellschaft heraus und in die Wildnis hinein suchen….

Schillernd brachen die Sonnenstrahlen durch die weitgefächerten Blätter des Baumes, zeichneten so scharfe Schatten auf den weichen Boden und brachen sich in der nahegelegenen Quelle. Es war ein friedliches Tag. Der Himmel strahlte in leuchtendem Blau über die Weite des Landes, nur hier und da mit einem flauschigen Wölkchen betupft. Unaufhaltsam schien der Sommer Einzug zu halten. Vögel zwitscherten ungestört ein fröhliches Lied, während erste zarte Blumen ihre Hälse ins Licht reckten. Ein sanfter Wind liess sie leicht hin und herwiegen und verteilte ihren angenehmen Duft.

Eben jener Lufthauch wirbelte auch durch die dunkeln Haare einer jungen Frau, die nicht weit entfernt von einer rustikalen Bauernhütte inmitten einiger wild anmutender, rinderartiger Tiere saß. Mit geübten Händen strich sie die Milch aus den prallen Eutern des Bosk, doch schien sie mit ihren Gedanken ganz woanders zu weilen. Ihr Blick wirkte träumerisch. Die Mundwinkel hatte sie leicht in die Höhe gezogen, während sie eine leise, wohlklingende Melodie vor sich hinsummte, nur unterbrochen von den zischenden Geräuschen der Milch, wenn sie in den Eimer strömte. Der für die Jahreszeit ungewöhnlich warme Tag und die Tätigkeit an der frischen Luft brachten die junge Frau ins Schwitzen. Doch schien sie das überhaupt nicht zu stören. Nur ab und zu hielt sie in der monotonen Arbeit inne, um sich mit den Handrücken einige feuchte Haarsträhnen aus der Stirn zu schieben. Irgendwann jedoch atmete sie tief durch, drückte die letzten Tropfen aus dem Euter und schüttelte die Zitzen leicht aus.

Langsam stand Kahlan auf und sortierte ihr Röcke. Sie legte sich eine Hand an den Rücken und streckte das Kreuz durch. Ihre ebenmäßigen Gesichtszüge nahmen kurz einen gequälten Ausdruck an. Doch sie verharrte nur einen Moment so, dann näherte sie sich mit entschlossenen Schritten der Quelle in der Nähe. Dort hockte sie sich nieder und tauchte die Hände ins erfrischende Wasser. Lächelnd liess sie sich auf ihre vier Buschstaben fallen und zog die Knie an. Ein Seufzer kam über ihre Lippen und verriet, wie erschöpft sie sich tatsächlich fühlte.

Kahlan schloss die Augen und am liebsten hätte sie sich einfach zurückgelehnt und ein Nickerchen gemacht. Doch es wartete einfach noch zu viel Arbeit auf sie, so dass sie sich mit einer kurzen Verschnaufpause zufrieden geben musste. Die Familie, bei der sie lebte, war früher am Tag aufgebrochen, um zum Markt zu fahren. Eine Reise, die in solch einer abgelegenen Gegend gut und gerne mehrere Tage dauern konnte. So hatten sie Kahlan allein die Verantwortung für den Hof und die Tiere überlassen. Eigentlich war das nichts Besonderes, schliesslich verrichtete die 22-Jährige auch sonst die harte Arbeit. Doch war der Frieden nun vor allem eines – trügerisch. Denn die Abwesenheit des Bauern bedeutete gleichsam, dass das Anwesen und besonders Kahlan vollkommen schutzlos zurückblieben. Wieder seufzte sie, doch sie konnte sich nicht aufraffen, zurück an die Arbeit zu gehen. So blieb sie einfach noch eine Weile sitzen und öffnete die grün-blauen Augen, um das Spiel des Wasser zu betrachten.

~*~*~

Nicht weit entfernt legte unterdessen ein klapprig aussehendes Ruderboot am Ufer der Thassa an. Tessa sprang mit einem Satz heraus, doch kam sie auf dem unebenen Boden ins Straucheln, stolperte so über ihr langes Kleid und flog erst einmal der Länge nach in den Schmutz. Müde und kraftlos blieb sie zunächst liegen, um sich zu sammeln. Dann jedoch hob sie den Kopf und blickte sich neugirig um. Viele Jahre waren vergangen, seit sie das letzte Mal einen Fuß auf diesen Boden gesetzt hatte. Viele Jahre, in denen so viel passiert sein konnte. Wehmütig flüsterte sie den Namen ihrer kleinen Schwester vor sich hin. Dann rappelte sie sich entschlossen auf und ging einige vorsichtige Schritte am Ufer entlang.

Tessa liess den Blick suchend durch die Landschaft wandern und versuchte sich zu erinnern, wo der Hof der Familie lag, der sie ihre Schwester einst anvertraut hatte. Damals, als ihre Eltern gestorben waren und sie mit ihrer Babyschwester zurückgelassen hatten. Dabei war sie doch selbst nicht viel mehr als ein Kind gewesen, völlig überfordert damit, sich um das Baby und sich selbst zu kümmern. Und erst recht nicht fähig, sie vor den Gefahren dieser Welt zu schützen. So hatte sie das einzig Sinnvolle getan, was ihr eingefallen war, und auch heute war sie sich sicher, dass es das richtige gewesen war, auch wenn sie nicht wusste, ob Kahlan das wohl genauso sehen würde.

Seufzend tapste sie nun durch die Sträucher und Wiesen, ihrem Ziel so nahe. Ihre langen Röcke verfingen sich jedoch immer wieder an Dornen. Tessa fluchte laut vor sich hin, als ihr Weg sie nun auch noch durch Boskdunk und anderen Matsch führte, der ekelhafterweise an ihren Beinen kleben blieb. Der Schweiß stand ihr mittlerweile auf der Stirn, denn hier war es bereits viel wärmer als in Scagnar, wo der Fluss noch gefroren war.

Endlich erblickte Tessa in der Ferne den Hof. Er lag noch genauso malerisch zwischen den Bäumen wie damals, doch wirkte er lange nicht mehr so schäbig. Man konnte deutlich erkennen, dass es den Bewohnern dieses Anwesens wohl recht gut ergangen war in den letzten Jahren. Sie verharrte kurz in ihrer Bewegung und fuhr sich mit einer Hand über die feuchte Stirn, schob sich die schwarzen Haare auf Seite. Wieder ging sie zwei Schritte in die Richtung des Hofes und zögerte doch erneut. Unvermittelt jedoch schwenkte sie dann in eine andere Richtung. Vielleicht war es besser erst einmal die Gegend zu erkunden. Schließlich wollte sie wissen, wie ihre kleine Schwester all die Jahre verbracht hatte. Ob es ihr wohl gut ergangen war? Hatte sie oft an ihre große Schwester gedacht? Oder hatte sie sie womöglich längst vergessen? Überraschend würde sie das nicht, immerhin hatte sie jahrelang nichts von sich hören lassen.

Tessa warf wieder einen Blick in Richtung des Bauernhauses. Sie stellte sich leicht auf die Zehenspitzen und fragte sich einen Moment lang, ob überhaupt jemand dort war. Schliesslich wirkte alles vollkommen ruhig. Zögerlich trat sie zwei weitere Schritte darauf zu. Doch wieder zögerte sie, wieder schlug sie eine andere Richtung ein. Kopfschüttelnd legte sie sich die Hand an die Stirn und murmelte ernüchtert: „Sie wird mich nicht mal erkennen… und wenn dann wird sie mich hassen!“

Ein leiser Seufzer kam über ihre Lippen, während sie über ihre Schulter griff und ihren schweren Rucksack nach vorn zog. Sie musste einfach erst einmal etwas trinken. War es hier normalerweise auch so warm oder war sie selbst einfach nur die Wärme nicht mehr gewöhnt? Sie wusste es nicht. Aber es spielte wohl auch keine Rolle. Sie blinzelte gegen die Sonne, während sie einen großen Schluck aus ihrer ledernen Flasche nahm. Wieder wanderten ihre Gedanken zu ihrer Schwester, doch sie versuchte sie zunächst zu verdrängen, schulterte ihre Tasche und stapft entschlossen los, während ihre durchweichten, matschigen Schuhe mit jedem Schritt schmatzende Geräusche auf dem Boden erzeugten.

~*~*~

Kahlan legte die Stirn in Falten und stutzte. Aus irgendeinem Grund schienen sich die feinen Haare in ihrem Nacken aufzustellen. Sachte schüttelte sie den Kopf, denn es kam ihr fast so vor, als sei sie nicht allein, aber das konnte nur völliger Unsinn, ihre eigene Einbildung sein. Wer würde sich schon in eine so verlassene Gegend vorwagen? Doch sie schaffte es einfach nicht dieses Gefühl zu ignorieren, also begann sie aufmerksam auf ungewöhnliche Geräusche zu lauschen. Und tatsächlich, ein Stück entfernt konnte sie deutlich Schritte hören, die scheinbar näher kamen. Erschrocken presste sie die Lippen aufeinander und ihr schoss durch den Kopf, dass es vielleicht besser wäre, die Beine in die Hand zu nehmen und zu flüchten, so lange sie es noch konnte. Dennoch rührte sie sich nicht vom Fleck, sondern wog nur den Kopf angespannt hin und her und lauschte weiter. Ab und an warf sie einen flüchtigen Blick über die Schultern. Schließlich, als sie ihre Nervosität niht mehr länger im Zaum halten konnte, stand sie auf. Bdächtig und mit vorsichtgen, leisen Schritten näherte sie sich dem grossen Bosk, das sie gerade erst gemolken hatte. Immerhin bot das Tier genug Masse, dass eine so zierliche Person wie sie sich dahinter verstecken konnte. Eine Hand auf das breite Hinterteil des Tieres gelegt lehnte sie sich langsam etwas nach vorn. Gerade so weit, dass darum herumschauen konnte. Und tatsächlick erblickte sie nicht allzuweit entfernt eine Gestalt. Wenigstens war es kein Mann, wie sie zunächst befürchtet hatte, sondern nur eine Frau, scheinbar ebenso zierlich gebaut wie sie selbst. Deutlich zeichnete sich die Form des weiten Rockes der Unbekannten gegen die Landschaft ab. Dennoch, selbst ein Frau konnte einer anderen hier gefährlich werden, also hielt Kahlan die Luft an und beobachtete die Fremde lautlos aus ihrem tierischen Versteck heraus.

Tessa atmete schwer und ihr Herz klopfte weiter stark und laut. Sie wischte sich fahrig die Handflächen an ihrem Rock ab. War es wohl die Hitze oder die Aufregung, die sie so ins Schwitzen brachte? Oder war es vielleicht beides? Das Geräusch von sprudelndem Wasser dringt an ihre Ohren und automatisch wendet sie ihre Schritte in Richtung der Wasserstelle. Es schien sinnvoll, sich dort erst einmal frisch zu machen. Tessa wollte gar nicht darüber nachdenken, wie sie wohl inzwischen aussah – zerzaust, abegerissen und vermutlich ziemlich übel riechend nach all den Strapazen des fluchtartigen Aufbruchs und der langen Reise. Ja, diese Quelle schien ein allzu willkommenses Geschenk zu sein, auch um wenigstens kurz die Aufregung über die bevorstehende Begegnung mit ihrer Schwester ein wenig unter Kontrolle zu bekommen. So gab sie sich nicht einmal Mühe, leise zu sein, während sie sich dem Wasser nähert. Kurz davor jedoch zog sie konzentriert die Augenbrauen zusammen und achtete auf jeden Schritt. Auch wenn ein Bad ihr im Moment sicherlich nicht schaden würde, so konnte sie sich doch schöneres vorstellen, als auszurutschen und mit ihren Röcken im Wasser zu landen. Doch schon spürte sie die feinen Wassertropfen, die durch den herabfließenden Strom aufgestoben wurden. Es prickelte leicht auf ihrem Gesicht und sie musste einfach kurz auflachen, so wohltuend war diese Erfrischung. Tief atmete sie ein, dann ging sie noch näher an den Rand und kniete sich hin, den Oberkörper nach vorne gebeugt, um ihre Hand ins Wasser einzu tauchen.

Noch immer hinter dem Bosk versteckt, biss Kahlan sich auf die Unterlippe und kniff die Augen zusammen, den Blick fest auf ihren Besucher gerichtet. Sie schüttelte leicht den Kopf, beinahe ungläubig, und war sich einen Moment lang nicht sicher, ob sie sich zu erkennen geben sollte. Die Gestalt der Frau hatte etwas mekwürdig vertrautes an sich, wie ein Echo aus einer längst vergangenen Zeit. Während dessen achtete Kahlan kein bisschen auf das Tier, das ihr als Deckung diente. Dieses liess die Aufregung auch vollkommen kalt. Es stampfte mit einem schweren Huf auf dem Boden und hob kurzerhand den Schwanz leicht an, um seiner Natur freien Lauf zu lassen. Mit einem platschenden Geräusch landeten die Ausscheidungen des Bosk neben Kahlan, die so vertieft in ihre Gadanken gewesen war, dass sie nun erschrocken zusammen zuckte. Angewidert verzog sie das Gesicht, während sie einen Satz zurück machte und ein ersticktes Ekelgeräusch über ihre Lippen kam. Schnaubend wischte sie sich über den Rock, der von feinen Spritzern des Boskdunks getroffen worden war. „Igitt!!“

Tessa wollte gerade etwas Wasser schöpfen, doch ein Geräusch liess sie innehalten. Sie drehte den Kopf langsam in die Richtung, aus der sie meint, es gehört zu haben, doch konnte sie zunächst ein paar Bosk entdecken, die gelangweilt herumstehen und vor sich hin kauen. Die Stirn gerunzelt, wandte sie den Kopf leicht hin und her. Dann jedoch zog sie entschlossen die Hand wieder aus dem Wasser, trocknete sie an ihrem bereits schmutzigen Rock ab und stand langsam auf. Hastig griff sie ihren Rucksack und ging ein paar Schritte am Flussbett entlang, bis sie gleich neben einem Tier eine junge Frau entdeckt, deren Aufmerksamkeit mehr ihren Röcken als allem anderen galt. Einen Moment lang erlaubte sie sich, das merkwürdige Bild zu beobachten. Dann aber straffte sie die Schultern und grüsste mit fester Stimme: „Tal Lady!“

Noch immer einen entsetzten Ausdruck im Gesicht hatte Kahlan tatsächlich nicht bemerkt, wie die Frau näher getreten war. Zu kostbar, zu wichtig war ihr die Kleidung und sie besaß zu wenig davon, um über ein solches Missgeschick lachen zu können. Zu unbedarft war sie, als dass die Nähe dieser Frau ihr tatsächlich Sorgen bereitet hätte. Doch nun, durch ihren Gruß aufgeschreckt und sich plötzlich wieder erinnernd, schaute sie auf und liess sie die Schultern hängen, als sie feststellen musste, dass sie nun – dank des Boskzwischenfalls – völlig deckungslos war. Und so straffte sie die Schultern kurz darauf wieder und hob stolz das Kinn, ohne eine Miene zu verziehen. Schwäche zeigen war nie gut, daher hatte auch ihre Stimme einen recht arroganten Unterton, als sie schließlich antwortete: „Tal… kann man Euch helfen?”

Tessa räusperte sich und unterzog ihr Gegenüber zunächste einmal einer eingehenden Musterung. Sie liess sich viel Zeit damit, denn der leicht schneidende Tonfall war ihr nich entgangen. Prüfend verengte sie ihre blauen Augen und sah sich um. Es konnte sich immerhin auch gut um eine Falle handeln. Sie wusste nicht,ob es eine Gefahr darstellen würde, sich zu erkennen zu geben. Schließlich nickte sie einfach.

Langsam hob Kahlan eine Augenbraue und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie musterte Tessa nun ihrerseits genau und zuckte gar leicht zusammen, kamen ihr doch die Gesichtszüge bekannt vor. Auch sie sagte nichts. So verharrten beide Frauen schweigend, sich betrachtend und abschätzend.

Tessa war es schließlich, die zögerlich auf Kahlan zuging. Dennoch hielt sie den Blick fest auf ihr Gegenüber gerichtet, fast hochmütig könnte man meinen. Wieder atmete sie heftig ein und aus, bevor sie sich endlich ein Herz fasste zu fragen: „Mädchen, wohnst du hier? Wo sind die Leute vom Hof?”

Hektisch ließ sie den Rucksack zu Boden gleiten, und augenblicklich erklang ein Scheppern, als würden Phiolen und sonstige zerbrechliche Dinge aneinander geraten. Tessa fluchte leise, während sich eine Fütze am Boden des Rucksackes bildete. Kahlan hingegen reckte das Kinn weiter und versuchte die Lage einzuschätzen. Tessa’s hochmütige Haltung war ihr nicht entgangen, ebensowenig wie die herablassende Anrede, und beides sorgte für ein aufmüpfiges Funkeln ihrer Augen. Kühl antwortete sie: „Ich lebe hier… und meine Familie ist beschäftigt. Ihr wünscht?”

Tessa riss sich vom Anblick der sich ausweitenden Pfütze los und knurrte leise. „So, deine Familie…mh.” Den Kopf hin und her wiegend, legte sie einen Finger an ihr Kinn und musterte abermals das Mädchen vor sich. Fieberhaft versuchte sie einzuschätzen, wie alt diese wohl war. Und einen Moment lang grübelte sie, doch verwarf sie den Gedanken, der ihr durch den Kopf ging, sofort wieder und schüttelte leicht den Kopf dabei. Dann sagte sie zögerlich: „Nun Mädchen… ich suche jemanden, der hier leben könnte.”

Kahlan schürzte die Lippen, ohne den Blick von der Frau zu wenden. Ein weiteres Aufblitzen ihrer Augen zeugte davon, dass sie inzwischen durchaus eine Ahnung hatte, wer da vor ihr stand, selbst nach all der Zeit, die ins Land gezogen war. Doch so einfach wollte sie es ihr nicht machen. Innerlich rung Neugier mit einem Anflug von so lange unterdrückter Wut, die sich nun zu gern entladen wollte. Doch sie schaffte es, sich zu beherrschen, und fragt herausfordernd: „Ach? Soso… wen könnte denn eine Lady hier suchen?”

Nervös blickte sich um und erfasste jeden Baum in der Nähe, bevor ihr Blick wieder wieder auf das Gesicht und die Haare des Mädchens fiel. Sie ging einen weiteren Schritt auf sie zu und fragte nun doch freundlicher mit sanfter Stimme: „Kannst du mich zu dem Hof bringen? Ich möchte nicht länger als nötig offen irgendwo stehen. Ich…” Wieder folgte ein nervöser Blick in die Landschaft und wieder eine Musterung von Kahlan, doch abermals schob sie jeden Gedanken, jede Ahnung beiseite und fuhr fort: „Ich suche meine Schwester. Sie müßte etwa in deinem Alter sein und nun…”

Kahlan schüttelte ernüchtert den Kopf. Unglaublich, erst hatte sie sie im Stich gelassen und nun schien Tessa sie nicht einmal mehr zu erkennen. In der aufkeimenden Wut überging sie gekonnt die Tatsache, dass sie selbst sich in den letzten Jahren ordentlich verändert haben musste – vom jungen, unscheinbaren Mädchen zu einer Frau. So schnaubte sie leise und betrachtete die zerrissenen Röcke und die leicht heruntergekommene Erscheinung ihrer Schwester. Schliesslich machte sie lediglich mit der Hand eine Geste, ihr zu folgen, und wendete sich sofort ab. Sie schnappte sich selbst im Vorbeigehen noch den vollen Eimer Boskmilch und stapfte Richtung Haus los.

Tessa runzelte die Stirn und fragte sich, ob es dem Mädchen die Sprache verschlagen hatte. Oder hatte sie etwas flasches gesagt? Sie schüttelte den Kopf und beobachtete, wie sie mit dem vollen Eimer in der Hand zügig Richtung Hof ging. Dann erst folgte sie ihr langsam, sich immer wieder umschauend. Kahlan stellte den vollen Eimer vor der Türe ab und verschwand im Innern des Hauses. Von aussen wirkte es schlicht, aber nicht heruntergekommen und Tessa betrachtete eingehend das alte Fachwerk. Erneut schaute sie sich um und versuchte wieder auszumachen, ob noch mehr Menschen hier lebten. Dann folgte sie dem Mädchen ins Haus und besah sich verblüfft die Einrichtung, die zugegebenermaßen nicht den Eindruck von einfachen Bauern erweckte, bevor sie den Blick wieder auf Kahlan richtete. Wie angewurzelt war diese mitten in dem einen grossen Raum des Hauses stehengeblieben. Sie hatte sich ihr zugewandt, die Arme vor dem Körper verschränkt. Doch ihr Gesicht war völlig ausdruckslos. Tessa verharrte stumm und schaute sie lange an. Erst nach einer Weile fragte sie leise: „Nun…wo sind die Leute denn?”

Kahlan zuckte bloß mit den Schultern und murmelte etwas von: „Beschäftigt… woanders.”

Tessa grummelte ungeduldig. „Beschäftigt… mh und wann kommen die auf den Hof zurück? Ich habe leider nicht ewig Zeit.”

Nun konnte Kahlan sich nicht mehr zurückhalten und schnaubte bockig: „Das war ja noch nie anders…” Sie wandte sich ruckartig ab und ging ein paar Schritte in Richtung des Feuers durch den Raum. Enttäuschung und Wut beherrschten ihr Inneres, zogen sich dort wie ein Knoten zusammen. Was war aus all den Versprechungen geworden, die ihre Schwester bei ihren letzten Besuch gemacht hatte? Abholen wollte sie sie, ihr ein ganz anderes Leben zeigen, sobald sie dazu in der Lage war. Und Nun stand sie nach 5 langen Jahren ohne ein Lebenszeichen vor ihr und erkannte sie nicht einmal. Und alles was sie zu sagen hatte, war, dass sie nicht ewig Zeit hatte. Ernüchtert schüttelte sie den Kopf und seufzte, bevor sie mit dem Rücken zu Tessa gewandt knapp sagte: “Sie sind unterwegs, wohl noch ein oder zwei Tage…”

Tessa runzelte die Stirn bei der fast frechen und pampigen Antwort auf ihre Frage. Immer noch fragte sie sich, warum diese junge Frau sich doch recht merkwürdig ihr gegenüber verhielt. Dabei hatte sie ihr doch nichts getan und war sogar einigermassen freundlich zu ihr gewesen, obwohl sie nur eine Bäuerin war und sie selbst eine Freie Frau aus hoher Kaste. Naja, zumindest war sie das vor ihrer Flucht gewesen. Sie presste die Lippen aufeinander und schüttelte den Kopf. Sie starrte auf die Rückseite der Frau, als es ihr mit einem mal wie Schuppen von den Augen fiel. Ihr Blick lag überrascht auf Kahlan, wie sie dort vor dem Feuer stand – mit ihren braunen, im Feuerschein leicht rötlich schimmernden Haaren. Ihre Augen weiteten sich und sie seufzte laut, als ihr endlich klar wurde, dass sie dort niemanden anders als ihre kleine Schwester vor sich hatte. Leise sagte sie: „Kay.. Kahlan”, streckte die Hand aus und ging einen Schritt auf sie zu. Dennoch blieb sie in einigem Abstand stehen, unsicher was sie nun tun sollte.

Beim Klang ihres eigenen Namens wendete Kahlan sich mit Schwung um. Abwartend hob sie eine Augenbraue in die Höhe und musterte ihre Schwester kritisch, bevor sie leise, fast etwas vorwurfsvoll feststellte: „Du hast dir Zeit gelassen.”

Tessa seufzte laut und verzog leicht gequält das Gesicht. Sie konnte den Vorwurf in der Stimme ihrer Schwester verstehen. Vermutlich würde sie nicht anders reagieren nach all der Zeit. Zögerlich tat sie noch einen Schritt auf sie zu und ihre Augen erfassten nun deutlich ihre Gesichstzüge, die denen ihrer Mutter so sehr ähnelten. Und doch war es schier unglaublich, wie sehr Kahlan sich verändert hatte. Aus dem flachbrüstigen, drahtigen Mädchen war eine Frau geworden, eine durchaus schöne Frau. Ungläubig schüttelte sie wieder den Kopf, während sie noch immer leise ansetzte: „Du hast dich sehr verändert, kleine Schwester. Du siehst unserer Mutter immer ähnlicher. Ich… ich…” Sie stotterte und senkte den Blick, kaum fähig ihrer Schwester in die Augen zu schauen. „Ich freu mich aber dich zu sehen.”

Kahlan’s Augenbraue rutschte noch ein Stückchen höher. Sah sie wirklich aus, wie die Mutter, an die sie keine Erinnerung mehr hatte? Und viel wichtiger noch, freute ihre Schwester sich wirklich? Warum war sie hier? Was wollte sie von ihr? Unzählige Fragen schossen ihr durch den Kopf und sie war kaum in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen. Sie zog die Stirn in Falten und kaute auf ihrer Lippe herum, ehe sie antwortete: „Ich bin älter geworden und du hast Glück mich noch hier zu finden, aber… wie siehst du eigentlich aus?” Bei den letzten Worten schüttelte sie sachte den Kopf.

Tessa blickte auf, fast zornig erwidert sie: „Was soll das heißen, wie ich aussehe? Wie eine Lady wohl, würde ich meinen!” Erst dann schaute sie an sich herunter und bemerkte, wie dreckig ihr Kleid war. Wie an nicht wenigen Stellen grosse Risse im Stoff zu finden waren. Sie seufzte und verzog das Gesicht, sagt dann wesentlich ruhiger: „Ich wollte schauen, wie es dir geht. Die letzten Jahre waren sehr aufregend und nichts für ein Mädchen wie dich. Es war zu gefährlich.” Ihr fiel auf, wie sie versuchte zu rechtfertigen, dass sie all die Jahre nichts von sich hatte hören lassen. Und selbst in ihren Ohren klangen diese Entschuldigungen merkwürdig hohl. Leise fragte sie: „Wie geht es dir, meine kleine Schwester? Ich habe viel an dich gedacht. Ich hab dich nie vergessen, auch wenn du das vielleicht meinst. Ich wollte dich holen, wenn ich ein richtiges Zuhause mit einem Gefährten habe, aber dazu kam es nicht.”

Kahlan lachte auf, doch das Lachen zeugte nicht von Fröhlichkeit, sondern hatte einen deutlich bitteren Beigeschmack. Sie zuckte mit den Schultern, als wäre sie vollkommen unbeteiligt. Ihre Augen, die die Schwester fortwährend musterten, wirkten trotz des warmen Feuerscheins eisig. „Wie es mir geht… soso… wie es mir GEHT?”, fragte sie laut und deutlich hörbar war die Wut in ihrer Stimme. “Oh, es geht mir wunderbar, Lady, danke, dass Ihr fragt.” Sie stampfte mit dem Fuß auf den Boden und stemmte die Hände in die Hüften, funkelte ihre Schwester regelrecht an.

Tessa zuckte zusammen, als sie ihre Schwester so wütend erlebte, wie nie zuvor. Wieder betrachtete sie sie und musste schon fast schmunzeln, dann sagte sie: „Also das Aussehen von Mutter und das Temperament von Vater. Naja, das kann ja einen Spaß geben… und ja, Kay, es interessiert mich, wie es dir geht. Du bist meine Schwester und das wirst du immer sein. ” Leicht betrübt fuhr sie fort: “Ich werde nicht lange bleiben können. Das kann ich mir nicht leisten. Du wirst mich bald wieder los sein.” Sie senkte den Blick und blinzelte. Dann öffnete sie ihren Rucksack und fischte darin herum. Sie biss sich leicht auf die Lippen, während sie angestrengt und vorsichtig durch die Scherben in der Tasche tastete, murmelnd: „Ich bin nur hier, um dir was zu geben.”

Wütend kniff Kahlan die Augen zusammen und fauchte vorwurfsvoll: „Du konntest es dir noch nie leisten lange zu bleiben. Du wolltest mich holen, sobald ich alt genug bin. BEVOR ich alt genug bin, dass sonst was passiert…. was wurde daraus? Hm? Hast an mich gedacht… schön, das freut mich aber…” Sie ignorierte gekonnt jedes Wort ihrer Schwester. Inzwischen hatte sie sich regelrecht in Rage geredet und es war vollkommen ausgeschlossen, dass Tessa vielleicht einen guten Grund gehabt haben könnte, dass sie sie so lange allein gelassen hatte. Sie schnaubte aufgebracht und tippelte mit dem Fuß auf dem Boden herum, fuhr dann süßlich fort: “Mach dir keine Sorgen, Schwesterherz. Ich habe eine wundervolle Familie hier, die sich rührend um mich gesorgt hat die letzten Jahre. Schliesslich kann ich ja hier arbeiten wie ein Bosk… und wenn das Essen mal knapp wird, dann kann man mich ja verkaufen… was will man mehr?”

Seufzend hörte Tessa sich die Vorwürfe ihrer Schwester an und zuweilen musste sie soagr leicht zu ihren Worten nicken. Kahlan hatte ja recht, irgendwo. Dennoch kam sie nicht umhin irgendwann doch etwas herrisch zu entgegnen: „Kay, jetzt wirst du ungerecht. Ich war doch selber noch ein Kind. Und wolltest du wirklich mit mir durch die Gegend streifen und zuschauen, wie ich vielleicht mit Verletzungen im Heilerhaus liege? Wolltest du wirklich, statt hier behütet aufzuwachsen, immer die Gefahr im Nacken haben, jeden Moment getötet zu werden? Keiner will dich hier verkaufen. Du hast wohl nicht gelernt dankbar zu sein für das, was man dir hier gab. Was hätte ich dir denn bieten können? Nichts… rein gar nichts außer einer Katastrophe nach der anderen. Hierher verirrt sich doch kein Mensch und es ist wunderschön hier. Ich hätte gerne mit dir getauscht, aber du bist wirklich ein undankbares Bosk.”

Kahlan blinzelte erschrocken. „Du denkst also, ich bin behütet aufgewachsen? Ja?” Sie lachte bitter auf und schüttelte den Kopf. „Wie kannst du das wissen, so oft, wie du in den letzten Jahre hier warst? Und wenn du tauschen möchtest, nur zu… mich jedenfalls hält nichts hier. Vielleicht bin ich undankbar, ja, mag sein, aber du bist nicht die, die darüber urteilen sollte. Und was alles andere angeht, Schwester… Dinge ändern sich.”

Schnaufend versuchte Tessa einzulenken und erwiderte voller Überzeugung: „Ja, ich würde sofort tauschen.” Sie blinzelte zu Kay, ein sanftes Lächeln auf den Lippen. Denn trotz des Streits freute sie sich, ihre Schwester zu sehen. Schliesslich überkam es sie und sie überwand die letzten Schritte, die sie von einander trennten. Sie legte einfach ihre Arme um sie, drückte sie fast schon liebevoll an sich und flüsterte ihr ins Ohr: „Ich war zwar nicht hier, meine kleine Schwester, aber ich wußte immer, wie es dir geht. Ich werde wieder gehen. Es ist zu gefährlich für mich hier zu bleiben. Kay, du bist hier mehr als behütet aufgewachsen und nicht alles läßt sich einfach so erklären, warum es so ist und nicht anders.”

Kahlan erwiderte überrascht die liebevolle Umarmung, dann jedoch packte sie Tessa’s Ärmel und klammerte sich daran fest. Ernst blickte sie sie an, die Augen funkelnd, und sagte entschlossen: „Du wirst nicht gehen! Nicht ohne mich… Ich schwöre, das lasse ich nicht zu. Und bevor die Leute hier wiederkommen und mich sonstwohin verfrachten irgendwann, werde ich selbst weglaufen… Wie gefällt dir das?”

Entsetzt riss Tessa die Augen auf und schüttelte energisch die Hand ihrer kleinen Schwester ab. „Kay, keiner wird dich hier sonstwohin verfrachten. Es sei denn die Familie, mit der Vater deine FC abmachte, kommt hierher. Aber das glaube ich weniger… Kay, du wirst hierbleiben. Ich kann dich nicht mitnehmen.”

Kahlan kniff die Augen zusammen und stapfte wortlos in eine Ecke. Das Kinn erhoben fing sie augenblicklich damit an, ihre Sachen zusammenzusuchen und in einen Beutel zu stopfen. „Ich bleibe nicht hier… Tu was du willst, aber denk nicht, dass ich brav hierbleibe. Dann geh ich eben allein und lande bei irgendeinem Sklavenhändler an der Kette. Wen kümmert’s? Aufhalten kannst du mich wohl kaum. Und… ICH. BIN. KEIN. KIND. MEHR”, brüllte sie nun fast.

Wieder zuckte Tessa von dem lauten Organ ihrer Schwester überrascht zusammen. Sie schaute ihr hinterher, die Hände vor sich ausgestreckt in einem verzweifelten Versuch, sie zu beruhigen. „Kay, das kannst nicht tun. Ich kann dich doch nicht alleine rumrennen lassen. Du hast ja keine Ahnung, was dich da draußen erwartet. Meinst du, Bosks melken bereitet dich darauf vor, was dich dort erwartet?” Sie deutete mit einer Handbewegung vielsagend nach draußen. Dann ging sie ihr hinterher und nahm ihr mit einem Ruck den Beutel aus den Händen. Sie warf ihn auf das Sofa, packte Kahlan’s Schultern drehte sie zu sich herum. „Werde jetzt mal vernünftig!”

Kahlan windete sich unter ihrem Griff wie ein Aal, und als sie sich endlich befreit hatte, zerrte sie augenblicklich den Beutel zurück vom Sofa. Störrisch entgegnete sie, weiterhin Kleinkram in die Tasche stopfend: „Du hast keine Ahnung, was ich kann und was nicht. Und du bist auch nicht meine Mutter… Du denkst vielleicht, ich bin eine dumme, kleine Pute und dass hier alles ach so wunderbar einfach war… Falsch gedacht. Ich gehe… entweder mit dir oder eben ohne dich.”

Leise knurrte Tessa: „Ach, und wie stellst du dir das vor, hm?” Sie verschränkte die Arme vor ihrem Körper und beobachtete nun doch recht gelassen, wie ihre Schwester wild fuchtelnd ihr bißchen Hab und Gut zusammensuchte. Genervt schob sie die Unterlippe vor und streifte sich hastig eine Strähne aus dem Gesicht, die sie dort kitzelte. „Ich meine, wie stellst du es dir vor und vor allem, wo willst du denn bitte alleine hingehen? Und doch, ich kann dich behandeln, als wäre ich deine Mutter, denn ich bin deine ältere Schwester.”

Kahlan hielt inne, ein spöttisches Lächeln auf den Lippen. „Oh, jetzt hab ich aber Angst vor dir… Hm, wärest du da gewesen, als ich dich gebraucht hab, dann hättest du vielleicht das Recht, von mir mit Respekt behandelt zu werden… aber so??? Und wo ich hingehe, wird sich zeigen. Du warst jünger als ich, als du losgezogen bist und mich hier gelassen hast. Dann werde ich es wohl auch schaffen….” Sie legte den Kopf leicht schräg und betrachtete ihre Schwester einen Moment lang. Dann fragte sie leise mit einem ganz merkwürdigen Unterton: „Ausserdem… wo willst du eigentlich hin? Du siehst nämlich auch nicht so aus, als würdest du zu deinem treusorgenden Gefährten zurückkehren wollen…”

Daraufhin schnaufte Tessa wütend und packte ihre Schwester fest am Ohrläppchen. Sie drückte sie so Richtung Sofa, dass sie sich hinsetzen musste. Bitterböse fauchte sie sie an: „So und jetzt hörst du freches Gör mir mal zu! Mir scheint, du hast hier nicht gelernt, grundsätzlich Respekt zu haben vor anderen. Du redest nicht in dem Ton mit mir, und nein, du wirst es nicht schaffen alleine. So, und nun schau dich mal um. Leben so Bauern? Hm? Meinst du, die haben das nur alleine finanziert? Alles, Kay, alles was ich hatte, hab ich hierher geschickt.”

Kahlan funkelte Tess wütend an. „Ach, das ist ja wunderbar, dass du anderen so ein schönes Leben ermöglicht hast. Ist es dir dabei nie in den Sinn gekommen, dass das alles nicht bei mir ankam und ich hier in den letzten Jahren gelebt habe wie eine Turmsklavin, deren Herr sich in deinem Reichtum sonnt?”

Erstaunt schaute Tessa sie eine Weile lang an, dann schließlich seufzte sie und liess Kahlan’s Ohr los. Langsam hockte sie sich neben sie auf das Sofa, blickte sie von der Seite an und fragte ruhiger, etwas verwirrt: „Wie das kam nicht an? Aber schau dich doch um. Du hast doch auch hier gelebt…” Sie versuchte etwas zu lächeln und wieder einzulenken, deutete auf das schlichte Kleid ihrer Schwester. „Du siehst aber nicht aus, als würde es dir hier schlecht gehen.”

Kahlan lachte leise. „Ja, ich lebe hier… stimmt… übrigens, deine Füße stehen gerade auf meinem Bett. Ich darf auf dem Fell schlafen. Aber immerhin weiss ich nun, wieso er mich nie anfasste, trotz der lüsternen Blicke in den letzten Jahren. Denn falls es dir entgangen ist, ich bin kein kleines Mädchen mehr. Und ja, ich trage Kleider. Weisst du wieso? Falls du oder sonstwer unerwartet vorbeikommt. Denn wo kein Kläger…” Sie liess den Satz unvollendet und zuckte mit den Schultern.

Tessa schnaufte und presste die Lippen zusammen. Lange ruhte ihr Blick auf dem Gesicht ihrer Schwester, während sie versuchte, eine Entscheidung zu treffen. Konnte sie wirklich verantworten, Kahlan hier zurück zu lassen? Vermutlich war diese so störrisch, dass wie wirklich alleine in die weite und gefährlich Welt zog, ohne zu wissen, was dort auf sie zukam. Sie schüttelte den Kopf und sagte dann endlich leise: „Pack schneller! Und wehe, du machst mir Ärger. Ich hoffe für dich, dass du weißt, wie man sich draußen benimmt. Ich kann es mir nicht leisten aufzufallen.” Liebevoll strich sie ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht, um dieses besser sehen zu können, und lächelte. „Nein, ein kleines Mädchen scheinst du wirklich nicht mehr zu sein und gerade das macht mir jetzt wohl Sorgen.”

Kahlan kaute sich auf der Lippe herum, vollkommen überrascht von dem plötzlichen Nachgeben ihrer Schwester. Sie blinzelte, sagte aber nichts, was den Entschluss vielleicht wieder ins Wanken bringen würde. So packte sie wortlos ihr Bündel zusammen und schmiss es sich über die Schulter. „Und wo geht es nun hin?”

Tessa zuckte mit der Schulter und antwortete ruhig: „Kay, ich weiß es nicht wohin. Runter von den Straßen, nur wenn es sein muss in die Städte, die Öffentlichkeit meiden. Ich habe alles an Münzen, die ich mir ersparen konnte, bei mir. Und das ist nicht viel. Also, wenn du noch Kupfer hast, Kay, dann nimm es. Wir werden es brauchen.” Sie blickte zu ihr und musterte sie wieder eingehend, prüfend. „Nimm ein Messer mit, irgendwas womit du dich verteidigen kannst.”

Kahlan nickte wortlos und überracht. Sollte es wirklich so gefährlich sein, dass sie sich bewaffnen musste? Kurz wirkte sie aufrichtig besorgt, doch dann leuchtete so etwas wie Abenteuerlust in ihrem Blick auf, während sie halb unter das Sofa krabbelte und ein dort verstecktes Messer hervorzog. Als sie sich wieder aufrichtete und das Messer in ihren Gürtel steckte, stellte sie leise, aber schelmisch fest: „Du musst ja wirklich etwas Schlimmes angestellt haben…”

Ein leises Raunen drang über Tessa’s Lippen, doch sie hüllte sich in Schweigen und wartete geduldig darauf, dass ihre Schwester fertig wurde. Sie wandte sich schließlich der Türe zu, fügte im Gehen jedoch noch an: „Kay, ich sag es dir, wenn du was anstellst… ich bring dich persönlich wieder hierher. Und über alles andere reden wir noch. Ich habe meine Gründe… für fast alles was ich tue.”

Kahlan zuckte daraufhin nur mit einer Schulter und blickte nochmal durch den Raum, ob sie auch nichts vergessen hatte. Dann folgte sie ihrer Schwester. Tessa würde schon sehen, dass sie gut zurechtkam mit allem. Sie reckte das Kinn und grinste zufrieden über beide Backen, während Tessa die Türe aufdrückte und nochmal fragte: „Hast du alles, Kay? Es kann sein, dass du lange nicht mehr herkommen wirst.”

Kahlan nickte mit leuchtenden Augen und nuschelte: „Je länger, desto besser…. glaub mir”

Leise lachend trat Tessa aus dem Haus und wandte sich der nahen Thassa zu, während ihre Schwester gelöst hinter ihr her hoppste. „Nun dann, ähm… gehen wir. Ich habe ein kleines Boot vorne beim Wasser. Ich denke, damit werden wir ein Stück am Ufer der Thassa langfahren. Willst dich noch von den Bosk verabschieden?”

Kahlan verzog das Gesicht und schüttelte empört den Kopf. „Das Vieh hat mich eben fast angeschissen, da verabschiede ich mich doch nicht.”

Tessa musste lachen. “Soso, hat es das? Na, wenn es nur das war…” Sie verpasste der brummenden Kay noch eine Kopfnuss und deutete zum Ufer der Thassa, zur Eile mahnend. Lachend stapfte Kay ihrer Schwester hinterher, die schon bald in das altersschwach wirkende Boot hüpfte.

„Na komm schon… Oder willst doch nicht?” Sie schaut fragend zu Kahlan, doch die hüpfte so schnell hinterher, dass das Boot fast kenterte. Nur mit Mühe gelang es Tessa das Boot unter Kontrolle bringen, während sich ein Schrei von ihren Lippen löste und sie noch verständnislos zu ihrer Schwester schaute. Dann jedoch griff sie sich wortlos das Ruder und stiess das Boot vom sicheren Ufer ab.

Insel der Vergessenen 12. September 2010

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Abseits der goreanischen Zivilisation haben eine Gruppe aus den Städten und Dörfern geflohener Mädchen und Frauen sich gesammelt und versuchen in der Wildnis unentdeckt zu überleben. Sie sind Außenseiter und überleben unter primitivsten Bedingungen. Der Wald und die Natur sind ihnen Heimat und sehr gut vertraut. Sie sind Wilde und Inhalt so mancher Gruselgeschichte, die man sich in den Städten abends am Kamin erzählt. Und doch sind und bleiben sie letztendlich nur Frauen.

Sie leben in einer kleinen Zweckgemeinschaft, die immer nur so stark sein kann, wie ihr schwächstes Glied. Stets auf der Hut. Die eine ist eine ausgezeichnete Jägerin, die andere eine geschickte Fischerin. Es wird sich ergänzt und im Überleben gelehrt. Eine Hirachie, wie man sie in der Zivilisation kennt, scheint diesen Frauen fremd zu sein. Jeder trägt zu gleichem Teil etwas bei. Eine Jede ist gleich wichtig. Sie nennen sich Schwestern, obwohl zu bezweifeln ist, daß unter allen Blutsverwandtschaft besteht. Und doch beschreibt dieses Wort die enge Verbundenheit dieser Frauen miteinander. Wie selbstverständlich scheint es für jede zu sein, daß sie niemals etwas tun würden, was die Gemeinschaft in Gefahr bringen würde. Man munkelt gar, daß jene, die dieses taten, auf dem Grunde der Thassa auf ewig verschwanden.

Abtauchen in eine andere Welt 11. August 2010

Veröffentlicht von Maya in : Kolumnen, Moments of my Soul , einen kommentar schreiben
Eine Freundin und ich (von links nach rechts)

Eine Freundin und ich (von links nach rechts)

Vor vielen Jahren habe ich ein Hobby für mich entdeckt…Mittelaltertreffen/feste. Als ich das erste Mal in einer extra angelegten Arena stand, in einem Kleid als wäre ich eine Prinzessin und um mich herum Männer die aussahen wie “mein” weißer Ritter auf einem Pferd, da fühlte ich mich so anders, als würde ich in eine andere Welt eintauchen. Erst ist alles etwas seltsam, man kommt sich komisch vor, stolziert mit einer  ”Gewandung” herum, hat Schuhe an die es in der jeweiligen Epoche die man verkörpert, wirklich gab und man spielt quasie Mittelalter.Küssaburg

Küssaburg

Es hat schon etwas romantisches an sich wenn man so zwischen den Ständen steht, sich die Menschen ansieht, anfängt zu träumen, wie es wohl gewesen wäre und eigentlich wenn man ganz ehrlich ist. Keiner hätte wirklich von uns damals leben wollen. Ich zumindest nicht, denn es sind ja nicht nur “romantischen” Vorstellungen die man von damals hat, sondern damals zu leben war mit großer Sicherheit kein Zuckerschlecken. Die Menschen starben früh, arbeiteten wie bescheuert und das wars. Wirklich gut ging es doch auch nur einem winzigen Bruchteil der Bevölkerung.

Bettlerin

Bettlerin

Ständig Kriege und Bauernaufstände, dann die Kirche mit ihrer hirnrissigen Inquisitation, den Hexenverbrennungen, die Pest und vieles was einfach mal gar nicht mehr romantisch ist. Dennoch ist der Reiz sich heute zurückzuversetzen und die schönen Dinge nachzuspielen schon da.  Jetzt am Wochenende ist bei uns ein kleines Mittelalterfest und ich werde mal versuchen ein kleinen Bericht davon wiederzugeben. In diesem Sinne:

“Gehabet euch wohl” :-)

brautpaar

Brautpaar auf der Küssaburg

Naiv oder Dumm?! 10. August 2010

Veröffentlicht von Maya in : Kolumnen, Moments of my Soul , einen kommentar schreiben

Ja scheiße ich gebe es zu…manchmal bin ich verdammt Naiv. Na und bisher hatte sich noch keiner beschwert und wenn dann steht es doch auch nur mir zu, das zu tun. Ich sehe es ja  nicht einmal als etwas negatives an, erst die anderen, also meine Mitmenschen machen daraus etwas das es einfach nicht ist. Bin ich blöd??? Seh ich tatsächlich so naiv dumm aus? NEIN…muss mir meine Intelligenz denn aus dem Gesicht springen? Muss ich denn prahlen wie andere wie toll mein Wissen ist? Hab ich gar keinen Bock drauf.

Soll ich Euch denn damit erschlagen immer nur wie eine Professorin zu reden? Davon abgesehen das ich das nicht mal bin. Mein Allgemeinwissen ist nicht mal Ansatzweise die eines Professors. Ich lese gerne und mein Wissen zieht sich daraus. Gut wäre das geklärt. NAIV… wieso setzen manche Menschen das gleichbedeutend mit DUMM? Versteh ich nicht. Ich sehe mich als einen Menschen der einfach versucht, so gut es eben geht, positiv zu denken, ganz klar unterliege auch ich den normalen Stimmungsschwankungen wie jeder andere und habe Tage an denen ich nichts positives sehen kann.

Dennoch empfinde ich mich auf gute Art und Weise naiv…ich erfreue mich an kleinen Dingen, seh nicht in allem gleich total schwarz. Sicher ist aber auch das man oft wegen genau der Sichtweise der Dinge enttäuscht wird. Egal, ich gehe Risiken ein, weil der Stillstand in meinem Leben nichts zu suchen hat. Ich bin lieber eine Spur zu naiv als abgebrüht. Kinder sind naiv, weil sie noch nicht wissen wie enttäuschend es manchmal sein kann. Kann man denn dann von Dummheit sprechen. Nöööö und wer meint einem in eine Schublade zu stecken, wird niemals erleben was für ein wundervoller Mensch ich sein kann. SO….

Ich bin nämlich von mir überzeugt!!!! Naiv aus Überzeugung!!!!

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